Stille Stimmen

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Er war Zuhause. Die kalte Hand die seinen Rücken auf und ab streichelte war vertraut, etwas was er liebte. Er war immer da, er war immer für Adem da. Er hatte fast vergessen wie es sich in seinen Armen anfühlte. Der Atem der seine Schulter streichte, die raue Stimme die ihm immer wieder zuflüsterte wie sehr er ihn vermisste. Wie sehr Adem das vergessen hatte, verdrängt hatte. "Bitte verlass mich nicht wieder" flüsterte Fabian, er bettelte fast schon darum. "Nie wieder, versprochen Fabi" antwortete Adem, er meinte es so. Wollte ihn nie wieder verlassen, nicht wieder verdrängen. Er wollte für immer bei ihm bleiben. "Willst du darüber reden" frage Fabian schüchtern, vergrub sich weiter in dem Körper der auf ihm saß. Die eine Hand ruhte nun auf dem Rücken, die andere an der Hüfte, sein Kopf auf der Schulter, es war wie gewohnt. "Vielleicht sollten wir das ja" gab Adem geschlagen von sich, hatte nur keine Lust sich zu bewegen. "Wo fangen wir an" frage Fabian ruhig, schloss die Augen. "Vielleicht mit dir, ist glaube ich leichter für mich zum Anfang" sein Atem war schwer, er hatte Angst was er ihm erzählen würde. Fabian zuckte kurz zusammen, atmete jedoch dann aus. Fing an zu erzählen "An dem Tag wo du gingst hat das angefangen, ich begann halt zu trinken um halt zu vergessen. Ich dachte ich hätte alles falsch gemacht, dir zu früh erzählt was mit mir ist. Dir zu früh das alles angetan, das mit meinen Gefühlen. Am Tag darauf wollte ich einfach nur raus, ich war bei Julie und dann ging ich in die Bar was trinken. Dort hab ich dann Maurice getroffen und wir haben uns die Kante gegeben, uns unterhalten. Es war so falsch aber irgendwie tat es gut weißt du. Am nächsten Morgen war ich Arbeiten, ging nach Hause und hab mich betrunken. Jeden Tag. So auch gestern, nur das da keine Arbeit war. Da hab ich vor der Bar wieder Maurice getroffen und alles war so frustrierend das ich einfach auf ihn eingeschlagen hab, dann haben wir uns geprügelt. Ich wurde dann schnell aus dem Krankenhaus entlassen, anscheinend war ich bewusstlos oder so. Hab dann bis vorhin geschlafen. Ja so ungefähr wenn ich mich richtig erinnere. Es tat so weh das du nicht da warst, es war meine einzige Lösung um irgendwie von dem Schmerz zu entkommen. Auch wenn es das eigentlich nur schlimmer gemacht hat". Es war wie ein Vortrag ein Trauerspiel aus Worten und Emotionen. Erst jetzt merke Fabian wie dumm das alles war, wie sehr es ihn brach nicht bei Adem zu sein. Seit mehreren Jahren waren sie unzertrennlich, er wollte nie wieder eine Sekunde ohne ihn sein. Adem gefror das Blut als er die Worte seinen besten Freundes hörte. Er hätte in keiner Welt gedacht das es für ihn so schlimm war. Hätte nie gedacht das Fabian so leiden würde. "Jetzt ich" Adem seufzte stark, holte tief Luft und fing an. "Es hat mich überfordert, ich hatte Angst. Ich kann dir nicht das geben was du brauchst. Wenn wir zusammen wären hättest du Sex, Zuneigung, küssen und alles von mir erwartet. Weil es ist meine Aufgabe als Partner dich befriedigt und glücklich zu halten. Das hat mir Angst gemacht, ich mag sich sehr gerne, ich hab dich so unendlich lieb Fabian. Wollte dich einfach nicht verlieren weißt du. Dann hab ich halt Mike angerufen, war bei ihm die Zeit. Viktor hat auf mich aufgepasst, ohne ihn wäre ich wohl nicht zurück gekommen. Obwohl ich nicht mehr wollte wie nach Hause kommen, ich hatte das Gefühl ich konnte nicht mehr. Es war zu spät für mich, für uns. Alles war ein mieser Brainfuck. Es tut mir Leid Fabi". Die Stimmung zwischen beiden war ungewohnt, es war wie etwas neues. "Also waren wir beide einfach überfordert" frage Fabian leise in die Stille die das Wohnzimmer kurzzeitig tränkte. Stumm nickte Adem in seine Halsbeuge in die er sich immer mehr kuschelte. Fabian fasste seinen Mut zusammen, krallte sich fast schon in den Hoodie von Adem "Wollten wir es versuchen, also das mit uns. Ich erwarte nichts von dir Versprochen. Du musst mich nicht Küssen, ich brauch keine Zuneigung, wir müssen keinen Sex haben. Ich will einfach nur das du bei mir bleibst, mehr will ich nicht. Was denkst du Kleiner" seine Stimme zitterte Stark er war nervös. "Fabian ich weiß nicht ob ich jemals mit dir schlafen kann. Ich weiß nicht ob wir jemals ein normales Paar sein können. Ich will dir das nicht antun, ich weiß das du das alles liebst, du liebst Zuneigung, küssen, Sex. Das bist du Fabian" es war fest, keinen abgehackten laut, als wäre er davon überzeugt das er seinem besten Freund nicht geben könnte was er brauchte. Fabian zum anderen stockte, hielt die Luft an, beugte sich hoch, griff mit beiden Händen das Gesicht seines Freundes. Er sah die roten Augen des anderen die seinen gleichen, Tränen rannten ihre Gesichter herunter. Adem fand halt an seinen Beinen, hatte Panik was nun passieren würde. "Denkst du das alles wäre mir wichtig, ja ich mag das alles, ja da hast du recht. Aber Adem ich liebe dich. Es ist mir so Egal ob wir jemals miteinander Sex haben, ob wir wie ein normales Paar uns verhalten. Ich hab dich und alles andere ist unwichtig. Weißt du wie sehr ich es liebe nach Hause zu kommen, zu wissen du bist da. Du lächelst mich zur Begrüßung an. Adem das ist mir wichtig, das du da bist, kein Körperkontakt wird das übersteigen können. Verstehst du was ich dir sagen will, ich liebe dich Adem" die Gefühle die er für ihn hegte steckten in seinen Worten. Er wollte ihm zeigen wie wichtig er ihm ist. Er konnte nie wieder ohne ihn Leben er wollte es ihm irgendwie klarmachen. "Fabian ich" seine Stimme brach ab, tiefes schluchzen. "Fabian ich liebe dich auch" Tränen flossen wie ein Fluss über seine Wangen. Eine lasst von Backsteinen viel von ihm, er hatte seine Gefühle für ihn zugelassen. Er wusste es, wusste warum er das alles mochte. Er liebte Fabian, er liebte alles an ihm. Mit der Realisation im Herzen lehnte er sich nach vorne, verbannt für den Bruchteil einer Sekunde ihre Lippen. Um sich wieder zurück zu ziehen um mit verweinten Stimme Fabian eine Antwort zu geben "Lass es uns Probieren". Nun war es auch um Fabian geschehen, er brach in einen Schwall von Freudentränen aus. Er hielt das Gesicht seines nun festen Freundes immer noch fest, umrahmte seine Schönheit. Adems Hände wanderten zur Brust seines Gegenübers legten sich sanft auf diese, er fühlte den schnellen Herzschlag des anderen. Wollte ihn einfach nur küssen, er tat es, lehnte sich wieder nach vorne, verbannt ihre Lippen ein weiteres mal. Diesmal länger inniger, sein Gegenüber begann erst sich zu bewegen als er es tat. Als hätte er ihm damit sagen wollen das die Kontrolle ihm gehört. Die Gefühle der beiden überschlugen sich, Feuerwerke im Körper, Schmetterlinge im Bauch. Etwas was sich seit Jahren angestaut hat wurde endlich entfesselt. Und Adem fühlte sich wohl dabei, es war etwas gutes, er hatte keine Angst, keine Sorgen. Fabian war einfach nur überglücklich seinen besten Freund endlich seinen festen Freund nennen zu dürfen, obwohl ersteres natürlich nicht ausblieb. Sein innigster Wunsch wurde wahr. Keiner von beiden hätte Glücklicher sein können.

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