Ich blieb noch einen Moment sitzen, ließ den Blick am Fenster hängen, bis das Licht heller wurde und die Konturen im Raum schärfer. Irgendwann zwang ich mich aufzustehen. Zu lange sitzen bedeutete nur, dass ich anfing nachzudenken, und darauf hatte ich gerade keine Lust.
Der Boden war kalt unter meinen Füßen, als ich aufstand. Ich streckte mich kurz, merkte, wie mein Rücken leicht zog, und griff dann automatisch nach meiner Jacke vom Stuhl. Alles fühlte sich normal an. Zu normal. Fast so, als hätte mein Körper beschlossen, einfach weiterzumachen, egal was mein Kopf daraus machen wollte.
Ich zog mich um, band meine Haare zusammen und warf einen letzten Blick durchs Zimmer. Nichts Besonderes. Kein Chaos, keine Spuren. Nur dieses leichte Gefühl, dass irgendetwas anders war, ohne dass man es direkt sehen konnte.
Der Flur war schon wach.
Als ich die Tür öffnete, schlug mir sofort diese typische Mischung aus Stimmen, Schritten und diesem unterschwelligen Lärm entgegen, der nie ganz verschwindet. Irgendwo klirrte Metall, jemand lachte zu laut, Türen gingen auf und zu. Alltag.
Ich lehnte mich kurz gegen den Türrahmen, bevor ich rausging, nur für einen Moment, um mich daran zu gewöhnen. Dann schob ich mich in den Flur.
„Na, endlich wach?"
Ich musste nicht mal hinsehen, um zu wissen, wer das war.
Deidara lehnte ein Stück weiter an der Wand, Arme verschränkt, Blick leicht schief.
„Du klingst überrascht", sagte ich trocken und ging einfach weiter.
Er stieß sich von der Wand ab und lief neben mir her. „Du bist spät dran."
„Bin ich nicht."
„Doch. Die Hälfte ist schon unten."
Ich zuckte mit den Schultern. „Dann haben sie halt einen Vorsprung."
Er musterte mich kurz von der Seite. Zu lange.
„Du siehst... normal aus."
Ich blieb stehen und sah ihn an. „Was soll das heißen?"
Er hob die Hände leicht. „Nichts. Nur... keine Ahnung. Du wirkst nicht so genervt wie sonst morgens."
Ich verdrehte die Augen. „Ich bin genervt. Ich bin nur leise dabei."
Er grinste leicht, schien aber nichts weiter dazu zu sagen. Wahrscheinlich, weil er gemerkt hat, dass ich keine Lust hatte, das auszudiskutieren.
Wir gingen die Treppe runter. Jeder Schritt hallte leicht im Raum wider. Unten wurde es lauter, wärmer, lebendiger.
Der Aufenthaltsraum war wie immer halb voll. Einige saßen schon an den Tischen, andere standen herum, Kaffee in der Hand, Gespräche, die nirgendwo richtig anfingen und nirgendwo richtig endeten.
Ich ging direkt zur Seite, griff mir eine Tasse und schenkte mir etwas ein, ohne groß nachzudenken.
„Du warst gestern weg", hörte ich plötzlich.
Ich drehte mich halb um. Hidan.
Natürlich.
Er stand ein paar Meter entfernt, die Arme locker verschränkt, der Blick auf mich gerichtet. Nicht aggressiv. Aber aufmerksam. Zu aufmerksam.
„Ich war in meinem Zimmer", sagte ich.
„Mhm." Er kam ein Stück näher. „Hab ich gemerkt."
Ich hob eine Augenbraue. „Dann frag doch nicht."
Er zog leicht den Mundwinkel hoch, dieses typische, halb provokante Grinsen.
„Wollte nur sehen, ob du noch lebst."
„Gerade so."
Er blieb kurz stehen, sah mich einen Moment länger an, als nötig gewesen wäre.
„Du wirkst... ruhig."
Ich nahm einen Schluck aus der Tasse, ohne den Blick zu senken.
„Vielleicht bin ich das."
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Was bleibt, wenn wir bleiben? Hidan FF
Hayran KurguZwischen Macht, Misstrauen und unausgesprochenen Wahrheiten entfaltet sich ein innerer Krieg, den niemand sieht, außer denen, die ihn spüren. Hidan, von Natur aus stolz, unberechenbar und immun gegen sentimentale Schwäche, gerät in ein Netz aus Kont...
