Kapitel 26-Geborgenheit

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Das Leben ging weiter. Es dauerte nur noch eine Woche bis zur Hochzeit, die Zeit war so schnell vergangen, fast schon zu schnell und gleichzeitig konnte ich den Tag nicht erwarten, an dem meine Schwester heiratete und er endlich von mir los war. Eigentlich sollte er das schon gewesen sein, nur nahm ich das als endgültiges Zeichen. Mit mir und Derek verlief alles so unglaublich perfekt. Ich merkte, wie meine Gefühle für ihn wuchsen und wuchsen. Es war natürlich auch nicht so, dass ich mich ohne jegliche Zuneigung auf diese Beziehung eingelassen hatte, nur machte er sich nun endgültig in meinem Herzen breit und verdrängte dabei eine gewisse andere Person immer mehr. Es tat überraschend gut. Ich machte mir nicht mehr ununterbrochen Gedanken darüber, dass ich in einen Mann verliebt war, den ich nicht haben konnte und zerbrach mir nicht den Kopf durch schreckliche Schuldgefühle und der Angst davor, erwischt zu werden. Vielleicht waren wir gerade noch so der großen Katastrophe entgangen. Ich wollte realistisch bleiben, selbstverständlich brauchte es Zeit, um über ihn hinwegzukommen, doch es war die Beste Entscheidung und es ging mir gut damit. Wir konnten unsere Leben ganz normal weiterführen. Meine Laune war in der letzten Zeit extrem gestiegen und das schien auch Derek bemerkt zu haben, womöglich war er der Grund dafür. Solange ich ihn betrogen hatte, konnte ich gar keine tiefen Gefühle für ihn entwickeln. Jetzt, wo ich nur ihm gehörte, war das völlig anders. Die vergangene letzte Woche hatte ich nur bei ihm verbracht, es hatte sich angefühlt, als hätten wir schon ewig zusammengewohnt, allerdings war es für sowas noch viel zu früh. Ich war bisher erst einmal mit einem Mann zusammengezogen, nachdem wir ein Jahre glücklich zusammen waren, bis er mich einen Monat später betrogen hatte. Schon stand ich wieder allein da, den Fehler wollte ich nicht noch einmal machen.

Ich kam gerade aus dem Badezimmer, nur mit einem Bademantel bekleidet, als Derek mich abfing und mir einen Kuss auf die Stirn gab.

„Willst du irgendwo hin?", fragte ich ihn und deutete auf seine Schuhe und den Schlüssel.

„Ja, ein Paket bei der Post abholen." Er betrachtete mich eingehend von Kopf bis Fuß, sehr langsam, als hatte er sich jede Zelle merken wollen. Ich konnte fast sehen, wie seine Augen aufblitzten und er sich über die Unterlippe leckte. „Allerdings kann das auch noch warten." Er schmiss seinen Schlüssel zur Seite, achtete gar nicht darauf, wo er hinflog und dass es laut polterte. Derek zog mich fest in seine Arme, seine Hände waren so groß, dass sie fast meine ganze Taille umfassen konnten, er war im Allgemeinen ziemlich groß. Er presste hungrig seine Lippen auf meine und ich konnte gar nicht anders, wollte gar nicht anders, als seine Lust zu erwidern. Meine Hände verschränkten sich in seinem Nacken, drückten ihn noch näher an mich, falls das überhaupt möglich war. Seine Hände lösten sich von meiner Taille, fuhren hinab zu dem Band, das den Bademantel zusammenhielt. Schnell lösten sie den Knoten und ich spürte die Luft an meinen Oberschenkeln, meinem Bauch. Er fuhr weiter unter den Bademantel, streichelte meinen Bauch, worauf ich etwas kichern musste, da es kitzelte. Hinauf zu meiner Brust und wieder runter zu meiner Mitte, er ließ keine Stelle unberührt, liebkoste alles. Ich konnte kaum noch stehen, meine Lust stieg ins Unermessliche, ich war bereit für ihn, nur hatte er noch viel zu viele Klamotten an. Ich streifte ihm so schnell, wie es mir möglich war sein Shirt und seine Hose vom Körper, ließ alles achtlos auf dem Boden liegen. Was hätte in diesem Moment bedeutsamer sein können als wir zwei? Wir kamen gar nicht mehr bis zu seinem Schlafzimmer, das Sofa genügte uns. Es zwang uns, noch näher beieinander zu sein. Er erfüllte mich, er gab mir das, wonach ich mich so lange sehnte. Nicht nur das Sexuelle, sondern viel mehr die Geborgenheit, die Sicherheit. Mit ihm konnte ich eine Zukunft haben, die nicht aus Heimlichtuerei bestand. Je öfter ich mir das vor Augen führte, desto glücklicher war ich über meine Entscheidung.

„Ich bin wirklich froh, dich kennengelernt zu haben. Vor dir hatte ich eigentlich noch nie eine richtige, feste Beziehung.", gestand er mir, als wir nebeneinander gekuschelt auf dem Sofa lagen oder besser gesagt ich auf ihm lag, denn sonst hätte einer von uns auf dem Boden gelegen.

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