Der Schultag begann wie jeder andere, aber irgendwie fühlte er sich anders an. Als ich das Gebäude der High School betrat, war es wie eine Mischung aus Aufregung und Nervosität. Der Frühling hatte endlich begonnen, und die Sonne schien durch die Fenster des Klassenzimmers, als hätte sie den Nebel der letzten Monate vertreiben wollen. Ich hatte das Gefühl, dass der Tag etwas Neues mit sich bringen würde – vielleicht ein Anfang, auf den ich schon so lange gewartet hatte.
Ich war nicht mehr das Mädchen, das sich in der hintersten Reihe versteckte und die Blicke der anderen aus Angst vor weiteren Hänseleien vermied. Ich war jetzt anders. Und das spürte ich.
Während ich den Gang entlangging, begegneten mir ein paar Blicke, die ich sonst nie bekommen hatte. Es war nicht der übliche Hohn oder die Verachtung, sondern neugierige, fast respektvolle Blicke. Einige schauten, aber es war nicht das schadenfrohe Kichern, das ich so gut kannte. Kein „Schau dir mal die Loserin an". Stattdessen sahen sie mich an, als ob sie fragen wollten: „Was ist passiert?"
„Na, Ella!", rief plötzlich jemand, und ich zuckte unwillkürlich zusammen. Es war Ashley, die Kapitänin der Cheerleader und diejenige, die mich in der Vergangenheit am meisten gequält hatte. Sie kam auf mich zu, ihr üblicher arrogant-zickiger Ausdruck auf ihrem Gesicht, aber diesmal bemerkte ich etwas anderes in ihrer Haltung.
„Hallo, Ashley", sagte ich ruhig und versuchte nicht, mich von ihrer Präsenz einschüchtern zu lassen. Früher hätte ich meinen Kopf gesenkt und gehofft, sie würde mich nicht weiter ansprechen, aber heute war ich anders.
Sie hielt einen Moment inne und musterte mich, als ob sie überlegte, was sie als Nächstes sagen sollte. Ich fühlte ihren Blick auf mir, aber diesmal empfand ich keine Angst, keinen Druck. Stattdessen spürte ich eine gewisse Stärke in mir. Ich hatte jetzt das Sagen, nicht sie.
„Siehst du heute irgendwie anders aus, Ella", meinte sie nach einer langen Pause, und ich konnte nicht genau herauslesen, ob das jetzt ein Kompliment oder ein weiterer, passiv-aggressiver Kommentar war„Ja", antwortete ich schlicht und zuckte mit den Schultern. „Ich fühl mich auch anders."
Ich ging weiter und ließ sie einfach stehen. Ashleys Blick folgte mir noch, doch ich konnte keinerlei gehässige Bemerkung mehr erwarten. Etwas in ihrer Haltung war plötzlich unsicher geworden – und ich wusste, dass sie mich heute nicht wieder in die Enge treiben konnte.
Als ich mein Klassenzimmer betrat, merkte ich schnell, dass der Unterschied größer war, als ich erwartet hatte. Die anderen Schüler starrten mich nicht an, flüsterten nicht hinter meinem Rücken, und niemand warf mir irgendwelche Scherben oder beleidigende Kommentare zu. Sie schienen mich einfach zu akzeptieren – oder vielleicht wollten sie mich nicht mehr angreifen. Und das war ein unglaubliches Gefühl.
Ich setzte mich an meinen Platz und bemerkte, dass die meiste Zeit der Stunde niemand wirklich auf mich achtete. Die Lehrer gaben ihren Unterricht wie gewohnt und keiner schien mir mehr mit Missachtung zu begegnen. Ich atmete tief durch. Es war wie ein neuer Start. Ein ruhiger, friedlicher Start in den Tag.
Am Mittag ging ich mit meiner neuen Freundin Lyn in die Cafeteria. Es war das erste Mal, dass ich mich wirklich in der Schule wie ein „Normalo" fühlte. Kein Blick aus Mitleid, keine ständigen Spitzen, keine versauten Versuche, mich aus der Gruppe zu verdrängen. Ich fühlte mich wie ein Teil von etwas – und nicht nur ein Randfünftes Mädchen.
„Ich kann es kaum glauben", sagte Lyn, als wir uns an einen freien Tisch setzten. „Dass sie dich heute nicht belästigt haben. Was ist passiert?"
Ich zuckte mit den Schultern und schüttelte leicht den Kopf. „Keine Ahnung. Vielleicht haben sie heute einfach keine Lust darauf."
Es war ein eigenartiges Gefühl, dass ausgerechnet Ashley mir heute nicht den Tag versauen konnte. Als hätte sie plötzlich Respekt vor mir, als würde sie meine Veränderung bemerken und erkennen, dass ich nicht mehr diejenige war, die sie jederzeit niedertrampeln konnte. Vielleicht war sie tatsächlich neugierig oder vielleicht mochte sie einfach die Tatsache, dass ich mich nicht mehr in meine Schüchternheit zurückzog.
„Weißt du, ich finde, du siehst heute wirklich gut aus", sagte Lyn dann, als sie mich anschaute. „Und das Outfit? Wow. Du hast echt was geändert."
Ich konnte nicht anders, als zu lächeln. „Danke, Lyn. Ich glaube, ich habe einfach angefangen, mich selbst mehr zu mögen."
Und das war der entscheidende Moment. Ich hatte genug von der Unsichtbarkeit, genug von der Angst vor den Blicken der anderen. Ich hatte jetzt Mystery, Sun, Bella – und vor allem – mich selbst. Und ich hatte keine Lust mehr, mich von irgendjemandem klein machen zu lassen.
Nach der Schule, als ich zu meiner Mutter ins Auto stieg, spürte ich noch immer das leichte Kribbeln von der Veränderung, die durch meinen Körper floss. Es war nicht nur der Tag, der sich anders anfühlte. Es war ich. Und ich war endlich bereit, meinen Weg zu gehen.
Doch wie lange dieser Frieden halten wird?
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Blake
Storie d'amore"Wieso bist du noch hier?" "Weil ich dich liebe." Blake und Ella. Er ist der Badboy der Schule, den jedes Mädchen will aber nicht haben kann. Er interessiert sich für niemanden und vorallem nicht für Ella. Auch er hat sich schon einige Male über s...
