Den Rest der Ferien sahen wir uns so gut wie jeden Tag. Da sein Vater wegen der Arbeit tagsüber kaum zuhause war, konnte ich Stunden mit Kirishima verbringen. Meistens zockten wir oder sahen fern, aber manchmal wünschte ich mir, er würde mehr versuchen. Nicht, dass ich es jedes Mal tun wollte, aber seit dem Weihnachtsball war nicht mehr wirklich viel passiert.
«Pass auf!» Ich schreckte gerade noch rechtzeitig hoch um zu sehen, wie mir ein gegnerischer NCP direkt ins Gesicht schoss. Kirishima gab ein aufgebrachtes Seufzen von sich. «Bakugou, das war unsere letzte Chance, jetzt müssen wir wieder ganz von vorne anfangen.» Ich hob unschuldig die Hände und legte den Controller neben mir aufs Bett. Ich hatte keine Lust mehr zu spielen.
Kirishima verstand und machte es mir gleich. «Was regst du dich denn so auf? Das ist doch sowieso dein Lieblingslevel», verteidigte ich mich und drehte meinen Körper zu ihm. Frustriert fuhr er sich durch die langen Haare. «Ja, aber wenn man nie weiterkommt, ist es trotzdem schiesse!» Ich biss die Zähne aufeinander. Ich mochte es nicht, wenn er wütend war.
«Was ist denn los?», versuchte ich erneut. «Seit ein paar Tagen bist du immer so gereizt.» Beleidigt verschränkte Kirishima die Arme vor der Brust und wandte sich mir ein wenig ab. «Das stimmt doch gar nicht», nuschelte er und gab ein lautes Schnauben von sich. Einen Moment lang hielt ich inne, entschied mich aber dazu, es einfach zu vergessen.
Ich umfasste sein Gesicht mit beiden Händen und zwang ihn so, mich anzusehen. «Okay, tut mir leid.» Das war eine Lüge. Ich wollte einfach, dass er nicht mehr wütend war. Sein Blick wurde weicher, und ich nahm das als Einladung, ihn zu mir zu ziehen und zu küssen. Es dauerte ein paar Sekunden, aber schliesslich erwiderte er und ich rutschte ein wenig näher.
Dieses Mal konnte ich nicht warten. Meine Hand krallte sich in seine Haare, während die andere wie von selbst über seine Schultern zu seinem Arm wanderte und sanft die Konturen seiner Muskeln nachzeichnete. Komm schon. Mein Herz schlug mir fast schon schmerzhaft gegen den Brustkorb. Ich weiss, dass du weisst, was ich hier versuche.
Seine Finger schlichen sich um meine Taille und zogen mich noch näher zu ihm. Ich konnte ein kleines Lächeln nicht unterdrücken. Bestimmt fuhr ich mit meiner Hand von seinem Arm zu seiner Brust und strich über seinen Bauch bis zum Saum seiner Trainerhose. Einen Moment lang war ich versucht, ihm einfach direkt die Hose auszuziehen, doch so mutig war ich nicht. Also hob ich sein T-Shirt hoch, doch bevor ich es ihm über den Kopf ziehen konnte, schlug er meine Hand weg und löste sich von mir.
Ich erstarrte. Kirishima räusperte sich und rückte von mir ab. Was hatte ich denn dieses Mal falsch gemacht? «Tut mir leid, Bakugou», sagte Kirishima und ich konnte hören, dass er es auch so meinte. «Ich bin gerade einfach nicht in der Stimmung dazu.» Ich schluckte und nickte langsam. Nicht persönlich nehmen, nicht persönlich nehmen. Ich biss mir auf die Unterlippe. Nicht. Persönlich. Nehmen.
Kirishima seufzte und ergriff meine Hand. Sein Daumen strich liebevoll über meinen Handrücken und ich sah ihm in die Augen. Das Rot war so trüb, dass sich mir die Kehle sofort zuschnürte. «Die Wahrheit ist...» Er hatte Mühe, es auszusprechen, und mein Körper füllte sich sofort mit einer eiskalten Panik. Mein Gegenüber atmete kurz tief durch, dann wurde sein Griff um meine Hand fester.
«Vor ein paar Tagen, da... da hab' ich Akira gesehen.»
Ich war mir sicher, ich war jetzt genauso geschockt wie Kirishima, als er seinem Ex wieder gegenübergestanden war. Eine Sekunde lang war es ganz still, dann stürzte alles gleichzeitig auf mich ein. Deshalb war er also so gereizt gewesen. Er hatte ihm doch nicht wieder vergeben, oder? Er hatte es mir versprochen, er hatte mir sein Wort gegeben. Er würde kein Versprechen brechen. Niemals. Nicht wahr?
«Keine Angst», flüsterte Kirishima schliesslich nach einer halben Ewigkeit. «Ich hab' nicht einmal mit ihm geredet oder so. Ich hab' nur gesehen, wie er gerade in den Supermarkt lief, als ich an der Kasse stand.» Ich konnte meine Erleichterung nicht verstecken, konzentrierte mich aber schnell wieder auf meinen Gegenüber.
Er starrte neben mir ins Nichts. «Und?» Ich schluckte. Irgendwie wollte ich gar nicht wissen, was er jetzt sagen würde, aber es ging hier nun mal um Kirishima und nicht um mich. «Wie... Wie hast du dich gefühlt?» Seine Augen wurden ganz leer, bevor sie sich mit Tränen füllten.
Ich wusste nicht, über was ich wütender war.
Darüber, dass Akira ihn wieder zum Weinen gebracht hatte.
Oder darüber, dass ich die Hoffnung gehabt hatte, er hätte keine Wirkung mehr auf Kirishima.
«Zuerst dachte ich, es wäre okay. Dass ich mich über ihn schon oft genug ausgeweint hatte und es jetzt in Ordnung wäre. Aber sobald ich zuhause war... sobald ich alleine war...» Er beendete den Satz nicht, aber ich verstand trotzdem, was er meinte. Ich atmete kurz durch, versuchte mein Herz so gut wie möglich vorzubereiten, und zog ihn schliesslich in meine Arme.
Ich konnte nicht glauben, dass ich ihn schon wieder wegen eines anderen Typen tröstete.
Aber dieses Mal weinte er nicht. Sein Kopf ruhte schwer auf meiner Schulter und seine Arme lagen schlaff um meine Hüften, aber er weinte nicht für eine Sekunde. «Weisst du, ich bin mit ihm aufgewachsen.» Kirishimas Stimme kratzte sogar mir im Hals. «Er ist alles, was ich kenne. Und als er mich nach all den Jahren gefragt hat, ob ich offiziell mit ihm zusammen sein will... Es war, als ob ein Traum in Erfüllung gehen würde. Und jetzt sieh uns an. Ich habe das Gefühl, er hat mein ganzes Leben zerstört.»
Es tat weh zu hören, wie nahe sie sich gestanden hatten. Aber es tat noch mehr weh zu hören, wie gebrochen Kirishima war.
Ich kämmte ihm mit den Fingern durch die Haare. «Ist schon okay», flüsterte ich. «Wenn es wirklich zerstört ist, dann kannst du es wieder aufbauen. Du kannst es neu gestalten und sogar noch schöner machen. Und wenn du willst, helfe ich dir dabei.»
Einige Augenblicke war es ruhig, dann zog Kirishima den Kopf zurück und sah mich mit grossen Augen an. Meine Wangen wurden augenblicklich rot. «Naja, ich bin vielleicht manchmal ein wenig... launisch, aber es ist ja nicht so, als ob ich kein Herz hätte», versuchte ich zu erklären, doch gab schliesslich auf und sah verlegen auf den Boden.
Kirishima starrte mich lange einfach nur an und ich wusste nicht, ob das schlimmer war, oder das, was ich gerade gesagt hatte. Irgendwann verstärkte er den Griff seiner Arme um mich, drehte mich und stiess mich auf die Matraze. Ohne eine Sekunde zu verschwenden, kletterte er auf mich, fuhr mit einer Hand unter mein Shirt und legte seine Lippen an meinen Hals.
Überrascht befreite ich mich von seinen Küssen und schlug seine Hand weg. «W-Was machst du denn?!», fragte ich ein wenig zu laut und das Rot breitete sich bis zu meinen Ohren aus. Es dauerte ein paar Sekunden, doch als ich verstand, spürte ich einen unangenehmen Druck in meiner Brust. «Kirishima, ich habe das gerade nicht gesagt, damit du... ich meine, damit wir... Egal, jedenfalls war das nicht meine Absicht.»
Kirishimas Lippen verzogen sich zu einem Lächeln und sofort war meine Brust erlöst. «Ich weiss, Bakugou. Ich weiss, dass du nicht so bist.» Er sah mir in die Augen und strich mir ein paar Strähnen aus der Stirn. Ich hatte das Gefühl, ich würde sterben.
«Aber ich will das.»
Seine Worte brannten sich direkt in mein Herz.
«Ich will das mit dir.»
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My First First Time || KiriBaku
FanficEs gibt so viele erste Male, und ich erlebte jedes davon mit ihm. Meinen ersten Kuss Meine erste Liebe Und meinen ersten Herzschmerz ~~~~ Warnung: Ich liebe Drama ;) In meiner Geschichte gibt es keine Helden und generell keine Spezialitäten. Sie ge...
