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Sobald Wayne, Wina den Abschiedsbrief von Eddie überreichte, lag sie im Bett.

Stumm lauschte sie den Geräuschen der Nacht. Sie konnte noch immer nicht glauben, dass Eddie weg war.
Obwohl die Tage mittlerweile angenehm waren, fiel es nachts immer noch mal in den einstelligen Bereich der Temperatur, kalte Nacht zog durchs Fenster, während Wina fröstelnd im Bett lag.

Wina war so in ihren Gedanken versunken, dass sie gar nicht merkte, wie sich eine Person durch das offene Fenster zog.
Erst als sich jemand mit einem lauten Geräusch ankündigte, zuckte Wina zusammen.
Fast schon ängstlich, zog sie sich auf ihrem Bett zusammen und versuchte ihren Atem anzuhalten.
Hier in Trailerpark gab es zwar so gut wie nie einen Mord, aber Einbrüche fanden regelmäßig statt.
Das helle Licht, was kurz darauf durchs Zimmer zuckte, blendet sie und es dauerte, bis sie in das Gesicht von Gareth blickte.
"Du siehst scheiße aus."
Gareth ließ sich neben ihr aufs Bett fallen und grinste sie an.
Bitter lachend setzte sich Wina auf und zog schon fast verärgert die Augen zusammen.
"Wenn du jemals eine abbekommen solltest, können wir ja mal über dein gebrochenes Herz sprechen."
Das Grinsen von Gareth wurde etwas breiter, während er sie noch immer anblickte.
"Komm schon. Steh auf und mach dich fertig."
Genervt ließ sich Wina ins Kissen fallen.
"Ich bin krank. Am Montag bin ich bestimmt wieder in der Schule."

Zwei Stunden später stand Wina mit Gareth vor ihren Trailer. Der ganze Hellfire Club, natürlich bis auf Eddie, grinste ihr entgegen.
Genervt trat Wina gegen eine Bierdose, die wahrscheinlich Eddie da hat fallen lassen, durchs Gras. Sie wollte einfach nur zurück ins Bett.
Sie zog den Pullover, der viel zu sehr nach Eddie roch, wie fast jedes ihrer Kleidungsstücke näher an ihren Körper.
Dustin grinste sie an und für einen kurzen Moment, wurde der Blick von Wina weicher. Sie hatte Dustin vom ersten Moment in ihr Herz geschlossen und Eddie mehr als einmal den Arsch aufgerissen, so wie er mit dem Kleinen umging.
Sie wuschelte einmal durch seine Haare und grinste ihn an. Dustin zwinkerte ihr zu, bevor er auf sie zu ging und sie fest in seine Arme schloss.
Für ein paar Sekunden, drückte Wina den Jungen an sich.
Nachdem er langsam wieder Abstand genommen hatte, waren seine Wangen vor Verlegenheit ganz rot, trotzdem grinste er zufrieden.

Die nächste halbe Stunde verbrachte sie damit, hinter ihren Freunden durch den dunklen Wald zu hinken.
Ihre Augen brannten und sie wollte einfach nur ins Bett.
Doch als sie schließlich auf der kleinen Lichtung ankam, traten ihr Tränen in die Augen.
Es brannte ein kleines Lagerfeuer und Eddie grinste sie an.
Er hielt seine Gitarre in der Hand. Verwirrt blieb Wina stehen, während ein Mix der Gefühle durch ihre Adern brannte.
Obwohl sich erst Erleichterung durch ihre Adern floss, sah sie danach die Welt in einem Rot. Wie konnte er es wagen hier zu sitzen und sie anzugrinsen, während sie zu Hause in ihrem Bett lag und vor Schmerz fast verging.
Wütend stürmte sie an ihren Freundeskreis vorbei, wobei sie Gareth schon fast aus dem Weg schubsen musste. Eddie stellte seine Gitarre zur Seite und breitet fröhlich die Arme aus, während er sein versöhnlicher Blick aufsetze.

Voller Wut ballte Wina ihre Fäuste zusammen und trommelt wütend auf seiner Brust herum, während ihr die Tränen übers Gesicht liefen.
"Du bist das größte Arschloch aller Zeiten, Edward Munson. Ich hasse dich"
Eddie ließ ihre Schläge zu und schlang seine Arme um sie, nachdem sie erschöpft gegen ihn gesunken war.
Er warf einen strengen Blick, zu ihrem Freundeskreis, der sich erst dann peinlich berührt wegdrehte.

Eddie hielt Wina fest in seinen Armen, während sie schluchzte und gegen seine Brust schlug. Die Wut und der Schmerz in ihr loderten immer noch, aber in diesem Moment überwog die Erleichterung, Eddie wiederzusehen.
"Ich weiß, ich bin ein Idiot", flüsterte Eddie leise, während er ihren Kopf auf seine Schulter legte. "Es tut mir so leid, Wina. Ich konnte einfach nicht anders."
Wina schniefte und hob ihren Kopf, um in seine Augen zu blicken. Sie konnte die Ehrlichkeit in seinem Blick sehen, aber das bedeutete nicht, dass sie nicht noch viele Fragen hatte.
"Was ist passiert, Eddie? Warum bist du einfach verschwunden? Und warum zum Teufel hast du Wayne einen Abschiedsbrief geschrieben?", fragte sie mit gebrochener Stimme.
Eddie seufzte und strich sich eine Strähne seines dunklen Haares aus dem Gesicht. "Es war alles zu viel, Wina. Der Druck von zu Hause, die Schule, die Erwartungen, deine Absage zum Abschlussball... Ich konnte es einfach nicht mehr ertragen. Ich musste raus, um klarzukommen."
Wina fühlte, wie sich ihre Wut langsam in Verständnis verwandelte. Sie wusste, dass Eddie mit einigen Problemen zu kämpfen hatte, aber sie hatte nicht erwartet, dass er so drastische Maßnahmen ergreifen würde.
"Das heißt immer noch nicht, dass du Wayne einen Abschiedsbrief hinterlassen musstest", sagte sie leise, Tränen immer noch in ihren Augen.
Eddie senkte den Blick und seufzte erneut. "Ich weiß, das war dumm. Ich wollte nicht, dass ihr euch Sorgen macht. Ich dachte, es wäre einfacher für dich, wenn du den Brief erst liest, nachdem ich weg bin."
Wina seufzte und legte ihren Kopf wieder auf seine Schulter. "Du hättest mit mir reden können, Eddie. Wir hätten zusammen eine Lösung gefunden. Du bist nicht alleine in diesem verdammten Trailerpark."
Eddie nickte und drückte sie fester an sich. "Ich habe einen Fehler gemacht, das weiß ich. Aber ich liebe dich, Wina. Und ich habe dich schrecklich vermisst."

Wina spürte, wie sich ihre Wut und ihre Traurigkeit langsam auflösten. Sie wusste, dass sie Eddie verzeihen würde, aber es würde Zeit brauchen, bis sie wieder vollständig heilen konnte.
Die anderen Mitglieder des Hellfire Clubs hatten sich inzwischen in einer respektvollen Entfernung versammelt, und Gareth hatte einem leichten Grinsen auf den Lippen. Wina löste sich vorsichtig aus Eddies Umarmung und sah zu ihren Freunden, bevor sich alle wieder zusammen am Lagerfeuer versammelte.

Als sich die Gruppe wieder um das Lagerfeuer versammelte, spürte Wina, wie sich die Spannung langsam auflöste. Eddie hatte seine Gitarre beiseitegelegt und setzte sich neben sie, immer noch mit einem verzeihenden Lächeln auf den Lippen. Die anderen Mitglieder des Hellfire Clubs tauschten Blicke aus, aber niemand sagte ein Wort.
Schließlich brach Gareth das Schweigen. "Nun, das ist vielleicht nicht die beste Art, wieder zusammenzukommen, aber es scheint, als wären wir wieder eine Familie."
Die Worte von Gareth lösten ein Lächeln auf den Gesichtern der Anwesenden aus, und Wina konnte spüren, wie sich die verbleibende Wut und der Schmerz langsam verflüchtigten. Es war, als ob ein schwerer Knoten in ihrem Inneren gelöst wurde.
Dustin, der neben Wina saß, legte einen Arm um ihre Schulter und flüsterte ihr ins Ohr: "Es ist okay, Wina. Eddie ist zurück, und das ist alles, was zählt."










Sorry, habe gerade erst gesehen, dass das Automatische Hochladen nicht funktioniert hat.

𝕿𝖗𝖆𝖎𝖙𝖔𝖗 (𝕭𝖎𝖑𝖑𝖞 𝕳𝖆𝖗𝖌𝖗𝖔𝖛𝖊 / 𝕰𝖉𝖉𝖎𝖊 𝕸𝖚𝖓𝖘𝖔𝖓)Wo Geschichten leben. Entdecke jetzt