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Tokio war so anders, dass es sich anfühlte, als würde ich in einer ganz anderen Welt leben. Eine andere Umgebung, eine andere Schule, andere Menschen. Und obwohl alles so anders und neu war, hatte sich doch rein gar nichts verändert.

Zu Hause war immer noch alles genau gleich.

«Katsuki, wie läuft es in der Schule?» Meine Mutter stellte mir eine weitere Schüssel Reis auf den Tisch. Ich zuckte mit den Schultern. «Naja, ist halt Schule», nuschelte ich und nahm einen weiteren Bissen meines Frühstücks. Meine Mutter setzte sich neben mich und verschränkte die Arme vor der Brust. «Schon Freunde gefunden?»

Bei dieser Frage hielt ich kurz inne. Freunde? Ich liess meine Gedanken herumwandern, doch als in meinem Kopf plötzlich ein gewisser Rotschopf auftauchte, konzentrierte ich mich schnell wieder auf mein Essen. «Du weisst doch», sagte ich und wich bewusst ihrem Blick aus, «dass ich keine Freunde brauche. Tat ich nie.»

Falsche Antwort.

Meine Mutter schnaubte und ohne, dass ich hinsehen musste, wusste ich, dass sie mir einen Todesblick schenkte. «Du hast immer noch dieselbe unlogische Einstellung, Katsuki!» Und schon ging es wieder los. «Freunde sind ein wichtiger Teil deines Lebens. Unabhängigkeit ist gut, aber das heisst nicht, dass du immer alleine sein musst. Du kannst nicht immer...» Weiter hörte ich gar nicht zu. Diesen Vortrag hielt sie mir nicht zum ersten Mal.

«Wie auch immer», unterbrach ich sie nach ein paar Minuten. «Ich muss mich jetzt fertig machen, sonst verpasse ich den Bus.» Bevor sie antworten konnte, stand ich auf und lief die Treppe hoch in mein Zimmer. Warum musste sie sich denn immer in mein Leben einmischen? Ich kam gut genug alleine zurecht. Genervt zog ich mich um und putzte die Zähne und als ich ging, machte ich mir nicht die Mühe, ihr auf Wiedersehen zu sagen.

Donnerstag war der schlimmste Wochentag. Jedenfalls was meinen Stundenplan anging. Chemie, Geschichte, Japanisch und Sport. Wenn ich es könnte, würde ich am liebsten den ganzen Tag schwänzen. Das einzige, was mich davon abhielt, war, dass ich nach dem Unterricht noch diesen dummen Club besuchen musste. Warum hatte ich mich vom Lehrer nur dazu überreden lassen?

Der Morgen zog in einem Schleier an mir vorbei, und wenn mir jemand eine Frage zum Unterricht stellen würde – egal ob Chemie, Geschichte oder Japanisch – ich könnte sie nicht beantworten. Das einzige, was es jetzt noch zu überwinden galt, war Sport. Das ironische an dieser ganzen Sache war, dass ich Sport eigentlich mochte. Aber mit diesem Sportlehrer war es... schwierig, sich damit anzufreunden.

Als ich also fertig mit meinem Mittagessen war, packte ich zusammen und machte mich auf den Weg zu der Turnhalle. Nur noch diese zwei Lektionen, versuchte ich mich zu beruhigen, dann kann ich entspannt einen Film schauen.

Immer noch ein wenig genervt öffnete ich die Tür zur Halle, doch bevor ich auch nur einen weiteren Schritt machen konnte, blieb ich wie angewurzelt stehen. Ich blinzelte, und dann noch einmal, doch die Person, die plötzlich vor mir aufgetaucht war, verschwand trotzdem nicht. Er hatte seine Haare zusammengebunden und seine Brust hob und senkte sich ein wenig schneller als normal.

«Bakugou? Hey!» Seine tiefe Stimme drang kaum zu mir durch und ich konnte seine Begrüssung nur halbherzig erwidern, während ich meine Augen nicht davon abhalten konnte, über seinen Oberkörper zu wandern. Er trug ein ärmelloses Shirt, was seine muskulösen Arme zum Vorschein brachte und ich versteifte mich ein wenig, als ich die kleinen Schweisstropfen auf seiner Haut entdeckte.

Ich schluckte und versuchte, mich zu konzentrieren. «Kirishima, was machst du denn hier?» Ich hasste mich dafür, dass ich das Zittern in meiner Stimme nicht hatte unterdrücken können, aber ich war gerade viel zu aufgewühlt, als dass ich klar denken konnte. Verzweifelt zwang ich mich, den Blick auf sein Gesicht zu richten, doch ich sah ihn trotzdem nicht richtig an. Diese Arme...

My First First Time || KiriBakuGeschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt