Zweiundzwanzig

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Enrico

Ich folgte ihrem Blick und erstarrte. Das kann nicht wahr sein. Nein. Nicht schon wieder. Ausgerechnet hier und jetzt? Schnell sah ich mich um, erkannte aber niemand auffälligen. Erst als ich meinen Blick hinauf zu der Frau, die eben noch gesungen hatte, flog, musste ich heftig Schlucken. Sie war tot.

Nun befand sich ein schwarz gekleideter Mann dort und richtete ein Sturmgewehr auf den einzigen Menschen, der mir was bedeutet. Ich musterte ihn auffällig und erkannte dann, wie sich sein Finger auf den Abdruck legte. Schnell lief ich los und übersprang dabei die drei Treppen, die hinauf zum Altar führten.
>> Julina <<, rief ich und sprang in dem Moment ab. Ein durchbohrender Schmerz zog durch meine rechte Brust hindurch. Schmerzvoll wurde ich zu Boden gerissen, während ich Julina sah. Sie lag nur wenige Zentimeter neben mir und suchte geschockt ihren Körper ab.
Baby, du lebst. Du wurdest nicht getroffen. Wollte ich zu ihr sagen. Doch der Schmerz nahm mir die Kraft irgendwas sagen zu können. Brummend drehte ich mich zur Seite.

Der besorgte und gleichzeitig geschockte Blick von Julina traf auf meinen. Jegliche Kraft wurde aus mir herausgesogen. Während sie gequält zu mir wollte, wurde sie von Marco auf die Beine gezogen. Anstatt sie zu mir zulassen, griff er sich sie und zog sie von mir weg.
Währendessen trampelte sie um sich. Ich sah, wie sie schrie, konnte aber durch das Rauschen auf meinen Ohren nichts hören.
Ich ließ meinen Blick auf ihr und kämpfte gegen die plötzlich auftretende Müdigkeit an. Umso weiter weg sie gebracht wird, umso mehr versucht sie sich aus seinen Fängen zu befreien.

Laut ihrem Gesichtsausdruck hatte sie Angst. Wen ich nur wüsste wovor sie so eine Riesenangst hatte, würde ich ihr die sofort nehmen.

Dann verlor ich den Kampf und ließ meine Augen zu fallen.

Ich vergas alles um mich herum. Doch was ich niemals vergessen werde, ist die Liebe, die ich zu diesem verrückten Mädchen empfinde.
Auch wenn ich es ihr nie gesagt habe, weiß ich, dass sie es weiß, aber vor allem spürt.
Und falls dies mein Ende sein sollte, wusste ich, dass sie ihr Ende, ganz Bald noch finden wird.













ENDE 






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