Obwohl Wina die ganze Nacht auf dem Sofa lag, um Eddie bloß nicht zu verpassen, wobei sie natürlich kein Auge zumachen konnte, war er am nächsten Tag nicht da.
Ihre große Schwester musste schon eine gute halbe Stunde vor ihr aufbrechen, wobei sie das Thema rote Augen möglichst ignorierten.
Durch die schlaflose Nacht war sie definitiv ausgelaugt, trotzdem stieg sie auf ihr altes klappriges Fahrrad.
Für ein paar Sekunden dachte sie sehnsüchtig an den Camaro von Billy, doch sollte Eddie auftauchen während sie in seinen Wagen sahs, würde das ganz nur noch schlimmer werden.
Während der Hälfte des Weges brach zu ihrem Bedauern noch ein Regenschauer von Himmel.
Völlig durchnässt tauchte Wina an der Schule auf, was sowohl Dustin als auch Gareth zum Lachen brachte, nachdem sie vor beiden stand.
Wütend strich sich Wina die nassen Strähnen aus dem Gesicht, während sie ihren Kopf etwas anhob und an ihnen vorbeimarschierte.
Das Basketballteam rief ihr irgendwelche Dinge hinterher, doch auch das ignorierte Wina gekonnt. Ihr war klar, dass ihr weißes Hellfire Shirt an ihrem Körper klebte und ihren hellen BH deutlich sichtbar der ganzen Schule zeigte.
Sie war dankbar ihn anzuhaben, mittlerweile verzichtete sie oft wie möglich auf das kneifende Ding.
Wina kochte noch immer vor Wut, als Eddie auch nicht beim Mittagessen war. Genervt ließ sie sich neben Gareth fallen, während sie in ihrem Essen herumstocherte.
Sie hatte wirklich keine Lust, mit jemanden zu sprechen, zumindest mit niemandem, der anwesend war.
Während sie weiter auf das komische Chili einstach, brannten ihr Tränen in den Augen.
Wina war sich nicht genau sicher, ob sie wütend oder enttäuscht war, immerhin war das ganze so typisch Eddie. Er ließ sie hängen und verschwand tagelang.
".. Bist du dabei?"
Gareth schüttelte Wina an den Schultern und ertappt, schreckte sie auf. Der gesamte Hellfire Club musterte sie und Wina zog überfordert ihre Augenbrauen zusammen.
"Wo soll ich dabei sein?"
Gareth zog seine Schultern hoch.
"Hat Eddie dich nicht angerufen wegen heute Abend?"
Wina schüttelte stumm den Kopf, während sie die Jungs um sich herum musterte.
Sie konnte deutlich in ihren Mienen lesen, dass Eddie sonst mit allen anderen am Tisch gesprochen hatte.
Ohne noch ein Wort zu sagen, sprang sie aus, schnappte sich in einer flüssigen Bewegung ihren Rucksack uns verließ, mit hängendem Kopf, die Cafeteria.
Dabei blieb ihr Tablett einsam auf dem Tisch stehen, wobei sie daran keinen Gedanken verschwendete.
Wina schaffte es wie durch ein Wunder, zu ihrem Fahrrad, was sie mit zitternden Händen aufschloss. Bisher waren eher vereinzelte Tränen geflossen, doch jetzt waren es kleine Sturzbäche.
Während sie radelte, als wäre der Teufel hinter ihr her, fragte sie sich immer wieder, wie sie nur so dumm sein konnte.
Als sie endlich an der Straße zum Trailerpark einbog, kam ihr der vertraute Van entgegen. Für eine Millisekunde hatten beide Blickkontakt, doch keiner von beiden hielt an.
Wina ließ vor dem Wohnwagen, achtlos das Fahrrad fallen. Dass ihre Schwester, mit ihrem Freund gerade am Mittagessen war, ignorierte sie gekonnt, während sie in ihr Zimmer stürmte.
Sie ließ sogar die Tür offen, als sie sich aufs Bett war und ihre Seele aus dem Leid weinte.
Eddie ging es richtig beschissen. Sie hatte über seine Idee gelacht, dabei wollte er doch einfach alles richtig machen und ein guter Freund sein.
Er gab sich wirklich Mühe dieses Mal etwas zu verändern und dann kam sowas.
Er hatte die halbe Nacht, so lange wie man ihn gelassen hatte, im Hideout an der Bar gesessen und mit seinen Freunden telefoniert.
Nachdem er betrunken aus der Bar, geschmissen worden ist, hat er einfach im Van geschlafen. Oder besser, er hatte es versucht.
Jedes Mal, wenn er seine Augen schloss, tauchte ein Bild von Wina vor seinem inneren Auge auf.
Er hatte zwar beschlossen, mit ihr zusammen wegzugehen, doch er hielt es keine Sekunde länger mehr in dieser Stadt aus.
Diese Stadt war verflucht und er, Eddie Munson, war der verfluchteste von allen.
Dabei wollte er einfach nur glücklich sein und anderen Menschen helfen.
Er traf Wina erst wieder, als er sich aus dem Staub machen wollte. Er hatte Wayne einen kleinen Abschiedsbrief verfasst, seine Gitarre und ein paar Kleidungsstücke dabei.
Das wenige Geld, was er angespart hatte, hatte er fair geteilt. Wayne brauchte das Geld genauso sehr wie er.
Er hielt nicht an, als Wina mit dem Fahrrad an ihm vorbeischoss. Eddie wusste ganz genau, wenn er jetzt anhalten würde, konnte er diesen Schritt nicht mehr tun.
Er hatte nur eine Chance, um von ihr loszukommen, aus dieser verflixten Stadt zu kommen und nie wieder zurückzublicken.
Master of Puppets dröhnte durch seine Anlage, als er die Stadtgrenze überquerte und alles zurückließ, was er jemals geliebt hatte.
DU LIEST GERADE
𝕿𝖗𝖆𝖎𝖙𝖔𝖗 (𝕭𝖎𝖑𝖑𝖞 𝕳𝖆𝖗𝖌𝖗𝖔𝖛𝖊 / 𝕰𝖉𝖉𝖎𝖊 𝕸𝖚𝖓𝖘𝖔𝖓)
FanfictionEs sollte das perfekte letzte Jahr für Eddie und Wina werden. Ein letztes Jahr zusammen mit ihren Freunde vom Hellfire Club. Ein Jahr voller Liebe, Freundschaft und für Eddie endlich gute Note. Umso mehr ist es ein Schock für alle, beide nach 5 Jahr...
