Paris, 22.Dezember 2017
Aber bevor ich die Eingangstür des Clubs erreichen konnte war die Frau auch schon darin verschwunden und der Security-Mann vor der Tür baute sich wieder davor auf, um ungebetene Gäste abzuhalten. Ich schluckte und überlegte mir mein weiteres Vorgehen.
Ich musste da rein! So eine Chance würde ich nie wieder bekommen, das war ja fast schon Schicksal. Und außerdem, im Gegensatz zu mir war dieser lächerliche Schrank von Mann vor der Tür ja total lächerlich. Ich sah mich noch einmal um, bevor ich mich mit langsamen Schritten auf den Eingang zubewegte. Auf der schwarzen Tür die in den Club hineinführte waren Fetzen von Plakaten zu sehen und das es ein Club war erkannte man eigentlich nur daran das leise Musik unter der Tür hervordrang und ein leuchtendes Schild über dem Eingang darauf hinwies. Es war auf Englisch.
Ich war knapp zwei Köpfe kleiner als der Mann und er bemerkte mich erst, als ich direkt vor ihm stand.
"Entrée seulement dès 18 ans." Ich seufzte.
"Wie bitte?"
"Eintritt erst ab achtzehn." Genervt zog ich meinen, na gut, gefälschten aber trotzdem gültigen Ausweis hervor. Chris hatte mich genötigt ihn überallhin mitzunehmen, nur für den Fall das wir in Schwierigkeiten kommen würden. Rückblickend war ich ihm echt dankbar für seine Hartnäkigkeit.
"Ich BIN achtzehn." Er rührte sich trotzdem keinen Millimeter von der Stelle.
"Das ist ein privater Club."
"Hören Sie, ich kenne die Frau die gerade da reingegangen ist. Bitte!"
Mit einem Augenrollen zupfte er an seinem Ohr herum und ich fragte mich, was zur Hölle er da tat. Dann sah ich das kleine Komunikationsgerät das, fast unsichtbar, hinter seinem Ohr versteckt war.
"Jaques, il y a une femme devant moi et elle affirme connaître Marléne. Oui, viens s'il te plaît."
Keine Minute später tauchte ein Mann, der fast genau so aussah wie der Schrank vor mir, ebenfalls mit versteckter Elektronik hinter dem Ohr. Und neben ihm ging die Frau aus dem Café, jetzt erst erkannte ich dass sie viel jünger sein musste als ich gedacht hatte. Knapp zwanzig. Während sie mit selbstbewussten Schritten auf mich zukam, sah sie mir die ganze Zeit in die Augen. Ich konnte keinerlei Regung in ihrem gesicht erkenen doch ich wusste, dass sie mich auch wiedererkannt hatte.
"Qu'est-ce qu'il y a?", fragte sie der Schrank.
"C'est mon coupable." Und bevor ich Zeit hatte zu reagieren hatte sie mich schon hinter sich her in den Club mitgezogen, der Schrank hatte nach der kleinen Konversation anscheinend auch nichts mehr dagegen. Ich fragte mich, ob ich wohl underdressed war, aber meine schwarze Hose und die Jeansjacke waren nicht viel schlechter als das Outfit von Marléne. Jedenfalls hatte ich diesen Namen aufgeschnappt. Wir kamen aber nicht ganz bis in den Club, sondern nur in den Gang davor. Hier war die Musik schon deutlich lauter, ich konnte jedoch niemanden entdecken, aber es war schließlich auch noch ziemlich früh.
"Écoute, c'était un truc de magie, ne..."
"Ich bin keine Französin."
"Oh, eine kleine Engländerin also." Der französische Akzent ließ Marléne fast noch geheimnissvoller wirken als sie es für mich ohnehin schon war.
"Also, pass auf. Das, was du gesehen hast war nichts weiter als ein Zaubertrick. Ich bin bei einem Zirkus und könnte dir Hunderte solcher Sachen zeigen." Oh ja, das glaubte ich. "Also vergiss die Sache einfach und geh wieder nach Hause." Sie drehte sich um und wollte mich stehen lassen.
In diesem Moment setzte ich alles auf eine Karte und streckte meine Hand aus. Ich ließ Marléne anhalten und drehte sie langsam zu mir um. Ihr Gesichtsausruck sprach Bände. Dann aber spürte ich, wie die Verbindung zu Marléne plötzlich abbrach und ich die Kontrolle über sie verlor. Sie hatte ihre Hand ebenfalls ausgestreckt und hielt gegen meine Kraft.
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Something like sorcery
Fantasy2.Teil der Magic-Reihe Louise hat endlich die Wahrheit über ihre telekinetischen Kräfte und ihre Herkunft herausgefunden. Sie ist außer mit ein paar Schrammen und Kratzern heil von ihrem Abenteuer zurückgekehrt und will am liebsten alles verdrängen...
