Viktor

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Er fühlte sich alleine, das Gewohnte Umfeld fehlte ihm. Er hatte sich nur selber heraus gerissen, vor einer Woche. Er wollte wieder zu ihm. Zu Fabian. Doch er hatte sich selber in diese Situation gebracht. Doch er hatte nicht die Eier wieder zurück zu gehen, er konnte einfach nicht. Viktor saß wieder neben ihm. Sein Kopf in einem Buch und den Kaffee in der Hand. So ruhig und wunderschön wie immer. Viktor war irgendwie immer da, er war immer da wenn Adem eigentlich alleine seien sollte. Adem versuchte dieses seltsame Gefühl zu unterdrücken wenn er da war, dieses wunderschöne in seinen Augen, dieser Mensch war so mysteriös wie die frage des Lebens. "Viktor warum bist du immer da" fragte Adem aus dem nichts. Man sah Viktor zusammenzucken, mit dieser Frage hatte er nicht gerechnet. "Ich wohne hier" gab er so stumpf und emotionslos wie immer zurück, seine Augen stur im Buch. "Nein das mein ich nicht Viktor. Du bist wirklich immer hier wenn ich alleine wäre, gehst erst wenn Mike oder Jakob da sind" Adem klang verwirrt. Viktor seufzte klappte sein Buch mit einem knall zu. "Adem, weißt du, es gibt einfach Menschen die sind es wert da zu sein. Ich denke zwar immer noch das du unfassbar dumm bist weil du einfach einen Menschen verlassen hast der sich um die kümmert. Du lässt alles los nur weil du überfordert bist. Das du jemanden verlassen hast der dich missbraucht hat kann ich verstehen. Aber dieser Mann hat alles für dich aufgegeben. Das einzige was ich hier mache ist auf dich aufzupassen. Es bin es den anderen Schuldig". Er klang frustriert, verzweifelt. "Also magst du mich" schoss aus Adems Mund. "Nein, du bist nett, aber mögen tu ich keinen. Wenn du jemanden suchst der dich mag dann frag Ardian. Der mag fast jeden" ein kleines lächeln bildete sich auf seinen Lippen als er den Namen Ardian aussprach. "Ist Ardian dein Freund" Adems Augen leuchteten vor Neugier. "Oh Gott nein, ich würde mich niemals mit Killian anlegen wollen. Auch wenn Ardian cute ist" Viktor lächelte. Es war ein sanftes lächeln, einfach Viktor. "Aber jetzt mal ehrlich Adem. Warum gehst du nicht zu ihm zurück, er vermisst dich mit Sicherheit" seine Stimme war ruhig. "Ich kann nicht Viktor, es geht einfach nicht. Es ist zu spät" Adems verzweifelte Worte ließen Viktor zusammenzucken. In beiden waren Gefühle die sie nicht einordnen konnten. "Mach es einfach, nimm deinen Rucksack und steig in mein Auto" auffordernd und ohne eine Chance -Nein- zu sagen stand Viktor auf. Adem tat einfach was er sagte, es war diese Aura die ihn einfach dazu brachte alles zu tun was er sagte. 

Adem stand vor der Tür, wollte sie nicht öffnen. Doch irgendwie tat er es doch, wie Automatisch, seine Bewegungen fühlten sich mechanisch an. Als würde hinter der Tür ein Monster auf ihn warten. Er trat ein, die Wohnung war kalt, es war wie ein Geist. Man hörte nur stille an dem sonst so belebten Ort, keine Geräusche nichts. In Adems Körper stiegen Emotionen hoch, er hatte Angst, Furcht was er in der Stillen Wohnung finden würde. Seine Schritte führten ihn in die Küche, er sah stapel an Take-Out boxen, Pizzakartons und Leeren Flaschen. Sein Magen drehte sich, was hatte er nur getan. Er fühlte sich schuldig, hatte Angst. In seinem Mund floss nur der Speichel, ihm wurde schlecht. Doch er lief weiter, einfach weiter ins Wohnzimmer, am beten das es nicht so schlimm seien würde. Doch als er das Bild sah was sich ihm da bot stiegen ihm die Tränen ins Auge. Fabian saß auf dem Sofa, Kopf an die lehne, Augen geschlossen, Arme schlaff am Körper. Er sah fast tot aus. Nein er sah tot aus. Adem fing an bitterlich zu weinen, rannte zu ihm, rüttelte Fabian an den Schultern bettelte das er aufwachen soll. Ihm stieg der Geruch schon Alkohol in die Nase und ein hauch von einem Parfum den er kannte aber im Moment nicht zuordnen konnte. Adem sah an ihm runter, seine Lippe hatte einen Riss, an seinem Hals waren dunkele Flecken. Der Rest seines Oberkörpers war bedeckt von seinem Hoodie mit einen Kaffeefleck. An seinen Händen kamen aufgeplatzte Knöchel zum Vorschein, das Blut war verkrustet. Aber es sah frisch aus, als wäre es von gestern. Immer mehr Tränen liefen seine Wangen hinunter, er wollte seinen besten Freund nicht verlieren. Nicht so. "Fabian bitte" er wimmerte, so schmerzerfüllt wie ein kleiner Welpe der seine Mutter verlor.
Minuten später sah er es, sein bester Freund öffnete seine Augen. "Adem" hauchte er, hatte Probleme seine Augen offen zu halten. "Fabian, fuck ja ich bin es" schrie Adem vor Freude "Bitte bleib bei mir" die Tränen flossen ihm nur herunter. Er war erleichtert, sein Freund Lebte. Alles was er im Leben brauchte war nicht tot, er lebte. Er hatte so Angst das er ihn verlor und nun war er vor ihm. Ohne groß darüber nach zu denken viel er ihn um den Hals. Drücke seinen Körper an ihn, wollte ihn nie wieder los lassen. Fabian schien zu realisieren das er wieder Zuhause war das sein Adem wieder da war. Denn er zog ihn einfach auf sich, drücke den Körper der kleiner war als seiner näher an sich. "Es tut mir Leid" wimmerte Adem weiter als er es sich auf dem Schoß des Älteren Bequem macht. "Du bist wieder da" flüsterte Fabian und strich über den Rücken des anderen. Adem nickte nur, vergrub seinen Kopf in der Halsbeuge, versuchte es zu genießen, auch wenn er so viel Angst hatte wie noch nie zuvor. Er fühlte sich schuldig, Fabian hatte schmerzen, hatte getrunken, war nicht er selber, es tat ihm weh. Adem verspürte ihm unbekannte schmerzen in der Brust. Mochte er Fabian doch mehr als er dachte. Seine Gedanken kreisten um sich, er war so verwirrt. Dank Viktor hatte er sich getraut zu ihm zurück zu kehren. Er würde ihm deswegen auf jeden Fall mal danke sagen. Doch nun sollte er sich auf sich und Fabian konzentrieren, er musste wissen warum er so aussah wie er aussah. Wieso hatte er wunden, wieso der viele Müll, wieso so viel Alkohol. "Ich hab dich vermisst" flüsterte Fabian leise und behutsam. Und da war es wieder, dieses Behütete und wohlige Gefühl das seinen Körper überrannte. Dieses unverkennbare was er nur bei Fabian hatte, wo er doch auch denken könnte er liebte ihn mehr wie einen Bruder, mehr wie einen besten Freund, eher wie einen Partner, jemanden für immer.

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