-Kapitel 22-

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-Katsuki-

Es war 13 Uhr 37, und ich war immer noch nicht aus dem Haus gekommen. Ich hatte kaum geschlafen, war bei Weitem noch nicht fertig angezogen und musste in spätestens 5 Minuten los, um rechtzeitig im Café anzukommen. 

Ich hatte kaum geschlafen, weil ich erstens zu aufgeregt war und zweitens immer noch leicht verwundert darüber war, dass April meine Date-Anfrage tatsächlich akzeptiert hatte. Ich musste auch zugeben, dass sie mich veränderte. Vorher war ich ein herumbrüllendes und regelrechtes Arschloch gewesen. Jetzt, immer wenn ich in ihrer Nähe war, war ich ruhiger, vor allem, nachdem das mit der Schurkenliga passiert war. Ich stellte mir ständig die Frage, was sie nur mit mir machte. Wie schaffte sie es, mich so sehr und vor allem so schnell zu verändern? Wir kannten uns doch erst seit einer nicht allzu langen Zeit. 

Nach etwas mehr als einer Minute schaffte ich es, aus meinen Gedanken aufzutauchen und mich fertig zu machen. Ich zog schnell ein schlichtes schwarzes T-Shirt, eine dunkelblaue Jeans und schwarz-rote Sneaker an und stürmte förmlich aus dem Haus, um noch rechtzeitig anzukommen. 

Ich hatte dieses Café ausgewählt, weil es etwas unbekannter und vor allem ruhiger war. Ich wollte nicht, dass überall um uns herum Menschen waren, damit wir uns in Ruhe besser kennenlernen konnten. Ich wusste auch, dass April manchmal Schwierigkeiten mit großen Menschenmengen hatte, also war das auch ein Punkt, den ich beachten und berücksichtigen wollte. 

Es war 13 Uhr 58, und ich war fast am Café, wo ich schon April am Eingang warten sehen konnte. Ich blieb kurz etwas weiter weg stehen, um sie betrachten zu können. Sie trug ein dunkelrotes Shirt mit halblangen Ärmeln, eine schwarze Jeans und weiße Schuhe. Ich fand, dass sie unglaublich aussah, kam aber wieder aus meiner Starre heraus und ging auf sie zu, um sie zu begrüßen. "Hey, sorry, dass du warten musstest." "Hi. Nein, schon gut, ich bin erst vor einer Minute angekommen", begrüßte sie mich zurück. Ich lächelte kaum merklich und sagte "Gut, eh.... sollen wir reingehen?" Sie nickte nur, und wir gingen hinein. 

Im Café war es so, wie erwartet. Klein, aber gemütlich eingerichtet und nicht viele Leute. Wir setzten uns in eine Ecke, wo dann auch schon eine Kellnerin auf uns zukam und uns begrüßte. "Guten Tag, kann ich Ihnen beiden schon etwas bringen, oder wollen Sie noch überlegen?" "Ich hätte gerne eine heiße Schokolade, danke", kam es freundlich von April. Ich sah zur Kellnerin und gab ebenfalls meine Bestellung auf "Für mich einen normalen Kaffee, bitte." Die Kellnerin notierte das in ihrem kleinen Notizbuch und ging wieder. 

 Ich war wirklich froh, dass April und ich nicht in peinlichen Smalltalk verfielen, sondern sofort in ein richtiges Gespräch kamen. Unsere Getränke kamen, und wir redeten über Gott und die Welt. Mal hatten wir das Thema Schule, mal Hobbys, wo ich herausfand, dass April neben ihrer Arbeit an den Supporten auch gerne las oder zeichnete.

Nach gut anderthalb bis zwei Stunden baten wir um die Rechnung, was in einer kleinen Diskussion ausartete, wer bezahlen sollte. "Hey, sieh mal. Sind das nicht Denki und Eijiro?" kam es plötzlich von April. Ich drehte mich verwirrt um, sah aber niemanden. Als ich mich wieder umdrehte, sah ich, wie April leicht provokant grinsend bezahlte. "Also, dass du auf einen so alten Trick reinfällst, hätte ich nicht erwartet", lachte sie dann. Ich schnaubte kurz beleidigt, musste aber kurz darauf auch lachen. 

Danach spazierten wir eine Weile, bis wir in einem Park ankamen. Unser Gespräch lenkte sich irgendwie langsam zum Thema Eltern. Ich erzählte ihr von meinen Eltern, was sie so arbeiteten und so, bis ich sie dann fragte "Ich habe gehört, du und Kiyoshi seid in einem Waisenhaus. Darf ich fragen, was passiert ist? Du musst auch nicht antworten." Ich sah zögernd in ihre Richtung. Sie schaute auf den Boden und seufzte etwas niedergeschlagen. "Das ist eine lange Geschichte." Sie machte eine kurze Pause, bis sie fortfuhr "Du weißt ja, dass Normalos wie ich nicht immer besonders gut angesehen werden." "Ja, ich war leider auch mal einer der Normalos herabwertend behandelt hat", gab ich zögerlich zu. "Aber jetzt nicht mehr, nur damit du das weißt", fügte ich schnell hinzu, aus Angst, sie könnte denken, dass ich Normalos immer noch so sehe. Sie ließ ein kleines Lachen raus und fing wieder an zu reden. "Ja, ich weiß. Die Sache ist nur, dass meine Eltern auch zu denen gehörten, die keine besonders guten Freunde von Normalos waren." "Also haben sie dich zur Adoption freigegeben?" fragte ich leicht neugierig und verfluchte mich selbst dafür, so rücksichtslos zu sein, aber meine Neugierde war stärker in dem Moment. "Nicht ganz", erwiderte sie. "Ich glaube, an meinem Namen ist zu erkennen, dass ich ursprünglich aus Amerika komme. Als meine Eltern herausfanden, dass ich ein Normalo bin, haben sie mich hierher nach Japan gebracht und haben mich dann später hier zurückgelassen", erzählte sie etwas niedergeschlagen.

Ich weiß nicht, was mir in diesem Moment durch den Kopf ging, aber ich hatte einfach nur das Bedürfnis, sie zu umarmen, was ich im Endeffekt auch tat. Ich blieb mitten im Weg stehen, zog sie in meine Arme und flüsterte "Das tut mir leid." Ich spürte, wie sich ihr Körper kurz anspannte, meine Umarmung dann aber erwiderte, und ein leises "Danke" nuschelte und leicht anfing zu lächeln. 

Wir blieben noch eine Weile in dieser Position, bis wir uns langsam wieder voneinander lösten. Wir spazierten noch eine Weile weiter, bis wir uns abends wieder voneinander verabschiedeten. 

Auf meinem Weg nach Hause war ich vollkommen in Gedanken versunken. Ich dachte über Aprils Eltern nach, über sie und mich und wie sehr sie mich auch verändert hatte. In einem guten Sinn verändert, ja, aber dennoch ging mir diese eine Frage nicht aus dem Kopf. 

"Was machst du mit mir?" 

Was machst du mit mir ! (Bakugou x OC)Geschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt