(Tw: erwähnte Folter und Blut)
-Katsuki-
Ich hatte mittlerweile jegliches Zeitgefühl verloren, aber ich schätze, dass bereits zwei Tage vergangen waren. Die Liga wurde aufgrund meiner ständigen Ablehnung ungeduldig und prügelte gelegentlich auf mich ein. Doch das war bei Weitem nicht so schlimm wie das ständige Hören von Aprils Schmerzensschreien. Ich hoffte inständig, dass die Helden bald eintreffen würden, um uns zu befreien. Doch langsam begann ich daran zu zweifeln. Ich wusste nicht, wie viel länger ich es ertragen könnte, Aprils Schreie zu hören. Die einzige Möglichkeit, dies zu beenden, war, mich ihnen anzuschließen.
Gerade hörte ich, wie die Tür zur Bar erneut geöffnet wurde, und Shigaraki betrat den Raum. Mit einem selbstgefälligen Lächeln wandte er sich mir zu. "Und? Hast du deine Meinung geändert?" "Fahr zur Hölle", zischte ich wütend zurück. Meine Stimme war kaum lauter, da mein Hals trocken war, ich hatte schon lange nicht mehr getrunken, und mein Magen manchmal vor Hunger knurrte. Ich will nicht wissen was April gerade durch macht und wie es ihr geht. Shigaraki grinste unverändert selbstzufrieden, und dann durchzog erneut einer von Aprils Schreien den Raum. Gequält schloss ich die Augen und atmete tief durch.
Shigaraki bemerkte meine Reaktion und fing leicht an zu lachen. "Du weißt, wie du das beenden kannst, du musst nur die gewünschten Worte sagen." "Fick dich", erwiderte ich gereizt, meine Stimme kratzig. "Komm schon, das kann doch nicht so schwer sein. Schließ dich uns einfach an." Ich antwortete nicht, und ich hasste mich dafür, aber ich dachte darüber nach. Ich ertrug es einfach nicht mehr, ständig zu hören wie April gefoltert wird.
Ein plötzliches Klopfen an der Tür lenkte Shigaraki ab. "Erwartet einer von euch jemanden?" fragte er die anderen Mitglieder der Liga. Alle schüttelten den Kopf und gingen sofort in Alarmbereitschaft. Ich konnte die Tür nicht sehen, da sie sich hinter mir befand und meine Fesseln mir kaum Bewegungsspielraum ließen.
Kurogiri ging vorsichtig zur Tür, um zu sehen, wer anklopfte, als plötzlich ein lauter Knall hinter mir ertönte. Vor Schreck versuchte ich zusammenzuzucken, doch die Fesseln verhinderten es, und so schloss ich reflexartig meine Augen.
Als ich sie wieder öffnete, sah ich um mich herum Trümmer und Helden, die gegen die Schurken kämpften. Es herrschte reines Chaos, und ich versuchte, mich zu befreien, aber meine Fesseln hielten fest. Trotz meiner Erleichterung über das Eintreffen der Helden suchte ich nach einer Möglichkeit, mich zu befreien. In einer dunklen Ecke der Bar entdeckte ich Eraserhead, der sich langsam und unauffällig auf mich zubewegte. Er gab mir leise zu verstehen, ruhig zu bleiben, was ich auch tat. Es dauerte eine Weile, bis er die Fesseln lösen konnte, aber es gelang ihm schließlich. "Wo ist April?" fragte er leise. "Keine Ahnung. In einem anderen Raum. Sie braucht Hilfe. Ich habe gehört, wie sie von diesen Typen gefoltert wurde", flüsterte ich zurück. Eraserhead fluchte und bedeutete mir, ihm zu folgen.
Wir bewegten uns unauffällig an den kämpfenden Helden und Schurken vorbei in die hinteren Räume. Ein Gang mit vielen Türen erstreckte sich vor uns. Ich war überzeugt, dass April sich in einem der ersten Räume befand, da ich ihre Schreie immer von dort gehört hatte.
Als ich den Raum betrat, schlug mir sofort der Geruch von Blut und Erbrochenem entgegen. Ich hielt mir die Hand vor den Mund, um meine Übelkeit zu unterdrücken. Eraserhead ging voran, und als meine Übelkeit nachließ, folgte ich ihm. Der Anblick, der sich bot, war schrecklich. April war an einen Stuhl gefesselt, umgeben von ihrem eigenen Blut und Erbrochenem. Wieder kämpfte die Übelkeit in mir hoch, doch ich ignorierte sie und eilte zu April. Ich nahm ihr Gesicht in meine Hände und bemerkte, dass sie bewusstlos war. Wut, pure Wut, durchströmte mich. Ich wollte nichts mehr, als jeden von der Liga zu vernichten, doch ich wusste, dass es Wichtigeres gab. "Hilf mir, sie zu befreien", bat Eraserhead leise, und ich begann sofort, die Fesseln zu lösen.
Als wir fertig waren, fing Eraserhead April auf, bevor sie vom Stuhl rutschen konnte. Gemeinsam banden wir sie auf seinem Rücken fest, mit Hilfe seines Schals. Nachdem auch das erledigt war, suchten wir nach einem Ausgang. Als wir diesen gefunden hatten, verließen wir das Lager der Liga und versuchten, so schnell wie möglich wegzukommen. Das gestaltete sich jedoch schwierig, da Eraserhead darauf achten musste, April nicht zu sehr zu bewegen. Auf dem Weg gab Eraserhead über Funk bescheid, dass wir es geschafft hatten, herauszukommen.
Nach ein paar Minuten erreichten wir einen großen Platz, auf dem sich viele Menschen versammelt hatten und auf die großen Bildschirme blickten. Ich schaute ebenfalls hin und sah, wie All Might gegen All for One kämpfte. All Might wirkte dürrer und schwächer. Der Anblick schockierte mich zutiefst, und ich war nicht der Einzige, alle um uns herum schienen gleichermaßen entsetzt.
Ich beobachtete den Kampf eine Weile, in der Hoffnung, dass All Might siegen würde. Plötzlich sah ich aus dem Augenwinkel, wie sich April leicht bewegte. "April! Geht es dir gut?" Ok eine noch dümmere frage hätte ich nicht stellen können, fluchte ich über mich selbst. April verzog kurz schmerzhaft das Gesicht und verlor kurz darauf das wieder ihr Bewusstsein. "Katsuki, nimm mein Handy aus meiner Tasche und ruf den Krankenwagen. Wir haben genug Zeit verloren", sagte Eraserhead leise, und ich tat, was er verlangte.
Es dauerte fast eine halbe Stunde, bis der Krankenwagen ankam. Sie luden April ein, und Eraserhead und ich durften Gott sei dank mitfahren. Im Krankenwagen wurde April bestmöglich versorgt, und auch meine wenigen Blutergüsse wurden behandelt. Mir wurde ein Glas Wasser gereicht, das ich in einem Zug leerte. Danach stellte man mir einige Fragen zur Entführung, die ich so gut wie möglich zu beantworten versuchte. "Hatten Sie die Möglichkeit zu essen, zu trinken oder zu schlafen?" fragte einer der Sanitäter nach einer Weile des Schweigens. "Ich habe weder gegessen noch getrunken und habe freiwillig nicht geschlafen", antwortete ich. "Dann sollten Sie versuchen, etwas zu schlafen." Ich wollte ablehnen, doch Eraserhead sprang ein "Schlaf, Katsuki. Ich übernehme den Rest." Er sah besorgt aus, und ich konnte nicht leugnen, dass ich kurz davor war, einzuschlafen. Ich wollte nicht schlafen, ich wollte April versorgen oder irgendetwas tun. In den letzten Tagen konnte ich ihr nicht helfen, also wollte ich es jetzt tun. Doch ehe ich es merkte, schlief ich kurz vor der Ankunft im Krankenhaus im Krankenwagen ein.
DU LIEST GERADE
Was machst du mit mir ! (Bakugou x OC)
FanfictionAls April mit 4 Jahren erfahren hatte, dass sie ein Normalo ist brach eine kleine Welt für sie zusammen. Sie wollte immer eine Heldin werden, aber wie sollte das ganz ohne Spezialität funktionieren. Irgendwann stellte sich heraus dass April ein gute...
