Hermine war nicht die einzige, die aus ihrem Bett sprang und dem Laut folgte. Hunderte Fußpaare trafen auf den steinernen Boden und erzeugten einen unglaublichen Hall. Das Surren leitete die gesamte Schüler-und Lehrerschaft in den Hof der Schule. Hermines nackte Füße klatschten bei jedem Schritt, doch ihr selbst fiel das fehlende Schuhwerk nicht auf. Die Flure waren überfüllt, die Panik lag in der Luft und draußen drehte der Schneesturm seine Wirbel. Die Schülermasse hatte die Gänge nun vollkommen geflutet und Hermine versuchte verzweifelt einen Blick auf ein bekanntes Gesicht zu erhaschen. Doch die Schüler verschwammen zu einem großem Ganzen, ein Gesicht der Angst und doch der Einheit. Ein ungutes Gefühl schlich sich in Hermines Herz, ein schwerer Gedanke lastete auf ihr, doch trotzdem stürmte sie mit lauter anderen Schülern auf den vollkomen zugeschneiten Hof.
Und das Schauspiel, das sich ihr bot, raubte ihr die Luft.
Der Schneesturm lockerte seine weiße Wand und eine hagere Gestalt war nun in der Mitte des Hofes zu sehen. Um sie herum drehte der Schneesturm seine Kreisel und wirbelte den langen schwarzen Mantel der Person um sie herum. Langsam richtete sich die Gestalt auf und dann riss der Sturm die Kapuze von ihrem Haupt. Lange weiße Strähnen verschmolzen nun mit den schweren weißen Schneeflocken und entblößten das Gesicht von Lucius Malfoy.
Die Schüler drängten sich aneinander, hielten sich die Hände vor das Gesicht und rückten zurück.
Verzweifelt drehte Hermine sich im Kreis. Vergeblich suchte sie nach Dracos weißem Haarschopf.
Der Sturm zerrte ihr an den Haaren, die eisigen Schneeflocken schlugen ihr ins Gesicht und die Kälte machte sie steif und hilflos.
„Tretet zurück!"
McGonagalls Stimme hallte durch den Hof. Die Schülermenge drängte sich noch enger an die Mauern und ließ der Direktorin den Vortritt. Hermine wusste, dass die Professorin die Schule und ihre Bewohner mit ihrem Leben verteidigen würde. Doch auf gar keinen Fall wollte sie, dass die Todesser erneut den Triumph haben, den Tod eines Schulleiters einzuleiten.
Während Hermine sich langsam von der Menge trennte, um einen besseren Überblick zu haben, suchte Lucius gezielt den Schulhof ab. Es war allen klar, wen seine bösartig glitzernden Augen zu finden versuchten.
Lucius suchte seinen Sohn und mit ihm tat es Hermine.
Dann erblickte sie ihn und die eisige Kälte des Sturmes des Bösens, jede Kraft der dunklen Magie konnte der Hitze, welche ihr Herz augenblicklich erfüllte, nicht widerstehen. Draco stand inmitten der Schüler und schaute ihr in die Augen. Hermine schluckte. Sie wartete auf ein Zeichen seinerseits, auf ein Leuchten in seinen Augen oder auch auf ein einfaches Nicken. Doch Draco schenkte ihr nichts von dem. Stattdessen drehte er seinen Kopf zur Seite, um den Blick von Hermine zu meiden. Diese spürte, wie es in ihren Augen zu brennen begann. Das Höllenfeuer schien von ihren Augen Besitz ergriffen zu haben. Doch es war nicht zu vergleichen mit dem Schmerz, welcher sich in ihrem Herzen ereignete. Eine heiße Träne befreite sich aus ihrem Augen, brannte auf der kalten Haut und hinterließ noch mehr brennenden Schmerz.
Aus der Dunkelheit und Geborgenheit der Säulen trat Professor Seprun hervor, den Zauberstab in seiner knochigen Hand und das Todesser Zeichen auf seinem Unterarm pragend. Der schwarze Umhang, den er wie eine Schleppe hinter sich her zog hinterließ eine graue Spur im sauberen Schnee.
„Guten Abend, Miss Granger.", kicherte der bleiche Mann und entblößte seine gelben Zähne.
Angewidert trat Hermine einen Schritt zurück.
„Wie ich gehört habe, haben Sie mein Tagebuch gelesen.", zischte der Professor und fiel wieder in sein Kichern ein, welches sich wie das Krähen eines alten Raben anhörte.
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A hidden year (Dramione FF)
Fanfiction"Der Familienname sagt gar nichts über einen aus, Granger." Seit neustem auch mit Fortsetzung: A hidden hour
