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Eddie fuhr mit einem Ruck hoch, ohne dabei genau zu wissen, wo er überhaupt war. Seine Haut war vom Schweiß überzogen.
Die Musik, die von unten nach oben hoch wummerte, sorgte noch mehr dafür, dass er sich orientierungslos fühlte.
Ruckartig fuhr er hoch, wobei etwas von seiner Brust rutschte und leise wimmerte. Sein Blut gefror in seinen Adern. Er konnte sich fast nicht dazu durchringen, um die Person neben sich anzublicken, doch schließlich tat er es doch. Zu seiner Erleichterung lag Wina neben ihn und dann fiel ihm auch endlich wieder ein wo er war und wie er hier hingekommen ist.
"Eddie?"
Die Stimme von Wina, gebrochen und so voller Schmerz, dass er ihn förmlich spüren konnte, ließ ihn schon wieder zusammen fahren. Als würde sie ihn magisch anziehen, glitt sein Blick zu Wina herüber. Entspannt lächelte er sie an, bevor er beruhigend durch ihre Haare mit seiner linken Hand fuhr.
"Schlaf noch etwas", Eddie schaffte es tatsächlich seine Stimme sanft klingen zu lassen, wobei er sie liebevoll betrachtet.
"Aber mir ist so schlecht und mir tut alles weh. Zudem weiß ich nicht mal, wo genau wir hier sind."
Eddie grinste bei ihren vielen Aussagen auf einmal.
"Du hattest zu viel Alkohol und wir sind noch auf dieser Party. Schlaf noch etwas und morgen geht es dir besser."
Fast kaum bemerkbar nickte Wina bevor sie sich nochmal zu Eddie umwand.
"Bleibst du hier und passt auf mich auf?"
Leise musste Eddie lachen. Wenn es nach ihm ginge, würde er hier mit ihr den Rest seines Lebens verbringen.
"Aber immer und morgen früh, bringe ich dich nach Hause."
Leicht stöhnend wand sich Wina leicht und drehte sich auf ihre rechte Seite, womit sie Eddie schließlich ihren Rücken zudrehte.
"Ich bin doch schon bei dir zu Hause."
Keine zwei Sekunden schlief sie wieder fest und Eddie spürte wie sein Herz in der Brust raste. Bei den Worten von Wina, wirkte der Traum gar nicht so bedrohlich. Immerhin lag sie hier neben ihn und nicht neben Billy. Da die Nacht noch viel zu lange dauern sollte, stellte Eddie sich auf gähnende Langeweile ein, eventuell könnte er noch ein bisschen an der nächsten Kampagne schreiben, doch ein paar Sekunden später war er eingeschlafen.

Eddie wurde von dem Geruch frisch gemachten Kaffee geweckt. Morgens sein absoluter Lieblingsduft nach dem Geruch von Wina natürlich.
Zögerlich setzte er sich auf und nahm die Tasse dankend von Wina entgegen. Er trank einen Schluck und musste leicht grinsen. Sie wusste noch immer ganz genau, wie er seinen Kaffee mochte. Keine Milch, aber viel Zucker.
Stumm setzte sich Wina auf den Bettrand und nippte an ihren Kaffee.
"Danke, dass du da geblieben bist."
Eddie sah verwundert zu ihr. Er hatte damit gerechnet angeschrien zu werden, doch, nicht dass sie ihm dankte.
"Gern gesehen. Ich habe Billy immerhin vertrieben."
Stumm schüttelte Wina den Kopf und versuchte die Tränen zu Unterdrucken.
"Nein, hast du nicht. Billy ist schon immer gekommen und gegangen, wie er wollte."
Verlegen biss sie sich auf der Unterlippe herum und wagte es kaum zu ihm zu sehen. Wina schämte sich für alles, was sie gestern getan haben könnte, immerhin erinnerte sie sich kaum daran. Sie war sich nur sicher, dass sie nicht mit Eddie geschlafen hatte, immerhin hätte er sie nie ausgenutzt. Zudem war sie nicht nackt. Eddie hätte sich nie die Mühe gemacht und sie danach wieder angezogen, dafür war er einfach zu bequem.
"Hör zu Wina. Ich liebe dich, egal was genau da passiert. Also zwischen dir und Billy. Ich möchte mich für alles entschuldigen. Du fehlst mir. Nicht nur als feste Freundin, besonders als beste Freundin und Hellfire Club Mitglied."
Leicht musste Wina grinsen, sie wusste, um was er sie bitten wollte.
"Bitte mach bei der Kampagne mit. Die Jungs brauchen die Elbenbarbarin wieder."
Wütend schnaubte Wina aus und blickte strafend zu Eddie herüber.
"Knive ist zwar eine Elbin, aber keine Barbarin. Du solltest das wissen."
Tadelnd hebt sie ihren Finger und deutete auf Eddie. Er musste lachten und stellte erstaunt fest, dass sie weitersprach.
"Ich gebe es zu, sie ist etwas kreativ was das Töten anbelangt, aber trotzdem bleibt sie eine Elbin."
Jetzt lachen beide und blicken sich kurz in die Augen. Dieser Augenblick reichte aus, dass beide für einen kurzen Moment an die Zeit dachte, wo ihre Beziehung noch einfach war.
Wo sie noch frisch verliebt waren und kaum eine Sekunde von den anderen getrennt ausgehalten haben. Sehnsüchtig verloren sich beide im Augenblick, bevor Eddie sich leise räusperte.
"Also was sagt Elbin Knive, schönste in ganz Dragonlance. Wirst du dich der verlorenen Gruppe anschließen, um den Mind Flayer auszuschalten?"
Wina legte den Kopf leicht schief und zog die Augenbrauen zu sammeln, so als würde sie nachdenken.
"Nun denn edler Planschmieder. Durchaus gelüstet es Knive danach, wieder ein paar Drachen abzuschlachten, genauso wie sie darauf brennt den gefürchteten Mind Flayer endlich persönlich zu treffen. Sie hat bisher nur die grausamen Legenden gehört, die sich zu ihm ranken. Sollte Knive die Zeit dazu finden, zwischen ihren anderen Heldentaten, könnte sie es sich vorstellen, der verloren Gruppe nochmal zu helfen."
Beide grinsten sich kurz an, bevor sich jeder wieder seinen Kaffee zuwandte.

Erst als Wina und Eddie wieder in Van saßen, sprachen sie beide miteinander.
"Metallica?"
Eddie grinste ihn an, doch Wina hielt sich leicht stöhnend den Kopf.
"Oh nein. Das ertrage ich nicht, bei den Kopfschmerzen."
Sie zog das Handschuhfach von Eddie auf und zog zielsicher eine Kassette heraus und steckte sie in das dafür vorgesehene Laufwerk.
Sogleich erklang die erste Gitarrennote "Dirty Deeds Done Dirt Cheap".
Auch wenn das Album von AC/DC schon 76 veröffentlicht wurde, liebte es Wina. Genauso wie die Band generell.
Manchmal stritten sich sogar beide darüber, wer die besseren Gitarren Solos hatten. Entweder Metallica oder AC/DC.
Eddie ließ sie einfach machen, anstatt wie üblich zu protestieren. Dafür war die Situation noch zu kostbar.
Beim Refrain setzten beide gleichzeitig mit ein.
Auch beim nächsten Lied sangen beide mit, worauf sie sich immer wieder anblickten und sich leicht anstrahlend.
Erst als sie beim Trailerpark ankamen, hörten beide auf zu strahlen. Sie wurden von Nat und Wayne erwartet und beide blickten sie ernst an.
Man musste kein Hellseher sein, um zu wissen, dass es hier nach Ärger roch.

Hier ist das letzte Kapitel der Lesenacht. Ich hoffe, sie hat euch genauso gefallen wie mir.
Eine Frage, wie gut kennt ihr euch mit DnD aus? Mein Dungeon Master hat mir tatsächlich angeboten, bei ein oder ein paar DnD Kapitel darüber zu lesen. Also wenn ihr Lust habt, führe ich euch gern ein. (Ja, ich bin ein Geek ^^)

P.S. Hört euch das AC/DC an. Absolutes Meisterwerk und unterschätzt. 

 

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𝕿𝖗𝖆𝖎𝖙𝖔𝖗 (𝕭𝖎𝖑𝖑𝖞 𝕳𝖆𝖗𝖌𝖗𝖔𝖛𝖊 / 𝕰𝖉𝖉𝖎𝖊 𝕸𝖚𝖓𝖘𝖔𝖓)Wo Geschichten leben. Entdecke jetzt