28~Egal was Passiert

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Enzo drehte sich auf dem Absatz um und ging in Richtung Haupteingang.
Langsam setzten sich alle in Bewegung und folgten ihm. Noch wurde immer so wenig wie möglich geredet.
Unser Direktor führte uns in die Aula wo schon die ganzen anderen Schüler aus den verbleibenden Klassen saßen.

>Geh schon mal. Ich muss noch kurz mit zu meinem Vater< flüsterte Carlos und küsste mich kurz.
Ohne zu zögern ging ich meinen Bruder hinterher und setzte mich am Ende neben ihn. Es waren mindestens 500 Schüler plus ein Paar Eltern im Saal. Unser Direktor knetete nervös seine Hände. Nach 10Minuten warten konnte ich mir einen überblick verschaffen. Ein Elternteil in der vordersten Reihe schluchzte leise vor sich hin und auch einige Schüler sahen traurig zu Boden. Die Tür öffnete sich und Carlos kam mit versteinerter Miene in die Aula. Sein Vater und die ganzen anderen schwarzen Magier folgten ihm. Es wurde gemunkelt, Carlos hätte etwas schlimmes gemacht.

Enzo räusperte sich. Sofort verstummte das Gemurmel.

>Es tut uns wahnsinnig leid diese Sitzung hier abhalten zu müssen. Ein Schüler, Timo Weiß, ist gestern tot auf dem Hof gefunden worden. Seine Leiche weist Spuren von Gewallt auf. Der Schüler war ein Magier. Man kann also daraus schließen das es Jäger gewesen sein müssen die ihm seine Kräfte rauben wollten.<

>Was macht sie da so sicher, Sir? Eigentlich vergreifen sich diese Jäger an Schwarzen Magiern...< fragte ein Vater aus den hinteren Reihen.

Carlos trat ein Schritt nach vorn und begann zu sprechen.
>Stimmt. Aber es kommt häufiger vor das sie auch die normalen Magier und Hexen befallen. Zu dem konnte ich fest stellen das es ein und die selbe Person war die auch mir meine Kräfte nahm.<

Einige schnappten erschrocken nach Luft.

>Ich finde es ganz günstig wenn alle Hexen und Magier zu ihren Eltern nach Hause fahren. Dort sind sie sicherer als hier. <

Im Saal war es ruhig. Ein paar Sekunden gingen alle ihre Gedanken nach.
>Um 10Uhr werden alle Betroffenen Personen die Schule verlassen.< sagte Enzo abschließend. Alle erhoben sich und gingen aus der Aula. Ich schob mich durch die Massen um so schnell wie möglich den Saal verlassen zu können.
Die Luft wurde dort drinnen immer stickiger.

Draußen umschlangen mich zwei durchtrainierte Arme.

>Rose... Ich wollte dir nur noch mal sagen das ich dich über alles liebe. Egal was passiert< sagte Carlos. Den letzten Teil flüsterte er Sodas ich Mühe hatte alles verstehen zu können.

>W-Was soll das heißen egal was passiert!?< fragte ich verwirrt nach.
Im nächsten Moment keuchte ich erschrocken auf als mir einfiel was er vor hat.

>Nein nein nein!!!! Carlos.. Du kannst das nicht bringen... Ich kann dich nicht verlieren< schrie ich. Meine Fäuste trommelten auf seinem Oberkörper herum. Durch meine verschwommene Sicht bekam ich nur zur Hälfte mit wie mich die anderen Schüler komisch musterten.

>Rose.. Schh alles gut.. Hey ruhig meine kleine. Verstehst du nicht das das meine einzige Chance ist? Ich bekomm meine Kräfte wieder und kann ein vernünftiges Leben führen. Ich seh nicht mehr aus wie drei mal überfahren... Rose ich schaff das< sagte er. Meine Schluchzer hallten in den halb leeren Fluren wieder.
Er will ihn umbringen und geht das Risiko ein völlig zerstört zu werden.

Wahrscheinlich hätte ich mich mit seiner Entscheidung abgefunden...
Wahrscheinlich hätte ich mich von ihm richtig verabschiedet und ihm alles Gute gewünscht...
Wahrscheinlich schafft er es auch... Aber keiner konnte damit rechnen das der Abschied viel eher kommen muss als erwartet...

Stiller Tod #wattys2016Geschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt