Schlimmer kann es nicht werden wurde zu Hermines Devise, an die sie sich verzweifelt klammerte. Sie ertrug die Stunden der Zaubertrankbrauerei mit zusammengekniffen Zähnen, blätterte ohne jeglichen Protest in den Theoriebüchern von Professor Seprun und rauschte, wie ein verärgerte Katze, durch die Flure von Hogwarts. Ihre gesamte Bildung holte sie aus der Bibliothek, fest entschlossen einen exzellenten Abschluss am Ende des Jahres zu bekommen. Das Jahr fing aber erst an und so hatte Hermine noch einiges vor ihr.
"Etwas liegt in der Luft und ich hoffe, dass eure Aufmunterungen sich als wahr erweisen.", meinte sie, als sie sich in einer Freistunde zu Neville und Luna setzte und ihre neuausgeliehenen Bücher auf den Tisch fallen ließ.
"Was zur Hölle ist das, Hermine?", fragte Neville und schaute ehrfürchtig den Bücherstapel an.
"Das ist meine Bildung und Zukunft, Neville.", erklärte Hermine amüsiert.
"Und es sollte auch deine sein.", fügte sie hinzu und setzte sich auf die Bank neben Luna.
Luna schwieg und Hermine schob die Schuld auf das miese Wetter, das vor den Toren wütete. Der Himmel war ständig mit grauen schweren Wolken überdeckt und ein unangenehmer Nieselregen schien die Schüler in die Schule verbannen zu wollen.
Im großen Saal war es warm und sicher. Hermine lernte. Luna tat es ihr nach. Neville aß oder starrte Löcher in die Luft. Hermine hatte ein Mal versucht ihm einen dicken Wälzer über die Geschichte der Zauberei unterzuschieben, aber Neville hatte ihren Schachzug durchschaut und sich aus dem Saal verdünnisiert.
Das Wetter war immer noch unausstehlich, als Hermine und ihre Freunde im großen Saal saßen und ihr Abendessen verschlangen. Hermine hatte den Mittagssnack verpasst und war hungrig wie noch nie. Neville war immer hungrig und Lunas Appetit war auch geweckt, was bestimmt an den knusprigen Lammkoteletten lag, die serviert wurden.
"Meine Intuition will mich warnen, aber ich weiß nicht vor was.", erklärte sie während einer kleinen Kaupause.
Neville schmatzte weiter und so war es Luna die antwortete.
"Ich hoffe, dass es sich nicht auf was Neues wie Kamille statt Rosen bezieht.", kicherte sie und nahm einen Schluck Wasser.
Hermine stimmte in ihr zaghaftes Lachen ein und fühlte sich ein bisschen erleichtert.
"Wahrscheinlich ist es wirklich nur so eine kleine Befürchtung.", dachte sie und widmete sich wieder dem Abendessen zu.
Hermine saß mit dem Rücken zu der Eingangstür und so hörte sie nur das Geräusch des Öffnens und spürte einen kühlen Windzug, der aus dem Flur kam.
Es kamen ab und zu Schüler zu spät zum Abendessen, die sich dann leise und unmerklich - zumindesten versuchten sie es so- in den Saal schlichen und zu ihren Plätzen huschten, um keinen tadelnden Blick vom Lehrertisch aus zu bekommen.
Hermine dachte, dass es wohl wieder ein Zuspätkommer war und goss sich Saft in ein Glas ein.
Die Schüler an den Tischen warfen kurze Blick zu der Tür, aber die meisten ließen desinteressiert von dem Geschehen ab und gingen zum Kakao über.
Die Tür hätte sich schon längst schließen sollen und Hermine fragte sich, wieso der Schüler so lange im Türrahmen stehen blieb. Schließlich ging es doch um das unauffälige Reinschleichen, vermutete sie.
Sich umzudrehen erschien ihr zu umständlich und so beachtete sie das kurze Raunen, das durch die reihen ging, nicht.
Plötzlich fing Neville an laut zu röcheln und lief rötlich an. Er hustete und hustete, während ein Mitschüler aus Gryffindor ihm auf den Rücken klopfte.
"Was ist denn los? Es sieht so aus als hättest du einen riesigen Bergtroll gesehen!", rief Hermine und schaute ihn besorgt an.
Neville schüttelte bloß den Kopf, deutete mit dem Zeigefinger auf einen unbestimmten Punkt hinter Hermine und keuchte Schlimmer!
Hermine nahm schnell einen kleinen Schluck Saft und drehte sich ziemlich verdattert um. Was musste Neville gesehen haben um so beunruhigt zu sein?
Ein lautes Prusten, das in ein Keuchen überging und der gesamte Saft, der in ihrem Mund war, verteilte sich auf dem Boden und auf ihren Knien.
Genau vor der Eingangstür stand Draco Malfoy und ließ seinen dauerspöttischen Blick durch den Raum gleiten.
"Was macht das Frettchen hier?", zischte Hermine nach dem ihr, Palton, der Junge, der auch Neville vom Ersticken gerettet hatte, auf den Rücken geklopft hatte.
Luna und Neville zogen lange Gesichter und zuckten mit den Schultern.
Professor McGonagall richtete sich auf und verließ ihren Sitzplatz.
Schnellen Schrittes eilte sie auf Draco zu, schüttelte seine Hand und sprach die erschütterndsten Worte, die Hermine je gehört hatte.
"Ich heiße Draco Malfoy herzlich wieder auf unserer Schule willkommen!", sagte sie und schenkte Draco ein nettes Lächeln, das er nicht erwiederte.
Hermine sprang auf und das Geschirr klirrte. Einige Schüler warfen ihr fragende Blicke zu. Das Schauspiel in der Mitte des Saales schien ihre Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen.
Sie raffte ihren nassen Umhang zusammen und verließ den Raum. Der Saft klebte an ihren Knien und behinderte sie ein wenig beim Laufen.
Als sie schnell laufend an Draco Malfoy vorbeiging, entging ihr nicht der kurze Seitenblick, den er ihr zuwarf.
Dieser eine Blick, der verspottet und erniedrigt. Der Blick, den jeder an Draco Malfoy kannte.
"Es kann nicht noch schlimmer werden.", äffte Hermine Neville nach, als sie in den Mädchenraum Gryffindors rauschte.
"Aber katastrophaler!", rief sie leise aus und ließ sich auf ihr Bett fallen.
Ihr graute es vor dem nächsten Schultag und sie betete, dass es bloß eine Einbildung war, die ihr wegen dem vielen Lernen in den Kopf kam. Sie hatte viele Bücher über die unmöglichsten Phänomene gelesen. Da konnte es doch sein, dass sie sich mal was einbildete.
Mit diesen Gedanken schlief Hermine ein.
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A hidden year (Dramione FF)
Fanfiction"Der Familienname sagt gar nichts über einen aus, Granger." Seit neustem auch mit Fortsetzung: A hidden hour
