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Die erste Zeit, nachdem Eddie aus dem Krankenhaus entlassen worden ist, waren absolut ruhig. Billy ging den beiden in der Schule aus dem Weg. Wina und Eddie lernten zusammen für die Abschlussprüfung, die langsam immer näher rückten. Es war fast so, als wäre das bisherige Schuljahr nicht passiert.

Also lagen beide auf dem Bett von Eddie. Wina hatte ihre Nase noch in ihrem Englisch Buch vergraben, während Eddie leise auf der Gitarre klimperte. Er versucht schon länger Master of the Puppets von Metallica zu lernen, doch bisher sah es nicht besonders gut für ihn aus. Geduldig zupfte Eddie an den Seiten, wobei er darauf bedacht war, Wina nicht zu stören. Er wollte nicht, dass sie zu sich rübergeht, um zu lernen. Klar ihm war auch wichtig, dass er endlichen seinen Abschluss schaffte, doch er war heute schon in der Schule gewesen. Zudem machte er wirklich im Unterricht mit, was viele seiner Lehrer noch immer für einen Streich von ihm hielten, und er hat sogar seine Hausaufgaben gemacht. Zusätzlich noch lernen, erschien ihm einfach unnötig.

Mit einem genervten Aufstöhnen, schlug Wina das Buch zu. Sie konnte es kaum erwarten, die Prüfungen endlich hinter sich zu bringen und an die Uni zu gehen. Immerhin hatte sie einen Platz an ihrer Traum-Uni und tatsächlich einen Platz im Studentenwohnheim sicher. Das bedeutet zwar, Eddie würde erstmal woanders unterkommen müssen, wenn er überhaupt noch mitwollte. Aus den Augenwinkeln beobachte sie, wie er mit purer Verzweiflung auf seiner Gitarre spielte. Seitdem er wieder bei seinem Onkel war, habe sie zwar jede Sekunde miteinander verbracht, doch Eddie hatte nicht mal angedeutet, dass er wieder mit ihr zusammen sein wollte.
Ihr Blick noch immer auf Eddie geheftet, brachte sich Wina langsam wieder in eine sitzende Position zurück.
Eddie war so in sein Spiel vertieft, dass er es gar nicht mitbekam. Ihm beschäftigte es viel zu sehr, endlich die Akkorde zu spielen. Er wollte es unbedingt im Hide Out mit seinen Freunden spielen und alle anderen hatten ihren Teil schon drauf. Eddie wusste, er hatte den schwersten Teil, trotzdem nagte es ihm an ihm. Normalerweise konnte er nach kurzen Üben schon die Stücke spielen.
Aber vielleicht lag es auch daran, dass er nach der Trennung zu Wina eher kitschige Herzschmerz Lieder geschrieben hatte. Irgendwann wird es sie auf seine Alben packen, Eddie war sich hundert Prozent sicher, dass er irgendwann Rockstar werden würde. Doch bisher hatte er sie nicht mal seinen Freunden gezeigt. Sie waren ohnehin schon genervt, wenn Eddie sich verspielte oder keine Lust auf ihre Auftritte hatte, was sonst nie vorkam. Doch jedes Mal, wenn er im Hide Out auf der Bühne stand und er nicht Wina in der Bar sah, hatte er sofort keine Lust mehr zu spielen.
"Kommst du morgen wieder mit, wenn wir spielen?"
Verwundert blickte Wina zu ihm hoch. Sie hatte nicht erwartet, dass er sie dabei haben wollte. Immerhin hatte er sie die letzten beiden Male auch nicht gefragt.
"Ähm klar. Gerne."
Ein Strahlen legte sich auf ihr Gesicht, was Eddie aber nicht sehen konnte. Er grinste mindestens genauso breit, während er auf die Gitarre blickte.

Erst als Eddie seine Gitarre zur Seite legte, erlaubte sich Wina wieder zu ihm zu blicken. Sie hatte mit geschlossenen Augen der Musik gelauscht. Auf seinem Gesicht lag noch immer ein leichtes Grinsen und seine Augen glitzerten, obwohl er den Song noch immer nicht spielen konnte.
"Es wird schön sein, wenn du wieder dabei bist."
Überrascht zog Wina die Augen zusammen, bisher hatte er, außer die Momente vor seiner Entlastung aus dem Krankenhaus, keine Aussagen mehr in die Richtung gemacht. Er hatte sie auch nicht mehr geküsst, höchstens Abends, wenn sie vom Lernen in seinem Bett eingeschlafen war, sie in seine Arme gezogen.
Keiner von beiden, wusste genau, was das hier zwischen ihnen war, doch keiner von beiden wollte diese schönen Momente zerstören.
Wina war sich unsicher, ob Eddie sie nach dem ganzen Stress nicht mehr wollte, immerhin geisterten ihr noch immer die Worte von Billy durch den Kopf.
Eddie traute sich nicht sie zu fragen, weil er Angst hatte, dass sich ihre Meinung geändert haben könnte. Immerhin war er jetzt nicht mehr im Krankenhaus und alles heilte bei ihm vorbildlich, Wina hatte keinen Grund Mitleid mit ihm zu haben und deswegen bei ihm zu bleiben.

 Immerhin war er jetzt nicht mehr im Krankenhaus und alles heilte bei ihm vorbildlich, Wina hatte keinen Grund Mitleid mit ihm zu haben und deswegen bei ihm zu bleiben

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𝕿𝖗𝖆𝖎𝖙𝖔𝖗 (𝕭𝖎𝖑𝖑𝖞 𝕳𝖆𝖗𝖌𝖗𝖔𝖛𝖊 / 𝕰𝖉𝖉𝖎𝖊 𝕸𝖚𝖓𝖘𝖔𝖓)Wo Geschichten leben. Entdecke jetzt