Ich sah Kirishima deutlich weniger oft, als ich erwartet hatte. Obwohl wir an die gleiche Uni gingen – einfach in andere Fakultäten – konnten wir uns meistens trotzdem nur kurz zum Mittagessen treffen. Was mir eigentlich auch reichte. Nachdem ich ihn so lange nicht gesehen hatte, war ich für jede Sekunde, die wir gemeinsam verbrachten, dankbar.
Mit was ich jedoch nicht gerechnet hatte, war, dass Isko immer dabei sein würde. Natürlich verstand ich es, schliesslich war er zum ersten Mal in Tokio und kannte nur Kirishima. Und er war wirklich nett. Er war höflich und respektvoll, aber auch lustig und jede Konversation mit ihm verlief so problemlos, als ob wir uns nicht erst vor einer Woche kennengelernt hatten.
Aber genau das war ja das Problem. Es war eine ganze Woche vergangen und ich hatte bis jetzt keinen einzigen Moment allein mit Kirishima verbracht. Nichts passierte wie geplant. Ich hatte mir alles perfekt ausgemalt: Kirishima und ich würden uns wieder treffen und wir würden den Tag zusammen verbringen. Und bevor wir uns voneinander verabschieden würden, würde er mich fragen, ob ich endlich offiziell mit ihm zusammen sein wollte.
Tsk, was für eine Fantasie man hatte, wenn man jemanden vermisste.
Ich musste nur abwarten. Kirishima hatte mir gesagt, Isko würde für drei Wochen in Japan bleiben, danach würde er nach Hause zurückkehren. Ich seufzte. Warum musste ich immer nur warten? Wann würde mein Happy End endlich kommen?
«Schmeckt es dir etwa nicht, Bakugou?» Ich horchte hoch, als ich Iskos Stimme hörte. Wir sassen gerade in einem Restaurant, das erst vor ein paar Tagen eröffnet worden war, und probierten das Essen aus. Ich schob die negativen Gedanken beiseite und versuchte, mich auf das Jetzt zu konzentrieren.
Also nickte ich als Antwort, legte meine Gabel aber trotzdem ab. «Ich mag westliches Essen nicht so sehr, ich habe lieber asiatische Gerichte.» Kirishima liess sich nicht stören und Isko gab nur ein leises Brummen von sich. Ich liess die Schultern sinken. Es war Samstag. Das hätte doch eigentlich Kirishimas und mein Date-Tag werden sollen...
Ich unterdrückte meine schlechte Laune. Nur noch zwei Wochen, dachte ich mir, dann habe ich ihn ganz für mich allein. Nachdem wir fertig waren, gingen wir nach Shibuya und Isko war sofort verliebt. Er führte uns in jeden Laden und in jede Süssbäckerei und als er sich nach drei Stunden endlich ein wenig beruhigt hatte, taten meine Füsse weh von dem ganzen Laufen.
Wir setzten uns in ein kleines Café, um eine Pause zu machen. Endlich. Ich liess mich auf den Stuhl sinken, doch als Isko sagte, er müsste schnell auf die Toilette, war ich sofort wieder voller Energie. Sobald er um die Ecke gebogen war, ergriff ich Kirishimas Hand. Ich sagte nichts, sondern musterte nur sein Gesicht, um mir jedes einzelne Detail einzuprägen.
Er war überrascht, verschränkte aber schliesslich seine Finger mit meinen und lächelte mich an. Mein Herz machte einen Hüpfer und ich erwiderte die Geste. «Tut mir leid», sagte Kirishima nach ein paar Sekunden. «Er ist das erste Mal hier und kennt nur mich.» Ich nickte verständnisvoll. «Ich glaube ich bin noch nie so viel herumgelaufen», scherzte ich und Kirishimas Lachen stellte komische Dinge mit meinem Magen an.
Ich spielte mit seinem Zeigefinger. «Weisst du, ich–» Ich stoppte mich selber, als Kirishima meine Hand losliess und bevor ich ihn verwirrt ansehen konnte, setzte sich Isko wieder zu uns. Ich konnte ein genervtes Seufzten nicht unterdrücken, doch bereute es sofort, als ich merkte, dass Isko es gehört hatte.
Theatralisch warf ich die Hände ihn die Luft. «Was? Sie haben keinen... ähm... Reiskuchen hier? Oh, Mann, auf das hätte ich richtig Lust gehabt.» Ich verzog das Gesicht. Ich war wirklich schlecht im Lügen. Isko warf mir einen verwirrten Blick zu und griff dann nach der Menükarte, die in der Mitte des Tisches lag.
Einige Sekunden war es ruhig, dann drehte er die Karte so, dass ich sie lesen konnte, und deutete mit dem Finger auf eine bestimmte Zeile. Ich wäre am liebsten auf der Stelle gegangen. «Hier steht doch Reiskuchen», sagte Isko. Ich schluckte. «Ach ja, stimmt.» Nervös warf ich einen Blick auf Kirishima, der die ganze Show ein bisschen zu sehr genoss. «Das... habe ich gar nicht gesehen.»
Es endete damit, dass ich mir einen viel zu überteuerten Reiskuchen bestellte, den ich dann Schluss und endlich nicht einmal fertig aufessen konnte, weil ich so voll war. Ich wollte im Erdboden versinken. Wenigstens konnte Kirishima Isko davon überzeugen, das Touristendasein für heute abzulegen und den Rest des Tages zuhause zu verbringen.
Also gingen wir zurück, doch bevor wir uns verabschiedeten, hielt ich Kirishima am Arm zurück. Er verstand sofort und erklärte Isko, dass wir noch reden müssten und er schon einmal reingehen sollte. Als dieser dann auch wirklich im Haus verschwand, atmete ich erleichtert auf.
Kirishima hob vielsagend eine Augenbraue, doch ich blockte sofort ab. «So meine ich das nicht. Ich finde ihn echt nett, das habe ich dir schon einmal gesagt», erklärte ich und trat ein wenig näher zu ihm. Sein Duft stieg mir in die Nase und mein Herz schlug sofort schneller. «Ich... Ich wollte einfach nur endlich mit dir allein sein.»
Ugh, ich hasste es, dass er mich dazu brachte, so kitschigen Schwachsinn von mir zu geben.
Kirishima lachte leise auf, legte die Arme um mich und zog mich noch näher zu sich. Mir schnürte es die Kehle zu. «Ich weiss, tut mir leid.» Seine Stimme war ganz warm und ich hätte ihn am liebsten gebeten, nie aufzuhören, zu reden. Aber ich sagte nichts, sondern lehnte einfach meinen Kopf an seine Schulter.
«Können wir nicht einen einzigen Tag nur zu zweit sein?» Ich wusste die Antwort auf diese Frage schon und ich konnte sie ihm auch nicht einmal übelnehmen, aber gefallen tat sie mir trotzdem nicht. «Bakugou–» «Ich weiss, ich weiss», unterbrach ich ihn, löste mich aus seiner Umarmung und trat einen Schritt zurück. Ich konnte nicht leugnen, dass ich ein wenig sauer war. «Wegen morgen...» Ich hielt kurz inne, doch ich konnte nicht noch einmal so einen Tag wie heute verbringen. «Ich habe doch keine Zeit. Es ist was dazwischengekommen.»
Ich sah, wie Kirishima etwas erwidern wollte, doch ich drehte mich um und lief los, bevor er die Chance dazu hatte.
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My First First Time || KiriBaku
FanfictionEs gibt so viele erste Male, und ich erlebte jedes davon mit ihm. Meinen ersten Kuss Meine erste Liebe Und meinen ersten Herzschmerz ~~~~ Warnung: Ich liebe Drama ;) In meiner Geschichte gibt es keine Helden und generell keine Spezialitäten. Sie ge...
