Zwölf.

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Nach dem Vorfall hatte ich mich zurückgezogen. Die ein oder andere Konversation habe ich gerade so überstanden. Nachdem ich meinen dritten Scotch heruntergekippt hatte, spürte ich wie der Alkohol Wirkung zeigte. Während ich immer wieder Papa dabei zu sah, wie er sich die halb bekleideten Mädels genausten ansah, wurde mir schlecht. Wie konnte ich jemals in so einer Welt akzeptiert werden wollen? Was finden die Menschen an solchen Dingen so großartig?
Erst als ich nach elendigen Fünf Stunden das Go bekam, das schlimme Anwesen verlassen zu dürfen, steuerte ich die Limousine an. Nachdem ich eingestiegen war, fuhren wir ohne Papa nach Hause. Mit dröhnendem Kopf und einem rausch von Alkohol, starrte ich immer wieder auf mein Handy. Erst als wir unseren Vorhof erreichten, blinkte eine Nachricht von Papa auf.

Du hast den Job.

War alles, was er geschrieben hatte. Dennoch genügte es, um kreischend aus der Limousine zu flüchten. Ich riss die Haustür auf und begrüßte Dori jubelnd. Das ich dabei beinahe mein Gleichgewicht verlor, weil ich doch mehr getrunken hatte, als ich sollte, ignorierte ich. Denn egal wie schlimm dieser Abend war, ich hatte es geschafft Papa zu überzeugen und das ganz allein.
Erst als das Licht anging, ließ ich Dori in Ruhe und stand schwankend wieder auf. >> ich habe es geschafft <<, lallte ich. Enrico sah mich mit zusammengekniffenen Augen an. >> hast du getrunken? <<, fragte er wütend. Seine Arme verschränkte er vor der Brust.

 
>> ich habe es geschafft, Enrico. <<, wiederholte ich lallend meine Worte. Kopfschüttelnd sah er mich an. Diesmal legte ich meinen Kopf schräg. Wieso freute er sich, denn nicht für mich.
>> beantworte meine Frage <<, sprach er drohend. Anstatt ihm zu antworten, grinste ich nur und hielt ihm dann mein Handy entgegen. >> ließ doch mal <<, rief ich schmollend. Wieso verstand er mich denn nicht? Und wieso war ich so verdammt voll?

 
>> geh ins Bett und ruh dich aus. Wir reden morgen <<, brummte er. Zickig stemmte ich meine Hände in die Hüfte und ließ dabei mein Handy fallen. >> Nö. Ich will feiern <<. 

>> du gehst jetzt schlafen. Julina, ich sage es dir nicht noch einmal <<, erwiderte er genervt.
>> sonst was? <<, hakte ich neckend nach. Der Alkohol ließ all die Worte aus mir raussprudeln, die ich vorher immer zurückgehalten hatte.

 
Als würde er mit sich kämpfen griff er sich in sein verwuscheltes Haar. Diese Geste ließ ihn Menschlich aussehen, weil sich dabei seine Emotionen auf seinem Gesicht zeigten.
>> treib es nicht zu weit Julina <<, sprach er. Seine Zähne hatte er aufeinandergepresst, was ich an seinem harten Kiefer sehen konnte. >> wieso bist du immer so? <<, fragte ich ihn niedergeschlagen. Meine Emotionen fühlten sich doppelt so doll, als sonst an. Genau deswegen hatte ich sie auch nicht mehr unter Kontrolle. Und wegen des Alkohols, wollte ich sie auch gar nicht mehr kontrollieren.

 
>> wie bin ich denn? Hmm Julina, wie bin ich? <<, fragte er und sah dabei so unglaublich müde aus. Als würde er keine Kraft mehr haben sich zurückzuziehen. Er ließ zu, dass ich ihn lesen konnte. Doch ausgerechnet jetzt konnte ich es nicht, weil ich zu viel getrunken hatte.
>> so gemein. <<, murmelte ich. Ich hatte gehofft er würde es nicht verstehen, doch als er erneut nachhakte, war es zu spät. >> und zu wem bin ich gemein Julina? <<.
>> zu mir. <<.

Stille. Das war es, wovor ich immer Angst hatte. Ich hatte große Angst vor der Stille, die sich um uns verbreitet hatte. Denn diese führte meist dazu, dass er sich erneut distanzierte und mich allein zurückließ.

 
>> ich bin stolz auf dich. Ist es das, was du hören willst? <<, fragte er wütend. Kopfschüttelnd sah ich ihn nur an. >> nein. Also eigentlich schon. <<, flüsterte ich. Aber nicht so und nicht hier. Dachte ich. Sprach es aber nicht aus, weil er mal wieder stumm blieb. Er sah mich nur an und irgendwas sagte mir, dass er es immer wieder tun wird. Denn plötzlich war es, als würde unsere Mauer gebrochen sein. Als hätten wir uns ein Weg hindurch geschlagen. Ich weiß nicht wie, aber irgendwie spürte ich wieder die Schmetterlinge in meinem Bauch. Sie flogen schwerelos durch meinen Bauch und ließen die Wärme spüren, die ich die letzten Wochen sehnlichst gesucht aber nicht gefunden hatte. Nun habe ich sie und möchte sie auch nicht mehr gehen lassen.  





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Love U.C_Shawty

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