Kapitel 22
Verwechsle nicht die Freude am Gefallen mit dem Glück der Liebe.
Mert
Vier Tage. Vier Tage ist es her. Seitdem liege ich in allen möglichen Positionen auf dem Sofa und gammel vor mich hin. Malik und Daniel waren zwischendurch mal da. Auch Elli. Sie alle wollten mich aus der Wohnung bekommen. Doch Aria wäre jetzt die einzige, die das schaffen würde. Sie ist die einzige.
Immer mal wieder dachte ich über alles nach. Die blonden Mädchen, die kannst du vielleicht verarschen, aber mich nicht. Die ganze Zeit wiederholte sich dieser Satz in meinem Kopf, den sie mir sagte, bevor sie mich rausschmiss. Du hast dich nie für mich interessiert. Ich weiß. Weil es dir nichts bedeutet. Mir schon.
Ich wollte schreien. Das stimmte doch gar nicht. Aber mach das einem Mädchen mal klar, die dich so kennt, in den Zeiten, wo du das größte Arschloch warst. Stimmt ja auch. Mein ganzes Leben war ich ein Arschloch. Schon damals war ich der Frauenschwarm schlechthin. Egal welche Feier, sei es eine Beerdigung, ging ich mit Mädchen nach Hause. Manchmal waren es nicht nur zwei am Tag. Gott, wie konnte ich mich nur so verhalten?
Lag das alles echt an meinem Vater?
Malik
"Junge, jetzt kommt doch mal raus, oder mach wenigstens das Fenster auf, hier kann man ja nicht mal normal atmen!", forderte ich Mert auf. Er schaute nur komisch, zuckte mit den Schultern und legte sich ein Kissen auf sein Gesicht. Ich verdrehte die Augen, nahm das Kissen von seinem Gesicht und schlug ihn damit auf den Bauch. Er spannte seine Muskeln an, wenigstens ein Reflex in diesem Wrack der Gefühle.
Nach gefühlten Wochen bekam ich Mert dann auch endlich mal aus seiner Bude. Wir schlenderten Abends durch die Stadt, er schlurfte neben mir her. Daniel ging ein Stück voraus mit Nils und die beiden laberten irgendwas über Basketball. Mert war ein Sportfreak, sonst würde er das Gespräch führen. Laut und begeistert. So wie er da neben mir lief, erkannte ich ihn gar nicht wieder.
In der Bar angekommen, tranken wir alle ein Wenig, außer Mert. Er wollte sich nicht mal betrinken. Sonst tat er das auch immer, wenn er Probleme hatte. Nicht, dass ich das gut fand.
Jetzt reichte es mir.
Ich denke, wir sollten uns mal treffen schrieb ich Aria. Keine Sekunde später bekam ich eine Antwort: "In einer Stunde in meiner Wohnung, komm alleine."
Ich verabschiedete mich von den Jungs und joggte zu Aria's Wohnung.
Ich schaute nach oben, dass Licht war aus. Warscheinlich stand Mert auch schon hier und sah dass gleiche wie ich in dem Moment.
Ich klingelte und auch schon öffnete sich die Tür. Ich lief das Treppenhaus hoch. Dort stand sie auch schon mit verschränkten Armen und finsterer Miene. "Was willst du?", fragte sie kalt. "Ja, ich komme gerne erst einmal rein, Danke!", fauchte ich. Ihre Miene wurde etwas weicher, sie ging ein Schritt zurück und signalisierte mir damit, rein zu kommen. Ich setzte mich auf das Sofa, sie sich gegenüber von mir. Sie schaute mich erwartungsvoll an. "Du weißt ja sicherlich, wieso ich hier bin", sagte ich und sie nickte. "Ich meine es ernst, Mert sitzt seitdem du ihn raus geworfen hat, nur noch auf dem Sofa und ist seitdem nicht mehr raus gegangen. Er redet kaum noch. Was glaubst du wie lange ich ihn zu labern musste, damit er heute Abend mit in eine Bar kommt." - "Und dann hat er sich besoffen und chillt wieder mit Weibern, nicht wahr?", sagte sie mit einem zickigen Unterton. "Was? Nein!", sagte ich und warf meine Hände in die Luft.
Ich redete noch eine ganze Weile mit ihr. Sie schien es zu verstehen, aber nicht ganz zu glauben. Sie erzählte mir davon, wie lange sie schon etwas für ihn empfand, sie dachte wirklich, dass es Mert etwas bedeutet hatte, als sie miteinander geschlafen haben. Ich versicherte ihr, dass es so wahr, doch das konnte sie nicht ganz glauben. Ich sagte ihr, sie sollte darüber nachdenken und nicht mehr lange zögern, da es Mert ziemlich schlecht ging. Ich verabschiedete mich von ihr, zog die Tür hinter mir zu und dort stand auch schon Mert, angelehnt an der Wand und mit finsterer Miene. "Hey", sagte ich. Er kam auf mich zu, legte einen Arm um meine Schulter und lachte ironisch. "Wie komme ich zu der Ehre, dich hier zu treffen, mein Freund?", sagte er. Er dachte das falsche. "Ich habe bloß mit ihr geredet.", sagte ich ruhig. Er nickte, grinste und sagte:" Natürlich."
Nun wurde ich sauer. "Junge, ich habe eine Freundin und ich würde mich niemals an deine Zukünftige ran machen!", schrie ich. "Das kann ich auch selber, mit ihr reden!" - "Sieht man ja wie du das kannst, die ganze Zeit in der Bude chillen und nichts unternehmen sieht mir nicht danach aus!", schrie ich wieder. "Du hättest mich ja wenigstens mitnehmen können, was würdest du an meiner Stelle denken?", schrie er. "Ich wüsste, du wolltest mir helfen!" - "Klar doch, dass will ich sehen!", schrie er und tritt gegen die Hauswand.
"Komm hoch!", hörten wir eine Mädchenstimme über uns. Wir beiden schauten nach oben und dort stand Aria am Fenster. Ich schielte zu Mert und ich merkte seine Anspannung sofort. Ich schlug ihm freundschaftlich auf die Schulter flüsterte ihm noch zu Viel Glück zu und machte mich auf den Weg zu Elli.
Mert
Als ich oben ankam, stand sie dort mit verschränkten Armen. Ich ging an ihr vorbei ins Wohnzimmer und setzte mich auf das Sofa. Sie setzte sich gegenüber und schaute mich vorwurfsvoll aber auch neugierig an. Ich strich über meinen drei Tage Bart und suchte nach Worten. Ich hätte nicht gedacht, dass ich nochmal hier sitzen werde. "Nun, ich habe gehört, du sitzt seit Tagen nur in deiner Wohnung..", fing sie an. Ich hätte Malik eben schon umbringen sollen. "Ja, stimmt schon", sagte ich kleinlaut. Sie zog eine Augenbraue hoch und wartete auf mehr als nur das, was ich gerade von mir gab. Ich schaute sie an. Sie schaute mich an.
"Ich liebe dich."
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Green Eyes
Romance++!!KÖNNTE SEXUELLE SZENEN ENTHALTEN!!++ "Malik du Pisser!" hörte ich hinter mir rufen, Malik drehte sich um und schaute mir genau in die Augen, gab Daniel die Hand aber unterbrach den Augenkontakt zu mir keine Sekunde. Charlie kicherte wie ein klei...
