Wie versteinert blieb Eddie im Van sitzen. Sein Herz raste in seiner Brust und Tränen brannten in seinen Augen. Er hatte sich zwar den Plan von Gareth angehört, empfand ihn aber für Schwachsinn. Eddie war fest davon überzeugt, dass alles gut wurde, wenn er sich nur entschuldigte.
Verunsichert blickte er Wina nach. Während der Fahrt hatte er das Gefühl, dass alles wieder normal wegen könnte, aber jetzt wo sie kommentarlos abgerauscht war, zweifelte er noch mehr als davor.
Kraftlos ließ er den Kopf auf das Lenkrad sinken. Er hatte schon oft daran gedacht, zu verraten wo er mit Chrissy war, doch es war nicht sein Geheimnis. Es stand ihm nicht zu etwas zu sagen, selbst wenn die beiden keine Freundinnen mehr waren. Eddie hatte ihr geschworen nichts zu sagen und das würde so bleiben.
Ihm blieb eigentlich nur noch Gareth als letzte Rettung, doch ihn konnte Eddie gerade nicht ertragen. Ihm war klar, dass sein bester Freund ihm nur helfen wollte, aber eine Beziehung sabotieren wollte Eddie nicht. Gerade nicht die von Wina, wenn er doch versuchte ihre Vergebung zu bekommen.
"Ach scheiß darauf."
Mit einem letzten Blick auf den Wohnwagen von seinem Onkel und ihm fuhr er los. Gerade hatte er das Gefühl, in dieser Stadt zu ersticken.
Eigentlich hatte er das Gefühl schon immer, aber jetzt war er zudem noch alleine.
Wütend drückte Eddie aufs Gas und raste viel zu schnell durch die Straßen von Hawkins.
An der Mall hielt Eddie an. Er musste zumindest seinen Onkel anrufen, damit dieser sich keine Sorgen machten.
Eddie wusste, dass er ein scheiß Neffe sein konnte, doch Wayne liebte er aus tiefstem Herzen.
Beim Einbiegen des Parkplatzes fiel ihm direkt der blaue Camaro auf.
Ein genervtes Stöhnen kam über seine Lippen. Er konnte Hargrove nicht auch noch ertragen. Sein Tag war schon abgefahren genug.
Wütend fluchte Eddie, trotzdem parkte er in der Nähe des verhassten Autos. Vielleicht konnte er, bevor er endgültig abhaut, noch eine auf die Nase geben und ihm Prügel androhen, wenn er Wina je verletzten sollte.
Eddie hatte sie schon genug verletzt und es von ihr so deutlich vorgehalten zu bekommen, brach ihm das Herz.
Er wusste schon immer, dass sie viel zu gut war für ihn. Niemand, der sie je lieben würde, konnte ihr das Wasser reichen.
Eddie schlug die Tür seines Vans hinter sich zu und lief ganz beiläufig zum blauen Camaro. Er ließ seinen Blick über die Windschutzscheibe gleiten und erstarrte.
Das Herz in seiner Brust zog sich zusammen. Dort drinnen saß Billy und küsste eine Blondine, die ganz offensichtlich nicht Wina sein konnte. Außer sie hatte in der Viertelstunde, die er sie nicht gesehen hatte, die Haare blondiert und dafür gesorgt, dass sie locker 20 cm gewachsen sind.
Wie im Schock taumelte Eddie zurück zu seinem Van. Eigentlich hätte er sich darüber freuen müssen, da sie jetzt Hargrove in den Wind schoss, doch er füllte nur Kummer.
In den letzten Wochen hatte Eddie Wina genausten beobachtet, wenn sie in seiner Nähe war.
Sie wirkte, wenn sie unter Beobachtung stand, wie immer, doch wenn niemand hinblickt, hatte er Angst sie könnte durch den Kummer, der sich auf ihr Gesicht abzeichnete, einfach zerfallen.
Jedes Mal, wenn er Anstalten machte auf sie zuzugehen, verschwand sie mit irgendeiner Ausrede oder Hargrove zog sie weg.
Er hatte immer ein Auge auf Eddie.
Als er endlich saß, dauerte es, bis er endlich fahren konnte. Seine Hände zitterten, aus Angst, was diese Erkenntnis für Wina bedeuten sollte, doch er musste es ihr sagen.
Auch wenn es niemanden anderen aufgefallen war, trug sie nur noch Oberteile, die auch die Arme bedeckten. Selbst in Sport und dabei war ihr schon ein Top zu viel. Er wusste, wie gerne sie ihren Bauch freiließ, weil sie stolz darauf war, wie flach und durchtrainiert er ist.
Im Gegensatz zu ihr hatte sie durchhalte Vermögen und stopfte nicht nur scheiße in sich rein.
Eddie dachte an die Schnittverletzung im Arm von Wina. Wie viel Angst er davor hatte, dass sie sich umbringen könnte. Selbst, wenn es nur ein Versehen ist.
Sie waren so lange zusammen und er hatte nie mitbekommen, dass sie sich selber verletzte. Die meisten blauen Flecke, die sie in der Zeit hatten, waren davon, das Eddie nicht so sanft zu ihr war, wie sie es eigentlich verdient hätte.
Sollte sie sich wirklich Umbringen, würde er ihr folgen. Er könnte nie in dem Wissen lieben, sie getötet zu haben.
Deswegen gab er Wina nicht mal Gras oder Alkohol.
Er wusste, dass sie rauchte und trag. Ihm paste das ganze nicht, doch er hätte es Wina auch nicht verbieten können. Trotzdem hatte er immer ein wachsames Auge auf sie.
Wie sich betrunken an seinen Hals hing, kicherte und ihn versuchte zu verführen, egal, wer sie gerade sehen konnte.
Oder wie sie stoned darüber sprach, wie sie die Welt verändern wollte. Wie sie in die Zukunft reisen würde, genauso wie in ihren Lieblingsfilm Back to the Future.
Wie sie sich ihre Zukunft ansehen würde, wie viele Kinder beide haben und wie glücklich sie noch immer nach der Zeit zusammen sind.
Eddie dachte daran, was er alles verloren hatte. Doch vielleicht war das ganze mit Billy jetzt die Chance es wieder geradezubiegen.
Vorsichtig fuhr er los. Er wusste zwar nicht genau, wie er es Wina erklären sollte, doch er würde für sie da sein. Bis zum Rest seines Lebens.
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𝕿𝖗𝖆𝖎𝖙𝖔𝖗 (𝕭𝖎𝖑𝖑𝖞 𝕳𝖆𝖗𝖌𝖗𝖔𝖛𝖊 / 𝕰𝖉𝖉𝖎𝖊 𝕸𝖚𝖓𝖘𝖔𝖓)
FanficEs sollte das perfekte letzte Jahr für Eddie und Wina werden. Ein letztes Jahr zusammen mit ihren Freunde vom Hellfire Club. Ein Jahr voller Liebe, Freundschaft und für Eddie endlich gute Note. Umso mehr ist es ein Schock für alle, beide nach 5 Jahr...
