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Eddie stand immer noch mit laufenden Motor vor dem Haus der Cunningham. Unsicher blickte er zu der Haustür. Ihm war klar, dass egal wie das ganze hier ausgeht, wohl eher nie wieder ein Wort mit Chrissy sprechen wird. Er mochte sie mittlerweile sogar, obwohl er am Anfang Wina von der Freundschaft abgeraten hatte.
Für ein paar Atemzüge dachte Eddie sogar daran, einfach wegzufahren, doch damit hätte er seine Gefühle für Wina verraten. Ein letztes Mal blickte er zu dem Shirt, was noch immer im Fußraum vom Beifahrer lag. Es ist dort am Abend vor dem großen Streit gelandet.
Bei der Erinnerung, dass er es gerade so verhindern konnte, dass Wina während der Fahrt über ihm herfällt, muss er für ein paar Sekunden strahlen.
Viel zu schnell, fiel ihm ein, dass es jetzt wohl eher Billy war, über den sie jetzt herfiel.

Die Tür des Vans, die hinter ihm ins Schloss fiel, kam ihm viel zu laut vor. Zögerlich ging er auf das große Haus zu. Er war schon öfters hier gewesen, um Wina von Chrissy abzuholen. Ihre Mutter war zwar nie erfreut Eddie zu sehen, doch sie hatte auch noch nie etwas offen gegen ihn gesagt.
Als er auf die Klingel drückte und dem Geräusch lauschte, spielte er nervös mit einem Ring von seiner linken Hand. Er drehte ihn immer wieder leicht nach links und dann leicht nach rechts.
Zu seiner Erleichterung öffnete Chrissy die Tür und er verzog seinen Mund zu einem schiefen grinsen. Sobald Chrissy ihn anstrahlte, bekam er ein schlechtes Gewissen.
"Eddie", selbst in ihrer Stimme konnte er hören, dass sie sich wirklich freute ihn zu sehen. Nervös schluckte er.
"Hey Chrissy. Ähm, es tut mir leid, dich jetzt so zu überfalle, aber könnte ich reinkommen?", eigentlich klang Eddie so gut wie nie zögerlich und verlegen, zumindest bis zu der Trennung von Wina.
Leicht legte Chrissy ihren Kopf schief und schien tatsächlich darüber nachzudenken, ob sie Eddie herein mitten sollte oder nicht. Zögerlich machte sie ihm dann doch Platz und Eddie betrat so schnell das Haus wie möglich.
Jedes Mal war er davon erschlagen, wie groß alleine schon der Flur war. Den Rest des Hauses hatte er noch nie gesehen, da er nur drinnen warte, durfte, wenn es draußen regnete.
Als Chrissy die Hand hob, um ihn weiter ins Haus zu lassen, schüttelte Eddie energisch den Kopf.
"Hier ist perfekt. Danke, dass ich hereinkommen durfte. Aber ich bin hier deinetwegen.", er versuchte möglichst deutlich zu sprechen, doch mit jedem Wort wurde er etwas schneller.
Zuerst war der Blick von Chrissy verwundert, bevor sich ihr Gesicht bei seinem letzten Wort wieder aufhellte.
"Oh Eddie. Ich freue mich, das du auch so empfindest. Natürlich habe ich wegen Wina ein schlechtes Gewissen, doch dass es dir auch so geht.", mit jedem Wort wurde ihre Stimme leiser und Chrissy trat einen Schritt auf Eddie zu.
Verwunderung zeigte sie deutlich in Eddie's Gesicht ab, als er die Augenbrauen zusammen zog, doch er bekam gar nicht die Möglichkeit zu fragen, was genau sie meinte, als sich die Lippen von Chrissy auf seine legten.

Kurz vorher bei Wina

Wütend schubst Billy Wina aufs Sofa. Der Blick, der bei den Munson noch liebevoll gewirkt hat, ist jetzt voller Verachtung. Wina beschwerte sich nicht, als sie auf dem Sofa landete, was aufgrund von Geldmangel, schon so durchgesehen war, dass die Federn schmerzhaft in ihren Hintern pickten. Unaufhaltsam liefen weiterhin Tränen über ihr Gesicht, wobei sie sich nicht mal die Mühe machte diese wegzuwischen. Nur die Rotze, die ihr trotz der Versuche dieses Hochziehen aus der Nase lief, wischte sie wie ein kleines Kind mit dem Arm ab.
"Du versetzt mich, um mit diesem Bastard zu schlafen?", die Stimme von Billy war absolut ruhig und gelassen.
"So war das nicht, Billy. Ich habe bei dir angerufen und ...", Wina hört auf zu sprechen als das Glas neben der Wand zerbrach. Sie hatte gar nicht mitbekommen, dass Billy sich eins von der kleinen Küchenzeile geschnappt hatte und es mit voller Wut in ihre Richtung warf. Wahrscheinlich konnte Wina von Glück sprechen, dass er sie nicht getroffen hatte, sondern nur die Wand hinter ihr. Trotzdem hinterließ ein kleiner Glassplitter, eine hauchfeine Wunde auf ihrer Wange, den Wina aber erst später finden würde.
"Das war nicht meine Frage, Schlampe.", obwohl er am Körper vor Wut fast zitterte, war seine Stimme immer noch gefährlich, ruhig und gelassen.
Schnell machte Wina sich daran, ihren Kopf zu schütteln.
"Ich habe nicht mit Eddie geschlafen. Verdammt Billy.", jetzt klang die Stimme von Wina wirklich wie ein verheultes kleines Kind, gerade fühlte sie sich aber auch genau so," selbst wenn ich gewollt hätte, wäre ich gar nicht in der Lage gewesen, mit ihm zu schlafen. Nur zu deiner Information, Arschloch, war ich gestern betrunken als ich rüber bin. Chrissy hatte mir ja deutlich gemacht, dass er mich hasst. Ich wollte ihn einfach nur anschreien, ihn so verletzten, wie er mich verletzt hat. Doch Eddie war nicht da. Beim Warten bin ich eingeschlafen und dann warst du heute Morgen da ... Moment, warum warst du heute Morgen da?"
Der Blick aus Winas grünen Augen bohrte sich in die harten blauen von Billy. Stumm lieferten sich beide einen kleinen Anstarr Wettbewerb, bevor sich Billy neben ihr aufs Sofa fallen ließ.
"Irgendwann wird deine Neugierde dich umbringen, aber um genau zu sein, wollte ich dem Freak zeigen, dass niemand sich mit Billy Hargrove anlegt."
Bei dem Wort Freak zuckte Wina kaum merklich zusammen. Sie hasste es immer noch, wenn so jemand von Eddie sprach. Doch kurz darauf brach sie in lautes Lachen aus.
"Moment willst du mir sagen Eddie hat dich geschlagen?", durch das Lachen waren ihre Worte kaum zu verstehen und sehr abgehackt.
Billy funkelte sie wütend an, bevor sich auch auf seine Lippen ein kleines Lächeln stahl. Er konnte nicht anders, aber irgendwas an der Frau vor ihm machte ihn wahnsinnig. Seine Hände packten Grob Wina und zog sie auf seinen Schoß. Ihr Lachen erstarb fast Augenblick und zufrieden musterte er sie. Vom Lachen waren die Wangen von Wina gerötet und Billy schoss durch den Kopf, wie wunderschön sie doch war, obwohl sie ungeschminkt war und ihre Haare ein einziges Nest waren. Ihm war nicht klar, ob er für Wina so etwas wie Liebe empfand, doch er wusste, dass er sie nicht verlieren konnte, lieber würde er alle töten, die ihm diesem Juwel entreißen wollten.
Mit einem animalischen Knurren zog Billy Winas Gesicht zu sich runter und verband ihre Lippen in einen stürmischen Kuss.

𝕿𝖗𝖆𝖎𝖙𝖔𝖗 (𝕭𝖎𝖑𝖑𝖞 𝕳𝖆𝖗𝖌𝖗𝖔𝖛𝖊 / 𝕰𝖉𝖉𝖎𝖊 𝕸𝖚𝖓𝖘𝖔𝖓)Wo Geschichten leben. Entdecke jetzt