Epilog

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Eine junge Frau in einem blauem Mantel steht am Gleis 9 3/4 des King Cross Bahnhofs. Ihre braunen Locken wippen während ihres Ganges auf und ab und die Absätze klappern fröhlich, wenn sie auf den Boden treffen.

„Hugo, Rose!“, ermahnt sie die beiden Kinder, die neben ihr stehen und einander die Zunge ausstrecken.

„Wenn ihr so weiter macht, dann verpasst ihr noch den Zug!“, mahnt sie und zieht die beiden mit sich mit.

„Papa und Harry haben es trotzdem mal geschafft!“, brummt das Mädchen und spielt damit auf den Flug mit dem Auto an, welchen Ron Weasley und Harry Potter einst vollbracht hatten.

Ein rothaariger Mann grinst die Kinder an und schenkt der hektischen Brünette einen liebevollen Blick.

„Hermine! Ron!“, schreit eine ebenfalls rothaarige junge Frau und fällt dem Mann schwermütig und laut lachend um den Hals.

Auch an der Seite des neuangekommenen Paares sind drei Kinder zu sehen.

„Na kommt! Ich will in den Zug!“, meint das rothaarige Mädchen, welches die Tochter von der jungen Frau ist. Die Erwachsenen lächeln einander vielsagend an und helfen ihren Kindern in den Zug zu steigen. Es werden Anweisungen geflüstert und zärtliche Küsse verteilt. Die Jüngsten funkeln ihre älteren Geschwister neidisch an, denn Hogwarts erscheint für sie, wie das größte Märchen und sie müssen noch einige Jährchen warten, bis sie ein Teil davon werden können.

Der Schwarzhaarige, der von Vorbeigehenden mit „Mr.Potter“ gegrüßt wird, ist in ein Gespräch mit dem Rothaarigen vertieft, welcher wild gestikuliert, um seinen Worten Nachdruck zu verleihen.

Die junge Frau lässt ihren Blick über die aufgewühlte Menge gleiten. Eltern drücken ihre Kinder noch zum letzten Mal, bervor sie sie auf die aufregendste Reise ihres Lebens schicken. Zaubererkinder hantieren bereits erfahren mit magischen Scherzartikeln rum und die, die ganze alleine hier sind, blicken noch unsicher durch die Gegend. Koffer werden in die Waggons gezerrt, Käfige mit Eulen oder anderen Tieren werden vorsichtig getragen und der Bahnhof ist von den verschiedensten Geräuschen erfüllt.

Plötzlich zuckt die Frau zusammen.

Aus einem der Fenster lehnt sich ein schlacksiger Junge mit hellblondem Haar und winkt begeistert seinem Elternpaar zu. Ein Mann mit ebenfalls hellblondem, beinahe weißem, Haar und eine zierliche Braunhaarige, die ihr Gesicht unter einem Hut verbirgt.

Der blonde Mann dreht sich in die Richtung der jungen Frau und auch er hält den Atem an.. Sie blicken sich direkt in die Augen, über die ganze Menschenmenge hinweg. Diese verschwimmt für beide zu einer bunten Masse, aus der nur sie herausragen. Die junge Frau schluckt schwer, während ihr Blick immernoch seine Augen erkundet.

Und ihnen sieht sie den größten Schmerz, die größte Reue, aber auch die unermesslichste Liebe dieser großen Welt. Sie spürt, wie sich ihre Augen mit Tränen füllen und ihr Herz schwer wird. Sie blicken sich an, als ob es nur sie geben würde. Und dieses eine Jahr, es holt sie ein und es verursacht den unmöglichsten Schmerz dieses Universums. Der Schmerz, eine Person zu lieben und sie vergessen zu müssen.

Doch der Moment dieser kleinen Unendlichkeit verschwindet, als die Braunhaarige ihre Hand auf die Schulter des Mannes legt und die junge Frau argwöhnisch mustert.

Und auch die junge Frau spürt eine Berührung an ihrem Rücken. Der rothaarige ist an sie rangetreten und zieht sie an sich.

Und bevor seine Arme sich um sie schließen, treffen sich die Blicke des blonden Mannes und der jungen Frau ein letztes Mal. Es tut mir leid. Das sind die Wörter, die ihre Augen sprechen.

So versinken sie in einer letzten Umarmung ohne von dem anderen berührt zu sein.

„Na komm, Hermine-Liebling, lass uns einen Kaffee trinken.“

-„Natürlich, Ron.“

                          ●ENDE

The one who really love us, never leave us.
-Sirius Black

A hidden year (Dramione FF)Wo Geschichten leben. Entdecke jetzt