Teil 32

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Zeitsprung: Sieben Monate später

Salvador POV

Ich streckte brummend meine Glieder und steckte meine Nase in das Haar meines Gefährten. Warme Sonnenstrahlen vielen durch das große Fenster und ließen Tommys schwarze Haare auf der dunkelblauen Bettwäsche schimmern. Er lächelte und hatte seinen Kopf an meiner Schulter gebettet. Sein mittlerweile großer Babybauch, drückte sich an meine Seite und ich strich mit meiner Hand darüber. Tommy bewegte sich und blinzelte zu mir auf. Ich gab ihm einen Kuss und zufrieden presste er sich noch enger an mich.

"Wir müssen aufstehen. Harry kommt gleich." nuschelte mein Omega nach einiger Zeit und rutschte vom Bett. Nach unseren verlängerten Flitterwochen waren Tommy und ich wieder zurück nach Hause gekommen und hatten die verschneite Hütte und Harrisson zurückgelassen. Doch irgendwie hatte Tommy es geschafft das Harry mit der kompletten Praxis hierhergezogen war. Tommy und er waren gute Freunde geworden und da Harry sowieso schon seit einiger Zeit aus dem verschlafenen kleinen Dörfchen in eine größere Gegend wollte, zog er her. Dass er die komplette Praxis mitbrachte, war eigentlich nicht der Plan gewesen, doch ein ziemlich erboster Jack Humphrey, welcher der Inhaber der Praxis war, beschloss den Beta auf gar keinen Fall gehen lassen zu wollen und kam kurzerhand mit. Er betrieb nun eine größere Praxis mit mehreren Angestellten, Harrisson miteingeschlossen, und schien ganz zufrieden zu sein.

Tommy streckte sich und ich beobachtete zufrieden, wie er den Rücken durchstreckte und sich so durch sein Bauch noch weiter wölbte. Tommy bekam nicht nur ein Kind von mir, nein, wir bekamen Zwillinge. Mein Schwanz regte sich als ich zusah, wie Tommy sich nackt auf den Weg ins Bad machte und ich sprang vom Bett.

"Ich komm mit!" rief ich und Tommy lachte.

---Tommy POV

Geduscht und angezogen begab ich mich nach unten und begrüßte Harry, welcher aufgeregt auf mich zukam. Ein nervöses Funkeln lag in seinen Augen und ich rätselte was wohl der Grund dafür war, als Jack hinter ihm um die Ecke bog und eine Hand auf Harrys Schulter legte. Ich musste grinsen, als Sam plötzlich hinter mir hervortrat und Harry auch in seine Arme zog, um ihn zu begrüßen. Auch er und Harry waren sehr gute Freunde geworden. Ich gab Jack die Hand und brachte sie ins Esszimmer, der Tisch war natürlich schon gedeckt.

"Tommy!" rief Salvadors tiefe Stimme von oben, er hatte noch etwas erledigen müssen.

"Was ist los, Puffelchen?" rief ich zurück und Sam und Harry kicherten bei dem Kosenamen.

"Wer ist bei dir? Ich rieche Alpha." grollte mein Alpha und ich zuckte beinahe zusammen bei dem wütenden Ton. Ich wollte gerade antworten, da Stand er auch schon neben mir und zog mich an seine Seite. Jack stand auf und legte seinen Kopf leicht zur Seite, eine unterwürfige Haltung.

"Was machst du hier?" fragte Salvador und legte beschützend eine Hand auf meinen Bauch. Ich lächelte. Seit der Schwangerschaft war er noch beschützender geworden und sah es gar nicht gern andere Alphas in unserem Zuhause zu sehen. Selbst Cole hatte er am Anfang angefaucht, wie ein beleidigter alter Kater.

"Beruhige dich, Puffelchen. Er ist Harrys Begleitung." sagte ich und legte beruhigend eine Hand auf seinen Arm. Salvador grummelte etwas, ließ mich jedoch nicht los. Harry war rot geworden und in Jacks Augen lag ein Funkeln, welches ich innerlich grinsend zur Kenntnis nahm. Ich legte eine Hand auf Salvadors Arm.

"Komm Schatz. Lass uns essen." Salvador grummelte nur etwas, setzte sich jedoch, nachdem er mir geholfen hatte mich hinzusetzen. Mit meiner riesigen Kugel vorne dran, wurde es langsam immer schwieriger mich zu bewegen. Das Problem war, das ich je mehr die Schwangerschaft voranschritt, immer geiler wurde, doch wie gesagt ich konnte mich kaum bewegen und Salvador und ich mussten viel experimentieren, bis wir eine gute Position fanden, doch das war jetzt kein Thema für den Frühstückstisch. Nach einiger Zeit quatschten Harry, Sam und ich ausgelassen über belanglose Themen und Salvador und Jack schienen langsam auch miteinander auszukommen. Irgendwann zogen wir vom Ess- ins Wohnzimmer um und nach einiger Zeit kamen Everett und Cole mit ihren Kindern vorbei. Ich liebte ihre Kinder und saß zusammen mit Sam auf dem Boden, um mit ihnen zu spielen, wärend Everett und Harry sich auf dem Sofa unterhielten. Die Alphas standen mittlerweile am Fenster und betrachteten fachmännisch einen kleinen Riss, welcher sich durch das alte Gemäuer zog, bei dem ich schwörte, dass er schon bei meinem Einzug dagewesen sei, doch Salvador machte ein Drama draus und behauptete steif und fest, dass unser Heim, welches schon seit Jahrhunderten Wind und Wetter stand, hielt, bald in sich zusammenfallen würde. Plötzlich quiekte Everett hinter mir auf und ich drehte mich um. Everett hatte die Hände vor den Mund geschlagen und Harrys Wangen waren rot. Everett bekam Tränen in den Augen.

"Oh Harry ich freue mich so für dich." schluchzte Everett dramatisch und drückte den leicht überforderten Harry an seine Brust. Der tätschelte leicht seinen Rücken und sah hilfesuchend zu mir.

"Was ist denn passiert?" fragte ich und blinzelte neugierig zu den beiden auf. Harry löste sich aus der Umarmung und sobald ich sah, wie sich Harry die Arme um den Bauch legte, wusste ich es. Doch das war nicht möglich. Harry war ein Beta und somit weder zeugungsfähig, noch konnte er schwanger werden. Ich runzelte die Stirn.

"Ich bin schwanger." hauchte Harry leise und Sam erstarrte.

"Wie bitte?" meinte er und sah Harry ungläubig an. Harry schob nervös seine Brille zurecht.

"Ich bin ein Gamma." platzte es aus Harry heraus und er wurde noch roter.

"Ich bin kein Beta, sondern ein Gamma. Ich weiß das natürlich schon immer, aber es war mir unangenehm, denn ich kannte niemand anderen der so war wie ich. Jack und meine Eltern sind die einzigen die es wissen, ihr jetzt natürlich auch und ich bin gerade supernervös und, und..." er stotterte und wurde nervös, rutschte herum und schob seine Brille hin und her.

"Oh Harry" ich setzte mich neben ihn und nahm ihn in den Arm.

"So etwas muss dir doch nicht unangenehm sein. Ich freue mich sehr für dich und kann es kaum erwarten dir bei all diesen Sachen, die auf dich zukommen zu helfen. Babysachen kaufen, Kinderzimmer einrichten und so weiter. Unsere Kinder werden bestimmt gute Freunde."

Harry sah mich dankbar an und lehnte sich an mich.

"Wer ist der Vater?" fragte Sam plötzlich und ich musste lachen.

"Ähm nun ja..." murmelte Harry und ich lachte schon wieder.

"Oh Sam denk doch mal nach." Sam sah nur bedröppelt drein und ich rollte nur mit den Augen und schaute zu den drei Männern, welche mittlerweile an dem Riss rumfummelten und gegen die Wand klopften. Es war ein lustiges Bild, wie Cole sein Ohr an die Wand presste, Salvador mit einem Stück Holz in der Rille pulte und Jack vorsichtig das alte Gemäuer abtastete, als wolle er sicher gehen, dass es nicht gleich über ihm zusammenbrach. Sam verfolgte meinen Blick und seine Augen wurden kugelrund.

"Du hast eine Affäre mit deinem Scheff?!" quiekte er und sah begeistert aus.

"Wie heiß..." säuselte er. Harry kicherte ein bisschen entspannter und lehnte sich dichter an mich. Der Tag schritt voran und irgendwann saßen wir alle auf dem Sofa. Ich gegen Sam gelehnt, welcher mir Zöpfchen in mein kurzes Haar drehte, Harry, welcher mit dem Kopf auf meinem Schoß lag und in meinen Bauch horchte und immer, wenn sich eines der Babys bewegte, entzückt quietschte und Everett, welcher seinen kleinen Sohn auf seinem Arm trug, welcher schlief. Gekrönt wurde das Bild nur noch von Everetts Tochter, welche sich quer über Harry und Everett gehängt hatte und mit offenem Mund schnarchte. Es war bereits abends und auch wenn sie alle eigentlich nur zum Frühstück vorbeischauen wollten, war ich doch glücklich sie, um mich zu haben. Unsere Männer waren längst irgendwo anders verschwunden und suchten nach Materialien, um den Riss zu flicken. Zufrieden seufzte ich und sah zu wie sich meine Freunde leise über einen Witz beömmelten, welchen Sam gerade zum Besten gegeben hatte.

Ich war so froh, dass ich sie hatte....

Be MineWo Geschichten leben. Entdecke jetzt