„Hermine! Wo warst du?", rief ihr Neville entgegen, als Hermine, dicht gefolgt von Draco, in den Flur trat.
„Und was macht der hier?", verzog er sofort das Gesicht, als er Draco erblickte.
Draco spannte seine Kieferknochen an und presste seine Lippen zu einem dünnen Strich. Er schien auf eine Reaktion ihrerseits zu warten, doch Hermine senkte bloß den Blick und ließ sich von Neville mitziehen. Mrs. Norris drückte ihr Fell gegen Hermines Brust, aber selbst die Wärme des Tieres konnte die Kälte, die sich in Hermine ausbreitete nicht aufhalten.
„Pass lieber auf! Wer weiß, was der für Gemeinheiten ausbrütet.", zischte Neville und warfe Draco einen letzten hasserfüllten Blick zu.
„Hermine?"
Eine Träne hatte sich einen Weg nach Draußen gebannt und kullerte Hermines Wange herunter.
Neville blickte sie verwirrt an und fragte sie, was denn los sei, doch sie konnte ihm nicht antworten. Sie selbst hatte die Antwort nicht gewusst.
„Ich bin müde.", flüsterte sie und ließ Neville alleine auf dem Flur zurück. Mrs.Norris schüttelte sich und befreite sich aus Hermines Armen. Erst wollte sie der Katze nachjagen, doch dann entschied sie sich dagegen. Das Tier würde seinen Weg zu Filch schon finden.
Der Gemeinschaftsraum der Gryffindors war vom warmen Licht und freundlichem Stimmengewirr erfüllt. Auch im Schlafsaal gab es kein ruhiges Plätzchen. Die Gryffindor Mädchen schwärmten laut über das Quidditch Team ihres Hauses und kicherten gemeinsam. Hermine wurde gerufen, doch sie ließ die Rufe an sich vorbeigleiten.
Alleine sein, das war ihr einziger Wunsch. Den Tarnumhang über die Schultern gestreift, schritt sie durch die inzwischen leeren Flure.
Und ein unerklärliches Verlangen zerrte sie erneut auf das Dach der Schule.
Der Himmel war stets von dunklen Wolken überzogen und der Wind verpasste Hermine kalte und unaufthalsame Peitschenhiebe. Trotzdem bliebe sie wie versteinert sitzen und lehnte sich gegen die Steinmauer hinter ihr.
Immer mehr Trännen flossen über ihre Wangen und verfingen sich in ihrem wirren Haar. Die Kälte traf auf die Tränen und verursachte einen kühlen Schmerz, der sich in Hermines Wangen brannte. Der Regen prasselte auf die Steine und verursachte ein melodisches Plätschern, das unaufhaltsam war. Es war, als ob eine unsichtbare Macht sich dazu entschieden hatte auf den Steinen Hogwarts' und dem Boden dieser Erde zu trommeln.
Der Himmel verdunkelte sich immer mehr und auch der Wind schien stärker zu werden. Hermine fröstelte es, doch sie fand keine Kraft, um aufzustehen und sich zurück in den Gryffindorraum zu bewegen. Unerwartet sah sie einen weißen Punkt auf sich zu kommen und griff reflexartig nach ihrem Zauberstab.
Ein weißer Schwan aus Papier landete auf ihrem Schoß und sakte augenblicklich wegen dem Regen zusammen.
Hermine blickte sich über die Schulter und erblickte Draco Malfoy. Sie hatte schon lange aufgehört sich zu fragen, wieso er immer bei ihr auftauchte. Obwohl sie ihn nie gezielt suchte, oder es sich eingestand, war er immer da. Nicht wie Harry oder Ron, die stolz an ihrer Seite durch die Flure flaniert sind. Eher wie Mrs. Morris, die immer da war ohne mehr als nur ihren Schatten von sich preiszugeben.
Draco setzte sich neben sie und ließ einen weiteren Schwan in die Dunkelheit gleiten. Ein Lächeln bannte sich auf Hermines Lippen, als sie sich erinnerte, wie er vor einigen Jahren dasselbe gemacht hatte. Das war einer der Momente gewesen, in denen sie an die gute Seite des Malfoy Jungens geglaubt hatte. Und das hatte sie oft getan. Als sie den Schmerz in seinen Augen sah während er zu Voldemort und seinem Vater ging. Er hatte einen letzten Blick in die Schülermenge geworfen und dieser Blick hatte ihr und ihren Freunden gegolten. Sie hatte geglaubt darin Reue zu erkennen, doch Ron hatte sie verspottet und geimeint, dass sie nicht so naiv sein sollte.
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A hidden year (Dramione FF)
Fanfiction"Der Familienname sagt gar nichts über einen aus, Granger." Seit neustem auch mit Fortsetzung: A hidden hour
