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Ich wollte aufstehen. Meine Beine taten weh. Ich hörte, wie unten die Tür aufging. Jemand betrat den Eingang. War es Quint? Lynx? Oder sogar Prim?
"Lämmchen?"
"Ethan!" Ich rannte hinunter und umarmte ihn stürmisch. Er erwiderte die Umarmung und ließ mich für eine ganze Weile nicht los. "Ich dachte, sie hätten dich erwischt", murmelte er in mein Haar.
"Du wusstest davon?", fragte ich ihn.
Er nickte.
"Ich habe dich unsichtbar gemacht."
"Das warst du?", fragte ich ihn ungläubig.
Ich erinnerte mich an die Szene, als ich ihn im Schlafzimmer gesehen habe und er diese seltsamen Wörter aussprach.
"Als ich deine Wohnung betrat, welchen Zauber hast du dort beschwört?", fragte ich.
"Ich habe einen Schutzzauber auf dich gelegt, sodass dir niemand etwas antun konnte." Seine Stimme wurde leiser.
"Was meinst du mit 'antun'?"
Er blickte mich an.
"Sie waren bei dir. Jede Nacht."

Die Tür zu Loris Wohnung war sperrangelweit offen. Ich befürchtete, dass auch hier alles im Chaos versunken war, doch erstaunlicherweise war alles schön an seinem Platz.
Ethan ging vor. Er schlich lautlos durch die Wohnung, bevor er mich reinließ. Ich betrachtete die vielen Familienfotos von Lori und ihren Eltern, die im Flur aufgehängt worden waren. Dies gab mir einen Stich. Ich hatte nie Familienfotos mit meinen Eltern.

"Lämmchen?" Ethan war in der Küche.
Ich folgte seiner Stimme und fand den Brief, der auf dem Küchentisch lag.

Wir haben dich gewarnt. Deine letzte Chance steht noch. Heute Abend im Park. Zwanzig Uhr.

Unten an der Nachricht stand noch
"von Quint ;-)" aber das wurde durchgestrichen. Wahrscheinlich war Lynx dagegen gewesen.

Ethan und ich sahen uns an.
"Ich muss dort hin", sagte ich.
"Ich komme mit." Ethan lächelte.
"Nein. Ich muss das alleine tun."
Sein Lächeln erlosch. "Ohne mich gehst du gar nicht dorthin", sagte er und kniff die Augen zusammen.
"Ich darf machen, was ich will, Ethan."
"Nicht wenn ich in deiner Nähe bin."
"Wir sind nicht zusammen, Ethan."
"Ich weiß. Und ich bereue das."
Ich war verwundert über seine Worte. Er zog mich zu sich. "Ich lasse dich nicht gehen."
"Und ich lasse Lori nicht sterben."
Ich riss mich von ihm los und ging.

Es war Abend. Ein kühler Wind fegte durch den Asphalt. Ich sah auf meine Armbanduhr. Fünf vor acht Uhr.
Ich setzte mich auf eine Parkbank. Es war mir so egal, ob Ethan hier in der Nähe war und mich beobachtete. Ich hatte langsam keine Lust mehr auf diesen Beschützerkram.
Ich konnte sehr wohl auf mich selbst aufpassen. Danke Ethan.
Ich schloss die Augen und dachte nach. Eine Weile lang. Über Lori und die Anderen. Was spielten sie für eine Rolle? Ethan sagte, dass manche von diesen 'Monstern', ich brauchte langsam mal einen Namen für diese Kreaturen, nett waren.
Ich öffnete meine Augen - und hätte fast geschrien. Neben mir saß plötzlich Quint.

"Hallo, hübsches Menschlein." Er lehnte mit dem Rücken gegen die Bank und grinste mich an. Nur war sein Grinsen anders, es wirkte irgendwie... charmant.

Ich schluckte und sah nach vorn.
"Hallo, Quint."
Auch er saß nun kerzengerade auf der Bank. "Hast du über den Deal nachgedacht?", fragte er. Ich nickte.
Er sah sich um. "Sag Mal, kann es sein, dass du nicht alleine hier bist?", fragte er leise.
"Jetzt wo dus sagst...", ich sah mich um,
"Ich fühle mich irgendwie beobachtet."
Er sprang auf und nahm meine Hand.
"Los, gehen wir." Er rannte los und ich ihm hinterher.
"Sag mal, wo sind Lynx und Prim?", fragte ich ihn. "Sie sind bei deiner Freundin. Lori heißt sie doch, oder? Eine freundliche Person."
Mir wurde kalt. Doch die Wärme von Quints Hand lenkte mich davon ab.
"Warum ist sie nicht hier?"
"Wirst du schon sehen."
Wir verließen den Park und rannten auf die Brücke von Capital City.
Ich sah zurück - und erstarrte. Mein Körper blieb automatisch stehen und Quint drehte sich überrascht um. Als er sah, wen ich entdeckte, war er nicht sehr erfreut.
Ethan stand da, einige Meter von uns entfernt. Er sah mich traurig an.
Quint ließ mich los. Er stand vor mich und streckte beschützend die Hände.

"Hier kommst du nicht durch." Seine Stimme bebte.
"Gib sie her."
"Nicht einmal über meine umwerfend gutaussehende Leiche", knurrte Quint.
Ethan machte einen Schritt auf mich zu.

Quint sah mich an. "Vertraust du mir?", fragte er.
"Ein Bisschen", gestand ich.
"Gut, das reicht mir. Spring."
"Wie bitte was?!", fragte ich hysterisch.
"Spring! Vertrau mir!", rief er.
Ich sah nach unten. Das waren locker um die dreißig Meter, vielleicht sogar mehr.
Quint fluchte, als Ethan einen weiteren Schritt machte.
Plötzlich geschah alles so schnell.
Ich wurde von hinten an der Taille gepackt und an Quints Körper gepresst. Wir standen am Rand der Brücke.
"Madeline!", brüllte Ethan.
Quint lehnte nach vorn.
"Bitte nicht", wimmerte ich. Doch zu spät. Wir fielen. "Vertrau mir", flüsterte Quint mir zu. Ich schloss die Augen.

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Mal eine kurze Frage. Kann es sein, dass manche der Leser nicht alle Kapitel gelesen haben? Das ist kein Vorurteil, ich frage mich das nur gerade. Ich empfehle euch, alle Kapitel zu lesen, sodass ihr versteht, warum welche Person so handelt. Manche der Kapitel sind wichtig (huehue).
Übrigens danke ich euch, dass ihr überhaupt schon meine Geschichte lest. Ich hätte nicht gedacht, dass ich bald eintausend Views habe!
Bis zum nächsten Kapitel (muss nur noch ein paar Änderungen durchstehen ^-^)

Remnants Of DarknessGeschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt