Unfähig zu schlafen lag Wina noch wach und lauschte sowohl den Regentropfen, die aufs Blechdach tropften, genauso wie dem Schnarchen von Billy.
Er hielt sie sich jetzt schlafend im Arm und seine Wärme tat ihr gut.
Trotzdem legte sie seinen Arm auf Seite, sodass sie aufstehen konnte.
Als ihre Füße den kalten Boden berührte, zog sie scharf die Luft ein.
"Alles gut Babe?"
Billy war leicht aufgeschreckt und als sie ihm versicherte, dass es ihr gut ging, schlief er direkt wieder ein.
Ein leichtes Grinsen huschte über ihr Gesicht. Billy war einer von den guten, auch wenn er es tief unter seinem Arschloch sein versteckte.
Nicht nur, dass er sich geweigert hatte zu gehen als Wina geweint hat, er hat auch mit Nat gesprochen und seine besten Manieren an den Tag gelegt.
Vorsichtig drückte Wina ihm einen Kuss auf die Stirn, bevor sie ins Bad tapte.
Müde richtet sie ihren Blick auf den Spiegel. Jetzt wo sie kein Make-up trug, waren die Augenringe deutlich zu erkennen.
Ergeben seufzt Wina. Sie hat sich mit Absicht die letzte Zeit zu den Hargrove geflüchtet. Dort gab es zumindest keine Erinnerungen, die sie an Eddie denken ließen, was fast ununterbrochen der Fall war.
Sie vermied alles so gut wie sie konnte. Das bedeutet auch, dass sie nicht mehr in Läden ging oder ins Kino. Jeder Ort war voller Eddie und wie die letzte Zeit, sehnte sich Wina danach, dass sie die Schule abschließen konnte.
Wenn sie einer eigenen Wagen gehabt hätte, wäre sie schon lange woanders angemeldet an der Schule, doch das konnte sie sich nicht leisten.
Leise fluchte Wina, heute Abend stand die Halloweenparty an, die sie normalerweise mit Eddie besuchte, um Drogen zu verkaufen. Und danach zogen sich die beiden zurück, um übereinander herzufühlen.
Billy war gut im Bett, er sorgte dafür, dass sie auf ihre Kosten kam, doch Eddie musste sich gar nicht bemühen. Es passierte einfach jedes Mal, als wäre es das selbstverständliche der Welt. Wie er sie jedes Mal nach dem Sex anblickte, als wäre sie das nächste Weltwunder. Wie er durch ihre Haare strich und ihr ins Ohr flüsterte, dass er sie liebt.
Das war auch eine der Gründe, warum sie jedes Mal zu ihm zurücklief, auch wenn sie sich schwor es nicht mehr zu tun.
Eddie sorgte immer dafür, dass sie mitbekam wie er was mit einer anderen hatte als wäre das ganze ein morbides Spiel.
Sie wusste ganz genau, dass es einige Cheerleader gab, die auch zu Eddie nicht nein gesagt hätte. Seine Bettqualitäten waren immer ein Gesprächsthema unter den Mädels gewesen. Darum war sie gar nicht verwundert, als sie den Van mit ihm und Chrissy fand. Es war nur eine Frage der Zeit, dass Eddie mit ihr schlief.
Wieder liefen Tränen über das Gesicht von Wina. Sie hasste beide aus tiefstem Herzen und doch gab es niemanden, den sie gerade mehr an ihrer Seite brauchte.
Billy steckte den Kopf ins Bad und brauchte nur einen Blick, um die Situation zu erfassen. Vorsichtig trat er ganz ein und schlang seine Arme um sie.
"Du bist bei mir sicher."
Dankbar sah sie Billy durch den Spiegel an. Für ihn war es schon eine große Benennung seiner Gefühle.
"Tut mir leid, dass ich dich geweckt habe."
Billy küsste sanft ihren Hals und Wina stöhnte leicht genießerisch auf. Billy wusste ganz genau, was er tat, doch sie schob ihn von sich.
"Wir sollten noch etwas schlafen. Wir haben Schule."
Billy lachte leicht und schob sie, noch immer schützend im Arm in ihr Zimmer zurück.
Lachend ließ sie sich mit ihm ins Bett fallen und drückte sich an Billy. Sie konnte sehen, wie seine Augen strahlten, was sie vor zwei Wochen noch nicht getan haben.
"Du bist verdammt kostbar. Ich habe keine Ahnung wie du es anstellst, aber an deiner Seite ist Leben einfacher. Max liebt dich und Susan würde wahrscheinlich ausrasten, wenn ich ihr erkläre, dass wir heiraten."
Leise kicherte Wina, sie hatte in der kurzen Zeit Max und Susan echt gern gewonnen.
"Und mein Dad mag dich. Keine Ahnung warum."
Sanft küsste sie seine Nasenspitze.
"Ganz einfach. Du hast dich verändert, Billy. Du bist besser in der Schule. Du vergisst nicht mehr Max und du hilfst von dir aus. Du wirst erwachsen, Billy."
Jetzt war e an ihm zu lachen.
"Nein, du willst ständig lernen und ich muss dich abfragen. Zudem willst du immer ganz genau wissen, wo Max ist, mit wem sie sich rumtreibt. Du kennst sogar einige von den kleinen Scheißern."
Wina lachte leise und wurde ganz rot. Sie kannte die Jungs schon seitdem sie hierhergezogen war und wusste, dass die Jungs absolut in Ordnung waren.
"Billy, verschwende nicht die Zeit, die du auf dieser Erde hast. Du bist wundervoll und nur weil dein Vater ein Arschloch ist, solltest du nicht hier feststecken müssen. Ich meine es ernst. Schule ist scheiße, ich weiß das. Aber wenn du das hier versaut, dann bleibt es so scheiße."
Sanft zog Billy ihr Gesicht zu sich rüber.
"So wie bei den Munson?"
Wina schüttelte den Kopf.
"Eddie ist ein Idiot. Er hatte nie die gleichen Chancen wie du. Du bist wunderschön. Leute sehen dich gern an und hören dir zu. Bei Eddie macht es niemand. Er glaubt einfach nur, dass er versagen muss."
Er ließ seinen Kopf zurück ins Kissen fallen, bevor er lang stöhnte.
"Du liebst ihn noch immer, selbst nach der ganzen Scheiße, die er mit dir abgezogen hat, bist du nett zu ihm."
Wina drehte den Kopf weg, damit er nicht sehen konnte, wie schon wieder Tränen in ihren Augen glitzerten.
"Er war gar nicht so scheiße. Eddie hat mehr gute Seiten als schlechte."
Als Billy ihren Kopf zu sich zurückdrehte, tat er es zwar sanft, doch er würde es auch nicht zulassen, dass sie wegblickte
"Verdammt Wina. Weißt du eigentlich, für wie verzweifelt dich die Leute halten? Alle wussten, dass er nicht gerade treu ist und trotzdem warst du immer wieder da."
Wütend zog sie seine Hand von ihrem Gesicht.
"Fick dich Billy. Du weißt gar nichts."
Wütend stand Wina auf, schnappte sich ein Bier aus dem Kühlschrank, bevor sie noch immer barfuß nach draußen trat.
"Du weißt, dass es zu früh für Alkohol ist." Eine vertraute Stimme ließ Wina herumfahren. Es dauerte, bis sie in der Dunkelheit erkennen konnte, wer das war.
"Wayne!" der Freudenschrei war für die Morgenstunde viel zu laut, doch hier scherte es niemanden. Es kam öfters vor, dass jemand mit einem Streit die morgendliche Stille zerriss.
Achtlos die Bierdose fallen lassend, stürmte Wina auf Wayne zu, der sie augenblicklich in seine Arme zog.
"Ich wollte schon länger vorbeischauen, doch du bist so gut wie nie da."
Leise lachte Wina, während sie sich noch näher an Wayne kuschelte.
"Ja, ich bin fast nur bei Billy. Das hier alles ist Eddie Gebiet und na ja."
"Du willst nicht an ihn erinnert werden, ich verstehe. Hauptsache, du bist glücklich."
Ein Knallen der Türe ließ beide zusammen fahren und erst jetzt trennten sie sich aus der Umarmung.
Billy trat auf beide zu und er sah überhaupt nicht verärgert aus.
"Geht es dir gut, Babe?"
Sanft zog er Wina in seine Arme und drückte ihr einen Kuss aufs Haar.
Wayne grinste als er es beobachtet. Klar er wusste, dass es Eddie das Herz brach, er war aber auch froh zu sehen, dass Wina nicht ganz alleine war.
"Du musst der neue sein. Schon viel von dir gehört."
Wayne streckte freundlich seine Hand aus und Billy zögerte einen Moment bevor er diese ergriff und schüttelte.
"Billy Hargrove .... Sir"
Das Sir kam zwar mit einer deutlichen Zeitverschiebung, doch Wina lachte leicht, als er es schließlich herauspresste.
"Freut mich. Ich bin Wayne, der Onkel von Eddie. Also man sieht sich Kinder."
Er nickte Billy und Wina zu, doch dann hielt er nochmal inne.
"Wina ist ein Goldstücke. Nur Idioten geben so etwas weg."
Billy lachte leise, doch er antworte, nachdem Wayne schon fast im Wohnwagen verschwunden war.
"Keine Sorge. Ich bin vielleicht nicht der klügste Mensch auf dieser Welt, doch nicht mal ich kann so dumm sein."
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𝕿𝖗𝖆𝖎𝖙𝖔𝖗 (𝕭𝖎𝖑𝖑𝖞 𝕳𝖆𝖗𝖌𝖗𝖔𝖛𝖊 / 𝕰𝖉𝖉𝖎𝖊 𝕸𝖚𝖓𝖘𝖔𝖓)
FanfictionEs sollte das perfekte letzte Jahr für Eddie und Wina werden. Ein letztes Jahr zusammen mit ihren Freunde vom Hellfire Club. Ein Jahr voller Liebe, Freundschaft und für Eddie endlich gute Note. Umso mehr ist es ein Schock für alle, beide nach 5 Jahr...
