Das wir uns immer noch in dem heißen Badezimmer befanden, machte die ganze Situation nur noch hitziger. >> ehm ja gut. Rechne dein Alter Minus Sechs <<, erwiderte ich lachend. Kurz hielt er in der Bewegung inne, was mich nervös auf meiner Unterlippe kauen ließ. Shit. Dann zog er eine Augenbraue in die Höhe und sah mich anders an als sonst.
>> wir sollten denke ich wieder dahin zurückkehren, so wie wir waren, bevor ich gestern Abend zu dir gekommen bin. Dein Dad müsste jeden Moment wiederkommen. Nicht das wir deswegen noch etwas anrichten, was deine und meine Karriere zerstören könnte. <<, sprach er ernst. Dann wandte er sich ab und setzte wieder sein perfekt aufgesetztes Pokerface auf. Dass er mich damit traf, ignorierte er gekonnt. Stattdessen verließ er das Badezimmer, als wären wir ein nichts. Als wäre nicht all das schöne passiert, in den letzten Fünfzehnstunden.
Sobald die Tür laut ins Schloss knallte, konnte ich nicht anders als den Tränen freien Lauf zu lassen. Ich war ein verdammt starker Mensch, doch das hatte ich nicht kommen sehen. Wieso fügte er mir immer Schmerz zu, wenn ich gerade dabei war mich ihm gegenüber zu öffnen?!
Während ich mich in Rekordzeit abtrocknete und die Tränen immer noch unkontrolliert über meine Wangen flossen, spürte ich wie das Zittern meines Körpers immer schlimmer wurde. Auch wenn ich mir geschworen hatte, ihm nie wieder eine Chance zu geben, hoffte ich sehnlichst er würde sich heute Abend wieder zu mir legen.
Während ich bereits seit einigen Stunden in meinem Bett lag und seither nicht mehr mein Zimmer verlassen hatte, konnte ich nicht anders als immer wütender und Trauriger zu werden. Nachdem Papa mir kurz ein Hallo geschenkt hatte, hatte er wohl mitbekommen, dass ich heute nicht in der Stimmung für Gesellschaft war. Somit lag ich mit einem dröhnenden Schädel, nassen Wangen und einem schmerzenden Herzen in meinem Bett. Jedes Mal, wenn ich meine Augen schloss, schossen die Bilder von heute morgen in meinen Kopf. So schön wie der Tag gestartet war, umso schlimmer hatte er geendet.
Das Einzige, worauf ich mich konzentrieren wollte, war der morgige Abend. Dort wird es so weit sein und ich werde die erste Aufgabe meines Jobs ausführen müssen. Das mich diese Sache nicht so doll stresste, wie der Fakt, Enrico morgen früh wiederzusehen, machte mir Angst. Seit wann hatte so ein Idiot solch Priorität in meinem Kopf gewonnen?
Nachdem ich die halbe Nacht wach gelegen hatte, lag ich mit offenen Augen in meinem Bett und wartete darauf, dass mein blöder Wecker endlich klingelte. Meine Augen waren angeschwollen, während ich spürte, wie wund meine Lippen von vielem Kauen waren. Als mich endlich der Blöde Wecker aus meiner Trance riss, stieg ich mit zittrigen Beinen aus dem Bett. Keine Zehn Minuten, nachdem ich mich fertig gemacht hatte, kam Papa hereinstolziert.
>> Guten Morgen Liebling, wie geht es dir? <<, fragte er fröhlich. Dass ich Papa lange nicht mehr so glücklich gesehen hatte, ließ mich verwundert eine Augenbraue hochziehen. Sobald er mich sah, rümpfte er seine Nase. >> wie siehst du denn aus? Hast du letzte Nacht etwa kein Auge zu bekommen? <<, fragte er mich. Schulterzuckend ignorierte ich seine Andeutung, stattdessen setzte ich mich zu Dori und fing an sie an ihren Lieblingsstellen zu kraulen.
>> dann werde ich den Damen, die für dein Makeup heute Abend zuständig sind, bitten, doch etwas früher zu kommen. <<, sprach er weiter und verließ daraufhin mein Zimmer wieder.
Die Stille nahm mich ein und ließ zu, dass ich mal wieder diesen blöden Schmerz in meiner Brust spürte. Ich traute mich nicht aus dem Zimmer zu gehen, weil ich zu einer großen Angst hatte, Enrico über den Weg zulaufen. Das ich dann wahrscheinlich vor seinen Füßen zusammenbrechen würde, wollte ich mir und vor allem ihm sparen.
Wieso war es so schmerzhaft? Wie lange braucht ein gebrochenes Herz, bis es wieder vollständig geheilt war?
Während der Tag sehr schleppend voranging, versuchte ich mich mit belanglosen Dingen abzulenken. Dass die Frauen, die für mein Makeup zuständig waren, früher kamen, lenkte mich wenigsten für ein paar Stunden ab.
Sobald ich fertig gestylt war, schlüpfte ich in mein Kleid. Heute trug ich ein langes, schulterfreies, Dunkelrotes Kleid. Dazu auffälligen Schmuck und teures Parfüm. Anstatt hohe Schuhe, hatte ich mich für weiße Sneaker entschieden. Als ich fertig war, wurde ich in Papas Büro gerufen.
Mit meinem Kleid, nahm ich vor seinem Tisch Platz. Während er sich seinen alltäglichen Scotch eingoss, sah ich ihm stumm dabei zu. Das mein Herz wie wild schlug, meine Hände schwitzten und ich mich am liebsten übergeben würde, weil ich mit der Nervosität nicht klarkam, ließ ich so dahingestellt. Viel wichtiger war es, endlich den Auftrag für meinen heutigen Abend zu bekommen.
>> Nun gut, wie fühlst du dich? <<, fing er an. Augenverdrehend rutschte ich in dem Sessel hin und her. Das unwohle Gefühl wurde von Sekunde zu Sekunde schlimmer.
>> können wir den Teil bitte überspringen? <<, flehte ich. Nickend nahm er einen Schluck von seinem Drink. Seine Augen ließen mich nicht aus den Augen. Stumm erwiderte ich sein Blickduell.
>> Marco Ayden. Unser Opfer für diesen Abend. Dafür wirst du in den beliebtesten Club gebracht. Dort wird er sich aufhalten, um seine Geschäfte zu verhandeln. Deine Aufgabe wird es sein, ihn vor aller Augen bloßzustellen. Anschließend musst du ihm den Kopf verdrehen, damit er süchtig nach dir wird. Sobald du das geschafft hast, bereden wir den weiteren Plan. Du wirst selbstverständlich nicht allein gehen. Enrico und Fünf unserer Bodyguards werden Undercover mit in dem Club sein. Du musst nur deine linke Hand in dein Haar wandern lassen und schon wirst du in Null Komma nichts aus dem Club gebracht. Draußen warten dementsprechend noch mehr meiner Männer, die dich durchgehend im Blick haben. <<, erklärte er mir.
Stumm nickte ich, während ich mir überlegte, wie ich all das am geschicktesten anstellte. Dass der Ablauf aber vor allem meine Schritte nicht vorgegeben waren, sagte mir, dass ich mal wieder freie Entscheidung darüber fällen durfte. Somit liegt es in meiner Hand wie ich all das gleich anstellte.
>> falls ich meinen Aufgaben heute Abend nicht nachkam, wars es das für mich, richtig? <<, hakte ich ruhig nach. Nickend bejahte Papa meine Frage und ließ so mein Herz noch etwas schneller schlagen. Somit hatte ich nur diesen einen Abend. Viel schlimmer finde ich den Punkt, dass Enrico durchgehend in meiner Nähe sein wird und ich daran auch nichts ändern kann. Hoffen wir mal, dass mein doofes Herz, wenigstens für heute Abend die Klappe hielt und meinem Kopf die Führung überließ.
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U.C_Shawty
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DeepLove
RomansaMafia/Dark Romance ABGESCHLOSSEN Wenn die Bedrohung, zur langersehnten Befreiung wird. Die geheime Mafiatochter spielen, um nicht entdeckt zu werden. Check. Ein Doppelleben führen, um endlich aus den Fängen zu entkommen. Ch...
