~Guten Morgen

178 18 0
                                        

Unsere Eltern bekamen für die Restliche Nacht Zimmer zur Verfügung gestellt. Ich hatte mich ohne zu überlegen in Carlos Bett breit gemacht. Dieser kam nur Minuten später auf dem Bad und grinste mich breit an.
Er legte sich nur mit Boxer bekleidet neben mich und schaute mir in die Augen.
>Ich schaff das schon< flüsterte er leise. Seine Augen schlossen sich und er begann immer ruhiger zu atmen. Ich dagegen konnte nicht im entferntesten daran denken ein zu schlafen. Womöglich war das meine letzte Nacht mit ihm..
Meine Hand fuhr über seinen entstellten Körper. Wie er wohl ohne Narben aussieht?
Seufzend kuschelte ich mich an seine Brust und atmete seinen Duft ein. Männlich und doch ein wenig nach Zigaretten. Bei Gelegenheit musste ich ihn mal fragen ob er rauchte. Ehrlich gesagt würde das absolut nicht zu ihm passen. In meinen Augen gehörte er eher zu den braven Jungs. Versteht mich nicht falsch, er kann tun und lassen was er will aber es ist mir bis jetzt nur nicht aufgefallen..
Nach und nach fielen auch mir die Augen zu und ich schlief ein.

-*-*-

Am nächsten Morgen klingelte Pauls Handy. Genervt schlug ich die Augen auf und drehte mich zu ihm.
>Kannst du das Ding mal aus machen?!< rief ich. Aus dem Bad hörte ich schon die Dusche laufen. Erst jetzt fiel mir auf das Carlos schon gar nicht mehr neben mir liegt. Na toll.

Müde kroch ich aus dem Bett, schnappte meine Sachen und ging ins Bad. Ich hätte auch klopfen können ich weiß, aber es gibt nichts was ich nicht schon gesehen hab. Carlos stand schon vor dem Spiegel und machte sich die Haare. Ich zog mich an und umarmte seinen von der Dusche gewärmten Körper.

>Na süße gut geschlafen?< fragte er mich. Seine Augen wurden von einem milchigen Schleier überzogen. Ich kann nicht genau sagen welche Augenfarbe sich darunter verbirgt aber ich schätze auf grün oder grau. Trotz des Schleiers könnte man alle Gefühle an ihnen ablesen.

>Welche Augenfarbe hast du?< fragte ich ihn. Er schaute mich verwirrt an, blickte in den Spiegel und von dem Spiegel wieder zu mir.
>grade keine.... Ansonsten Grün<

Hatte ich also richtig geraten. Nachdem wir um Bad fertig waren machten wir uns auf den Weg zur Mensa. Wir hatten noch eine stunde bis die anderen und ich los mussten.

>Was möchte die Dame heute essen?< fragte Carlos mich. Lächelnd zeigte ich auf das Müsli. Dank ihm hab ich wieder richtig begonnen zu essen.

Meine Eltern kamen ebenfalls in die Mensa. Suchend sahen sie sich um und setzten sich anschließend an einen der großen runden Tische. Nachdem Carlos alles auf dem Tablett verstaut hatte zog ich ihn bei der Hand zu meinen Eltern.

>Guten Morgen< wünschte meine Mutter. Mein Vater nickte lächelnd. Carlos biss in seine Schnitte und schaute nach draußen. Es regnete. Mal wieder.
Mein Bruder sah uns die ganze Zeit prüfend an. Meiner Meinung Nach war er viel zu übervorsichtig.

>Ihr zwei also< sagte er grimmig.

>Ach komm hör auf. Sie ist jetzt alt genug und muss nicht immer kontrolliert werden< sagte meine Mutter energisch.
Carlos grinste vor sich hin. Mir war nicht zum Lachen zumute. Mir war kalt und ich hatte Angst.

Stiller Tod #wattys2016Geschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt