Luke's PoV:
Um kurz vor halb acht sitze ich, frisch geduscht und mit meinen neuen Klamotten am Leib, auf meinem Bett und warte auf Ashton. Ich bin so schrecklich aufgeregt. Wegen ihm drehen meine Gefühle und mein Körper vollkommen durch. Meine Atmung ist flach und schnell, ich schaue jede gefühlte Stunde auf die Uhr, nur um festzustellen, dass nach dem letzten mal nur etwa dreizig Sekunden vergangen sind.
Als es klingelt breitet sich automatisch ein breites Grinsen in meinem Gesicht aus, das von meinem einen Ohr zum anderen reicht. Ich hopse zur Tür, schnappe mir noch meinen Haustürschlüssel und rase die Treppen hinunter. Ich überspringe jede zweite Stufe periodisch und stampfe so laut, wie ich es zuletzt als Kind getan habe. Unten angekommen schmeiße ich mich Ashton in die Arme. Er lacht rau und drückt mich enger an sich, bevor ich mich löse und meine Lippen auf seine drücke. Ich lege meine Arme um seinen Hals und spiele ein wenig mit seinen Haaren, während er ganz leicht mit seinen Händen meine Seiten auf und ab streicht. Offiziell im Himmel angekommen, grinsen wir beide in den Kuss hinein.
„Hey Kleiner.", sagt Ashton als wir uns lösen, bevor er seinen Blick einmal von oben bis unten über mich streifen lässt. „Deine neuen Sachen stehen dir. Liege ich richtig damit, das du mein Geld doch angenommen hast, Kitten?" Ich werde rot und nicke. „Ich wollte bei unserem ersten Date nicht aussehen, wie frisch von der Straße.", gebe ich zu. „Du siehst immer wunderschön aus, egal was du anhast." Geschmeichelt vereine ich unsere Lippen ein weiteres mal. „Was machen wir jetzt?", frage ich ihn neugierig. Ashton zuckt mit den Schultern, tut so als ob er es nicht wissen würde. „Das werden wir schon noch erfahren. Steig ein." Er gibt mir einen Klaps auf den Hintern als ich mich umdrehe, um das Auto zu umrunden und auf der Beifahrerseite einzusteigen.
Die Autofahrt ist angenehm, wir lachen viel zusammen. Ashton zeigt mir alle neuen Lieder von Blink-182, die ich verpasst habe. Einige davon kann ich sogar schon mitsingen. Er lobt mich immer wieder für meine Stimme, doch ich bin fest in dem Glauben, dass sie nie im Leben so schön wie die von ihm sein wird. Wir bleiben vor einer Pizzeria stehen, die den Namen Luigi's trägt. Etwas zu typisch für meinen Geschmack, aber wenn es den Inhabern gefällt, soll es mir recht sein.
„Der Herr.", die Autotür auf meiner Seite wird schwungvoll von Ashton geöffnet, er reicht mir auch direkt seinen Arm, in den ich mich dankbar einhake. Ich kichere drauf los, was er mit seinen Lippen auf meinen verstummen lässt. „Du bist einfach zu niedlich.", nuschelt er zwischen unseren Küssen.
Wiederwillig löse ich mich von ihm, es ist mir noch ein wenig umangenehm, mich in der Öffentlichkeit so zu präsentieren. Die abwertenden Blicke der vorbeilaufenden Personen bestätigen mir dies nur noch mehr. Seufzend verriegelt Ashton sein Auto und führt mich in die Pizzeria.
Die Einrichtung ist sehr traditionell gehalten, es ist insgesamt ein kleines Geschäft. Wenn man reinkommt, ist neben einem direkt eine Theke, hinter der die Pizzen selbst auf einem riesigen, grauen Stein gebacken werden. In diesem Restaurant ist Selbstbedienung angesagt, dass heißt soviel wie: Pizza abholen ist vorne, dann könnt ihr euch irgendwo beliebig hinsetzen. Wir stehen eine ganze Weile an, da hier echt viele Menschen sind, doch als wir ankommen, bestellt sich Ashton eine Pizza mit extra viel Rucola und Schinken, während ich bei einer Pizza Margeritha verweile, die ist einfach am billigsten. Ashton besteht darauf, meine Pizza zu bezahlen, obwohl ich ihm bestimmt hundert mal sage, dass das nicht nötig ist. Zu trinken nimmt er ein Bier und ich eine Apfelschorle, da er mir verbietet ebenfalls Alkohol zu trinken. Mit unseren großen Pizzen, gebettet auf einem noch größeren Teller, setzen wir uns nach hinten in den Laden. Hier ist es etwas ruhiger, der perfekte Ort um sich näher kennen zu lernen.
Auf dem Tisch steht eine rote Kerze, die schon fast abgebrannt ist. Der Kerzenständer ist voll mit Wachs. Wir sitzen uns gegenüber, Ashton's Gesicht ist durch den Kerzenschein schwach beleuchtet, so scheint noch kantiger und herber.
„Und Lukey, was ist heute so bei dir vorgefallen?", fragt Ashton während er sich seine Pizza schneidet. Ich erzähle ihm, dass ich meinen einen Job verloren habe, aber wahrscheinlich auch direkt einen neuen gefunden habe. Währenddessen wacker ich mich auch mit meiner Pizza ab, schaffe es allerdings nicht sie mit diesem dämlichen Roller zu zerschneiden.
„Gib mal her, Darling. So wird das ja nichts.", sagt Ashton und nimmt sich Roller und Pizza.
„Aston?" Erwartungsvoll schaut er mich an. „Kann ich dich etwas fragen?" „Natürlich, alles was du willst Kitten." „Stimmt etwas zwischen dir und deinen Eltern nicht?"
Ashton ist fertig damit meine Pizza zu schneiden und schiebt meinen Teller wieder auf meine Seite des Tisches. „Das ist alles ein bisschen kompliziert, weißt du Lukey?", sagt er und seufzt einmal tief. „Vielleicht hilft es ja darüber zu reden." Aufmuntern nicke ich ihm zu. Nebenbei fangen wir beide an zu essen. „Sie arbeiten sehr viel und sind sehr selten zu Hause. Das war auch schon so als ich ein kleines Kind war." Er macht eine kurze Pause um etwas zu trinken. „Mary, die Frau die dir neulich die Tür auf gemacht hat, hat sich immer um mich gekümmert. Sie ist für mich viel mehr eine Mutter als meine leibliche. Sie kennt mich in und auswendig und kann mir am Gesicht ablesen was ich gerade fühle. Mit meinen Eltern war ich gelegentlich mal auf Geschäftsessen." Verstehend nicke ich immer wieder während er spricht. „Das einzige was wichtig war, waren meine Noten. Nachdem ich einen super Abschluss geschrieben habe, haben sie mich gezwungen Jura zu studieren, damit ich später die Kanzlei meines Vaters übernehmen kann. Eigentlich wollte ich noch nicht studieren, und wenn auch etwas ganz anderes, aber das war ihnen egal. Na ja, mir macht Jura jetzt ziemlichen Spaß. Es ist zwar anstrengend, aber das ist okay."
Ashton isst wesentlich schneller als ich und hat schon fast die Hälfte seiner Pizza aufgegessen, während wir uns unterhalten.
„Und wie ist das bei dir so gewesen, Lukey-Pukey? Eltern, Kindheit, Schule?"
„Meine Kindheit war relativ schön. Mit meinem einen Bruder verstand ich mich gut, nur mein anderer war immer schon das schwarze Schaf der Familie. Mom und Dad haben sich immer gut um uns gekümmert, wir hatten zwar nicht viel Geld, jedoch immer etwas zu Essen und so was halt. In der Grundschule war auch alles gut, ich war relativ beliebt, hatte viel Freunde."
Ich beiße von meinem Stücken Pizza ab, versuche so viel Zeit wie möglich zu gewinnen. Ashton greift nach meiner Hand und drückt sie kurz. Mir ist es unangenehm weiter zu erzählen, weshalb ich immer mehr Pizza in mich hinein stopfe. Ashton scheint zu merken das es mir unangenehm ist. „Vertrau mir Luke. Erzähl weiter!" Ich schlucke den Rest und fahre fort.
„Dann bin ich auf die weiterführende Schule gekommen und alles hat sich so um hundertachtzig Grad gedreht. Ich wurde gemobbt, da ich mich früh outete, meine Eltern fingen beide an zu trinken, verloren so ihre Arbeitsplätze. Ich hatte nicht viel zum anziehen, meine Sachen wurden immer älter, ich konnte einfach nicht mehr mit der Mode mithalten. Wir sind viel umgezogen, da sie die Wohnung nie bezahlen konnten, aber selbst zu viel Stolz hatten, zum Amt zu gehen und für uns was zu beantragen. Wir litten darunter. Da meine Brüder beide schneller die Möglichkeit hatten, aus diesem Teufelskreis zu entfliehen, haben sie diese Chance auch ergriffen. Ich habe mich oft verlassen von ihnen gefühlt. Als ich dann alt genug war, bin ich so schnell ausgezogen, wie ich nur konnte. Einer meiner Brüder ist dann mit den falschen Leuten in eine WG gezogen, ist dann in Kontakt mit Drogen gekommen und wurde süchtig. Jetzt ist er halt in einer Entzugsklinik, deren Aufenthalt ich ihm bezahle, weil es sonst kein Anderer tut. Es ist eigentlich hoffnungslos, da ich weiß, wenn er draußen ist, wird er sich schon wieder einen Schuss geben. Er ist einfach nicht stark genug. Meine restliche Familie schert sich nen Dreck um Jack. So ist das Leben halt."
„Und du lebst so ärmlich, damit sie in einer Klinik ist, die ihr eigentlich nichts bringt?" „Mh..." „Warum machst du das?" „Ich wollte immer eine perfekte Familie, deswegen mache ich das."
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Daddy?« Lashton
FanfictionJeder braucht irgendjemanden, der ihn liebt. Hautfarbe, Sexualität oder Geschlecht spielen dabei keine Rolle. Die Hauptsache ist, dass man sich begehrt und wertschätzt. Luke Robert Hemmings arbeitet viel, doch profitieren kann er davon nicht. Weder...