Die letzten Jahre hatten Hermine deutlich gelehrt, dass man den Ablauf des Lebens nicht planen kann. Man kann sich nie sicher sein, ob sich seine Vorstellungen von der ersehnten Zukunft erfüllen werden. Vorallem für die kluge Hermine, war diese Einsicht schwer gewesen. Ihr tat es gut, sich auf etwas verlassen zu können, zu wissen, wie alles ablaufen wird. Doch hätte man ihr jemals gesagt, dass sie Freundschaft mit Draco Malfoy schließen würde, oder gar Gefühle für ihn hegen könnte, dann hätte sie empört geschaut und dem Sprecher einen gemeinen Fluch um die Ohren gehauen. Oder, wie sie es einst bei eben dem Malfoy gemacht hatte, sie würde ihre Faust spielen lassen.
Trotzdem geschah eben das, was sie nie gedacht hätte.
Die Blätter in all den warmen Sonnenfarben wichen kahlen, mit Schnee belasteten Ästen.
Nicht selten sah Hermine, wie die zarten dürren Äste unter der Last des Schnees knackten und zu Boden fielen.
Der Sturm, der über Hogwarts sein Unwesen getrieben hatte, wurde zu einem Schneesturm, der das ganze Gebäude in seine wirbelnden Arme schloss.
Nur eine hatte sich aus der eisernen Umarmung befreit. Das Mädchen, welches die erste war, die den Todesfleck entdeckt hatte, wurde von ihren besorgten Eltern bereits am Ende des Herbstes von der Schule geholt. Trotzdem zierte ihr Gesicht alltäglich die Titelseite des Tagespropheten.
Und trotz all der Aufmerksamkeit und all den Fragen, schwieg die Familie. So geschah es auch, dass die Artikel über das Schicksal der Amelia Coral von dem Zentrum der Titelseite in die untere Ecke rutschten, auf die letzte Seite und letzendlich komplett von dem Papier verschwanden.
Und in all der Zeit, in der der Schnee kam, Amelia Ciral in Vergessenheit geriet und McGonagall die Schüler vor dem Sturm warnte, in all dieser Zeit traf Hermine sich mit Draco. Es waren heimliche, nächtliche Treffen in den dunkelsten Ecken Hogwarts und es waren die hellsten Momente in Hermines Leben. Es war Unbeschwerheit und es war, nun ja, man könnte es Liebe nennen. Hermine genoß seine Nähe, seine bloße Anwesenheit.
Sie hatte mit Ron Händchen gehalten und mit ihm Schmatzer ausgetauscht, aber sie hatte noch nie jemanden mit Hingabe geküsst. Nicht bevor sie begonnen hatte Draco nachts in den abgelegensten Ecken der Schule zu treffen.
Trotz allem schaffte sie es zwischen all ihren nächtlichen Treffen und den Schulaufgaben, sich mit dem Todesfleck zu beschäftigen.
Sie teilte McGonagall mit, dass es auf dem Dach mehr davon gab und begründete das Entdecken mit der Tatsache, dass es durch die Decke tropfte. Und da sie in dem obersten Stockwerk gerne lernte, wussten die meisten Schüler und auch die Direktorin. Sie hatte Hermine bloß lange gemustert und dann gemeint: „Passen sie auf sich auf, Miss Granger..."
Das Ministerium schickte regelmäßig Abgesandte, die in der Schule rumschwirrten und absolut nichts herausfanden. Da in dem Tagebuch nichts anderes über den Todesfleck zu finden war, hatte Hermine das Buch unter ihre Matratze geschoben und es dort gelassen.
Von Harry, Ron und Ginny kamen regelmäßige Brife und Hermine gab ihnen äußerst unregelmäßige Antworten.
„Miss Granger!"
Professor Sepruns Stimme surrte in Hermines Ohr.
„Man braucht mindestens fünf Zaubersprüche hintereinander, um so viel Energie in einen Zauber zu legen.", sagte sie halbherzig und schüttelte ihre Locken.
Seprun schnaubte auf und zischte etwas Unverständliches. Hermine grinste nur leise vor sich hin. Natürlich kannte sie den gesamten Unterricht, welcher für ihre Klassenstufe vorgesehen war.
Schließlich hatte sie nicht umsonst den Ruf der schlausten Hexe der Schule. Der Professor schnaubte erneut und grummelte: „Dieses Problem muss beseitigt werden."
Verwunderte räusperte Hermine sich und hakte nach: „Professor, was meinen sie?"
„Was? Nichts, S-Miss Granger, natürlich, Miss Granger.", meinte er schnell und verhaspelte sich dabei.
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A hidden year (Dramione FF)
Fanfic"Der Familienname sagt gar nichts über einen aus, Granger." Seit neustem auch mit Fortsetzung: A hidden hour
