Alkohol ist eine Lösung

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Als Fabian nach der Arbeit nach Hause kam war die Wohnung leer, es roch nicht nach essen, es war keine Musik am laufen. Es war stille, toten stille, wie zu der Zeit wo er alleine Wohnte. Wenn nicht schlimmer, er merkte sofort das etwas nicht stimmte. Ohne auch nur seine Schuhe auszuziehen schnellte er in die Küche, sah einen Zettel auf dem Tisch und begann ihn zu lesen:

Lieber Fabian,
bitte sei nicht sauer aber ich brauche  eine Pause. Von allem was passiert ist. Ich hoffe du kannst mir das irgendwann verzeihen das ich dich einfach alleine lasse aber ich brauch Pause ich kann nicht mehr. Ich versuche dir jede Tag zu schreiben aber bitte schreibe mir nicht Fabian. Wenn du es nicht aushältst kannst du Mike fragen wie es mir geht. Ich bin bei ihm, also keine Angst ich bin gut aufgehoben. Ich verspreche dir dass ich wieder nach Hause komm. Bitte gebe mir etwas ruhe.
In Liebe, Adem

Keine Sekunde nach dem er die letzten Worte gelesen hatte brach er aus, Tränen strömten sein Gesicht herunter und animalitstische Schreie füllten die Wohnung. Der Zettel wurde in Tränen getränkt und immer wieder drückte er den Brief an sich. So ging es für einige Zeit und immer wieder las er den Brief. Irgendwann als die Realisation abgeschlossen hatten, zog er sich um, nahm sich eine Tüte Chips, ein Bier und setzte sich auf das Sofa. Er machte sich ein random YouTube Video nach dem anderen an und hoffte einfach das es alles nur ein Traum war. Mit jedem Piepen was sein Handy von sich gab, starb ein Stückchen mehr seiner Hoffnung. Er wurde verrückt mir jedem Geräusch was dieses kleine Elektronische Gerät von sich gab. Er hoffte einfach nur das es bald vorbei war. So verging der Abend, irgendwann schlief er dann ein. Eingekauert auf dem Sofa, verloren in seiner trauer, der Hoffnungslosigkeit.

Am nächsten Tag als er aufwachte hatte er starke Nackenschmerzen, alles drehte sich. Seine Augen waren schwer und er spürte letzte Nacht deutlich. "Adem" flüsterte er vor sich hin als er sich vorsichtig aufsetzte. Trocken und emotionslos schlürfte er ins Badezimmer, sah sich im Spiegel an. Seine braunen Haare waren zerzaust, er hatte tiefe Augenringe, sein Gesicht übersät von Flecken und Pflastern. Das von seiner Lippe war abgefallen und der tiefe Schnitt brannte etwas beim berühren. Die anderen beiden zog er sich einfach ab, ignorierte den Schmerz. Langsam begann er sich auszuziehen. Immer mehr Flecken, Schrammen und Narben kamen zum Vorschein. Viele von lang vergangen Auseinandersetzungen. Als er sich von seinem letzten Kleidungsstück befreit hatte stieg er in die Dusche, stellte das Wasser an, spürte das kalte Nass an ihm herunterlaufen. Es war ihm egal wie warm oder kalt das Wasser war, er hatte keine Interesse daran es sich gemütlich zu machen. Nach wenigen Minuten stellte er die Dusche aus, stieg heraus und begann sich zu trocknen. Wollte wieder in angenehme Kleidung, verzichtete auf neue Pflaster, ohne Adem wären sie sowieso nicht so gut. Ohne große Motivation lief er zu dem Kaffeevollautomaten, einen Kaffee würde ihn sicher auf andere Gedanken bringen. Er hörte das Wasser das heiß wurde, wie die Maschine die Bohnen zermalmte und kurze Zeit später das freudige Geplätscher des heißen Getränkes. Als diese fertig durchgelaufen war lief er weiter zum Balkon, die Zigaretten von vorletzter Nacht lagen noch auf dem Boden, zum Glück hatte es nicht geregnet dachte er sich als er diese von Boden aufhob. Ohne groß nach zu denken zündete er sich eine an, rauchte, trank heißen Kaffee und stand einfach da. Die kühle Luft umspielte ihn, blies den Rauch immer in die selbe Richtung. Da stand er nun, ohne Zeitgefühl, einfach am existieren. "Ich muss hier raus" murmelte er vor sich hin als er die dritte Zigarette fertig geraucht hatte, seine Tasse seit der zweiten Leer. Mit dem Entschluss griff er die Schachtel und stopfte sich diese in die Hosentasche. Seine Tasse in die Spüle stellend, seinen Geldbeutel suchend und seine Schuhe schon angezogen. Seine Taschen einmal abklopfen, Schlüssel, Geldbeutel, Zigaretten und Handy, alles da. Die Jacke wurde auf dem Weg nach Unten angezogen und schon trat er in die kühle Luft. Sein Weg führte sich strickt zu dem Café. "Ah hi Fabi" begrüßte Julie ihn freundlich. "Hi" murmelte er und setzte sich in die Ecke. Kurze Zeit später kam Julie mit einer Tasse Kaffee auf ihn zu und setzte sich ihm gegenüber. "Okay Fabian was ist los und was ist mit dir passiert" fragte sie ihn mit einer strengen Miene "Du kommst an einem Sonntag hier rein, mit einer Laune wie drei Tage Regenwetter und siehst aus wie gerade ausm Knast, also erzähl". "Musste von Zuhause raus" antwortete er ihr, so stumpf wie er es noch nie tat. "Streit mit Adem, ich dachte ihm ginge es besser" fragte sie mit ihrem besorgte Blick, den sie das letzte mal hatte als er ihr von dem Vorfall erzählte. "Ging es auch, alles war bestens Julie. Bis wir vorgestern dieses Arschloch wieder gesehen haben und ich mich mit ihm geprügelt hat. Dann als wir Zuhause waren, halt mitten in der Nacht hat ich ihm mehr oder weniger gestanden das ich in ihn verliebt bin. Dann am Nächsten Tag als ich von der Arbeit kam war er fort" fast schon hektisch flogen ihm die Worte aus dem Mund und er gestikulierte Wild vor sich hin. "Oh fuck, das ist nicht so optimal" gab sie zurück. "Willst du dich ablenken" fragte sie ihn nach einem Moment Stille. Fabian nickte nur und sah sie an. Ihre Haare waren Silbrig Weiß gefärbt, das Lila auf ihren Augen funktionierte gut mit dem rosa auf dem Lippen, sie sah mal wieder aus wie typisch Julie. Mit seiner Bestätigung lief sie los und kam kurz darauf mit zwei Kartons wieder, der eine war groß und schien schwer, der andere war kleiner. "Soo, also hier drin sind Tüten" sagte sie außer Atem und zeigte auf den großen Karton "Dort sind Dankes Karten" sie zeigte auf den anderen Karton. "Du gehst jetzt einfach her und packst die Karten in die Tüten. Also ganz einfach" grinste sie. "Und wenn du fertig bist ich hab noch vier Kartons hinten und wir haben noch zwei Stunden auf" mit diesen Worte drehte sie sich wieder um und ging zu ihrem Tresen. "Achso, Kaffee heute auf mich" kicherte sie und wendete sich zu ihrem nächsten Kunden. Fabian lächelte kurz auf, Julie war immer gut gelaunt, sie wusste immer eine Lösung. Ohne groß weiter Gedanken zuzulassen fing er an die Karten in die Tüten zu legen. So ging es die ganzen zwei Stunden, zwischendurch aß er auf Befehl von Julie ein Croissant. Mit den Worten "Ich schmeiß dich jetzt raus, wir schließen und ich will Heim" und einem dicken grinsten im Gesicht warf sie ihn tatsächlich aus ihrem Café.

Ohne großes Ziel lief er zur Bar, es war 16.15 und der Abend war lang. Als er eintrat spürte er die warme Luft, schnurstracks lief er zur Bar und setzte sich auf den Tresen. "Hi, was kann ich dir machen" fragte er junge Mann, er hatte knallrote Haare mit schwarzem Ansatz die ihm gestylt ins Gesicht hingen. Er sah ihn direkt an "Hey bist du nicht Fabian" fragte der Rotschopf. "Ja, du bist Ardian richtig" fragte Fabian ihn zurück. Beide hatten ein verwundertes Gesicht und sahen sich ungläubig an. "Du bist der Freund von meinen Tätowierer oder? Der Freund von Kilian" mit einer ungläubigen Freude fragte er, fast schon sicher es war dieser Ardian. "Ja klar und du bist diesen Blatt Tattoo oder". Beide unterhielten sich freudig und es floss ein Getränk nach dem anderen in Fabian rein. Um 18Uhr endete Leider die Schicht von Ardian und ein Fabian unbekannter übernahm die Bar. Doch Ardian ging nicht ohne mit Fabian Nummern zu tauschen. Mit einem Whisky in der Hand lief er also nun in eine Ruhigere Ecke der Bar, wo er eine Gestalt erblickte die er kannte, doch sie war nicht wie gewohnt arrogant und hochnäsig. Es fühlte sich an als würden sich die Gehirnzellen von Fabian verabschieden als er mit starrem Blick auf den Tisch zuging, den Stuhl der Person ihm nun Gegenüber raus zog und sich auf diesen Fallen ließ. Die Person ihm Gegenüber erschrak und blickte von seinem Glas hoch. Nun sah Fabian das Gesicht des anderen, seine Nase geziert von Weißen Pflaster Artigen Schienen, sein Gesicht voll mit Flecken und Wunden. Die Haare nicht wie gewohnt perfekt sondern Wild, seine Brille fehlte und statt des bekannten Anzugs trug er einen Hoodie. "Hallo Maurice" sprach Fabian trocken als sich ihre Augen trafen. Seinen einen Arm über die Lehnte baumeln, die andere da Glas fest in der Faust auf dem Tisch ruhend. "Wie geht es dir so" Fabain klang etwas gehässig aber ruhig. Maurice sah verwirrt aus, man sah etwas Unruhe in seinen Augen...

Vertrau mirGeschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt