Ich blieb noch eine Weile einfach so liegen, ohne mich zu bewegen. Die Decke unter mir war leicht kühl geworden, das Zimmer still. Von draußen drangen nur gedämpfte Geräusche rein, irgendwer lief noch durch den Flur, eine Tür fiel ins Schloss, dann wieder Ruhe.
Mein Körper war müde, aber nicht schwer. Eher ruhig. So eine Art Müdigkeit, die nicht drückt, sondern einfach da ist.
Ich drehte mich auf die Seite, zog die Decke ein Stück höher und starrte für einen Moment einfach ins Leere. Mein Blick blieb wieder am Tisch hängen, ganz automatisch. Der Zettel lag noch da, genau wie heute Morgen.
Ich überlegte kurz, ob ich ihn nehmen sollte. Einfach, um ihn wegzulegen. Oder wegzuwerfen. Oder... irgendwas damit zu machen, das ihn weniger bedeutend wirken ließ.
Ich tat nichts davon.
Stattdessen blieb ich einfach liegen und sah ihn an, bis mein Blick irgendwann unscharf wurde.
Ein leises Klopfen riss mich aus meinen Gedanken.
Ich blinzelte, brauchte einen Moment, um wieder klar zu sehen.
Das Klopfen kam nochmal. Diesmal etwas fester.
„Ja?", sagte ich, meine Stimme ruhiger als erwartet.
Die Tür ging auf, ohne dass jemand auf eine richtige Antwort wartete.
Hidan.
Natürlich.
Er blieb im Türrahmen stehen, lehnte sich leicht dagegen, als hätte er alle Zeit der Welt. Sein Blick glitt kurz durch den Raum, dann wieder zu mir.
„Du liegst schon?"
Ich drehte mich halb auf den Rücken und sah ihn an.
„Ist das verboten?"
Er zuckte mit den Schultern. „Ungewöhnlich."
Ich schnaubte leise. „Dann gewöhn dich dran."
Er kam ein Stück rein, ließ die Tür offen und blieb dann stehen. Nicht direkt nah, aber auch nicht wirklich auf Abstand.
„Du warst heute komisch."
Ich atmete langsam aus. „Du bist heute der Zweite, der das sagt."
„Dann stimmt's vielleicht."
Ich hob eine Augenbraue. „Oder ihr habt alle zu viel Zeit."
Ein kurzes Grinsen huschte über sein Gesicht, verschwand aber schnell wieder.
Dann wurde er einen Tick ernster.
„Was ist los?"
Die Frage hing kurz im Raum. Direkt genug, dass ich sie nicht einfach ignorieren konnte. Aber auch nicht so aufdringlich, dass ich sofort dichtmachte.
Ich sah zur Decke.
„Nichts."
„Das ist kein ‚nichts'."
„Für dich vielleicht nicht."
Er trat noch einen Schritt näher, blieb dann aber stehen.
„Du bist ruhig. Und nicht so... gereizt wie sonst."
„Vielleicht bin ich einfach müde."
„Du bist immer müde."
Ich musste leise lachen. „Stimmt."
Kurz war es still.
Ich setzte mich langsam auf, zog die Decke um meine Hüften und sah ihn an.
„Warum interessiert dich das überhaupt?"
Er zuckte mit den Schultern, sah kurz zur Seite.
„Weiß nicht."
Dann wieder zu mir.
„Ist halt auffällig."
Ich musterte ihn einen Moment. Da war nichts Übertriebenes, kein Drama. Nur dieses direkte, manchmal nervige Interesse, das er nicht wirklich verstecken konnte.
„Ich hatte einfach einen ruhigen Abend", sagte ich schließlich.
Das war nicht gelogen. Aber auch nicht die ganze Wahrheit.
Er schien kurz zu überlegen, ob er das so stehen lässt.
Tat er dann auch.
„Okay."
Ich nickte leicht.
„Okay."
Er sah sich kurz im Zimmer um, als würde er irgendwas suchen, ohne genau zu wissen, was. Sein Blick streifte den Tisch, blieb für einen Moment hängen.
Mein Magen zog sich ganz leicht zusammen.
Er ging nicht näher ran. Sagte nichts dazu.
Aber ich merkte, dass er es gesehen hatte.
Natürlich hatte er das.
Ich verschränkte die Arme locker vor mir. „Suchst du was?"
Er schüttelte den Kopf. „Nö."
Kurze Pause.
„Du solltest schlafen", meinte er dann, fast beiläufig.
Ich zog eine Braue hoch. „Jetzt gibst du mir schon Anweisungen?"
„War nur ein Vorschlag."
Ich ließ mich wieder nach hinten sinken.
„Dann geh voran. Zeig mir, wie das geht."
Er grinste leicht. „Sehr witzig."
Stille.
Er blieb noch einen Moment stehen, als würde er überlegen, ob er noch was sagen will. Tat er aber nicht.
Stattdessen drehte er sich zur Tür.
„Gute Nacht, Hina."
„Ja", murmelte ich. „Dir auch."
Er ging raus, ließ die Tür diesmal hinter sich zu.
Die Stille kam zurück. Schnell. Fast so, als hätte sie nur gewartet.
Ich blieb liegen, sah wieder zur Decke. Mein Blick wanderte dann doch nochmal zum Tisch.
Der Zettel lag noch da.
Unverändert.
Ich drehte mich auf die Seite, diesmal mit dem Rücken dazu.
Nicht, weil ich ihn ignorieren wollte. Eher... weil ich wusste, dass er da ist.
Das reichte.
Mein Körper wurde langsam schwerer, meine Gedanken leiser. Kein Chaos mehr, kein ständiges Kreisen. Nur einzelne, lose Gedanken, die kamen und gingen, ohne sich festzusetzen.
Irgendwann merkte ich, wie meine Atmung gleichmäßiger wurde.
Draußen wurde es ruhiger. Die letzten Schritte im Flur verschwanden, Türen schlossen sich, Stimmen wurden leiser, bis nichts mehr übrig blieb außer diesem leisen Grundrauschen, das nie ganz weggeht.
Ich zog die Decke ein Stück höher, schloss die Augen.
Und dieses Mal musste ich nicht lange warten.
Der Schlaf kam ruhig. Ohne Widerstand. Ohne dieses ständige Gefühl, noch wach bleiben zu müssen.
Einfach... ruhig. So, wie die Nacht davor.
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Was bleibt, wenn wir bleiben? Hidan FF
FanfictionZwischen Macht, Misstrauen und unausgesprochenen Wahrheiten entfaltet sich ein innerer Krieg, den niemand sieht, außer denen, die ihn spüren. Hidan, von Natur aus stolz, unberechenbar und immun gegen sentimentale Schwäche, gerät in ein Netz aus Kont...
