"Du musst Elli sein!" - Kapitel 5

2.5K 85 5
                                        

Kapitel 5

Elli's P.o.V.

Heute war sein Geburtstag. Ich war irgendwie aufgeregt, ich hatte noch nicht mal ein Geschenk für ihn. Ich rief Daniel an und fragte, was ich Malik schenken könnte.
Charlie brauchte ebenfalls noch ein Geschenk, also verabredeten wir uns gegen 16 Uhr in der Stadt. Wir wurden auch relativ schnell fündig - ich hatte ihm einen teuren Scotch besorgt mit einer niedlichen Schleife und Charlie schenkte ihm einen Pullover den er sich schon länger gewünscht hatte.

Ich betrachtete mich im Spiegel. Es war noch ziemlich warm draußen - eine warme Sommernacht eben. Der trägerlose Jumpsuit, die Statementkette und die schwarzen hohen Schuhe mit Schnürung sahen fantastisch aus. Ich war also bereit, das hoffte ich jedenfalls.

Als wir ankamen war das Haus schon voll, alle amüsierten sich köstlich, andere rauchten draußen Shisha und manche gaben sich auch einfach die Kante. Ich lief durch das Haus, doch ihn fand nicht. Charlie und Daniel waren inzwischen auch verschwunden und ich stand dort alleine im Haus und kannte niemanden. Ich fragte ein Mädchen nach ihm doch auch sie wusste nicht wo er war. "Du musst wohl Elli sein!", sagte ein Typ und legte mir sein Arm um die Schulter, "ich bin Mert, ein Freund von Malik, komm mal mit, ich zeige dir wo er ist". Mert ließ seinen Arm wieder neben sich hängen und ging vor. Wir gelangten ins Wohnzimmer mit einer riesigen Couch und dort saß er und spielte Flaschendrehen. Außerdem hatte er eine Zigarette im Mund, ich hätte nicht von ihm gedacht, dass er raucht. Als Mert nach ihm rief, drehte er sich um und schaute mir tief in die Augen. Mert und auch die anderen Jungs beobachteten uns und zwinkerten sich gegenseitig zu. Malik fing an zu erklären wer ich bin und Mert meinte ich solle mich dazu setzen - natürlich neben Malik.

"Elli?", fragte mich jemand und ich wirbelte herum. Lasse, glaube ich jedenfalls, dass er so hieß, schaute mich an und auch die gesamte Gruppe. "Wahrheit oder Pflicht?" fragte Mert mich. "Pflicht" antworte ich und ich hörte nur ein "Ouhh". "Gib deinem Malik einen Kuss". Ich war gut dabei und etwas angetrunken von daher hatte ich keine Zweifel und schaute Malik in die Augen. Er spannte seine Muskeln an, man merkte, dass ihm das nicht gefiel.

Dass ich ihm nicht gefiel?

"Wird es bald?" konterte Mert. Malik schaute mir in die Augen:"Du musst das nicht wenn du nicht willst", erklärte er mir. Er hatte recht ich wollte es nicht, aber irgendwie auch schon. Alkohol war scheiße gestand ich mir. Ich stand auf ohne was zu sagen und wankte in Richtung Treppe, rauf zur Toilette.
Als ich im Bad ankam setzte ich mich erstmal auf den Beckenrand, alles drehte sich. Jemand öffnete die Tür und schloss sie auch schnell wieder hinter sich. Er hielt meine Hand und sagte eine ganze Weile nichts. Ich vergrub mein Gesicht in meinen Händen, mir war es peinlich, dass er mich so sah. Er nahm meine Hände in seine, sie waren so viel größer. Ich wurde rot und versteckte mich hinter meinen Haaren, doch er steckte mir eine Strähne hinters Ohr und lächelte mich an, dieses wunderschöne Lächeln, das auch seine Augen erreichte. Er kniete vor mir und schaute mir in die Augen. Ich kniete mich ebenfalls hin, nun war er wieder größer. Mein Gleichgewicht versagte so landete ich auf seinem Schoß. Er grinste mich an, doch das grinsen verging ihm wieder und sein Gesicht kam immer näher an meins heran. Kurz bevor unsere Lippen sich berührten, hämmerte Mert gegen die Tür und rief nach Malik. Malik öffnete die Tür und dort stand Mert mit einem Mädchen, ich kannte sie nicht. Malik gab Mert ohne etwas zu sagen einen Schlüssel - der Schlüssel zum Schlafzimmer. Malik zwinkerte ihm zu und schloss die Tür wieder hinter sich. Er streckte seine Hand nach mir aus und ich ergriff sie. Nun standen wir wieder nah voreinander. Es war heiß hier drinnen, dachte ich zumindest. Mein Herz pochte wie verrückt. Ging es ihm genauso? Wieder strich er eine Strähne hinter mein Ohr und küsste mich schlussendlich. Dieser Kuss war unbeschreiblich, er war zärtlich und weich und ich fühlte mich extrem wohl. Als er aufhörte, schaute er mich erwartungsvoll an. Ich signalisierte ihm nicht aufzuhören und er machte schlagartig weiter. Er hob mich hoch und drückte mich gegen die kalte Wand. Ich bekam Gänsehaut, jedoch nicht wegen der Wand sondern wegen ihm. Seine Küsse waren fordernd und es fühlte sich an, als hätte er Jahre darauf gewartet. Seine Zunge fuhr über meine Lippen und ich gewährte ihm Einlass. Er ließ von mir ab und wir beide waren außer Atem.
Seine grünen Augen starrten mich an. Gott, war dieser Mann toll.

Green EyesGeschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt