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Liam's PoV:

Ich lief den langen Flur entlang und stürmte dann an seiner Mutter vorbei. Ich konnte ihren verwunderten Blick in meinem Nacken spüren und es brach mir förmlich das Genick. 

,,Theodore Karl Raeken" hörte ich ihre zuvor noch zuckersüße Stimme schreien. Erstaunlich wie schnell Menschen ihr Verhalten ändern können. Och, da hatten wir ja gerade ein fantastisches Beispiel, Theo. Er kann sich nicht rausreden. Der Alkoholgeruch der sein Zimmer ausfülle, die ganzen Sachen auf dem Boden und Dale. 

,,Wo Liam, hat man dich schon wieder verletzt" murmelte ich zu mir selbst. Ich fuhr mich meiner Hand über mein Gesicht um mir die Tränen weg zu wischen. Einige Leute sahen mich merkwürdig an, wendeten sich dann aber prompt wieder ihren arbeiten zu. 

,,Liam" hörte ich Theo schreien der hinter mir her lief. Automatisch ging ich schneller. ,,Komm schon warte" rief er. 

Meine schnellen Schritte wandelten sich in ein langsames Laufen um. Ich wollte nicht mit diesem Arsch reden. Wie kann er mir nur sowas antun, er weiß wie es mir geht und er hat nicht besseres zu tun als mit diesem Dale zu schlafen. Ausgerechnet Dale. 

,,Nun bleib doch stehen" sagte er uns riss mich am Arm herum. ,,Ich glaube nicht das wir beide was zu besprechen haben, nie mehr!" zischte ich ihn an. Ich wollte meinen Arm los reißen doch er hielt mich zu stark fest. ,,Es tut mir leid, wirklich" sagte er. Er war ganz blass und sein Atem alkoholverpesstet. 

,,Jetzt verkauf  mich nicht für dumm, du Bast-" ,,Sag  sowas nicht zu Liam, echt nicht" sagte er und der Druck auf meinen Arm wurde stärker. ,,Ich, mein lieber, kann machen was ich will. Aber du kannst das in unserer Beziehung anscheinend ja auch, Gefühle hin oder her, es ist dir egal. Du trampelst auf mir rum als währe ich ein Stück dreck, irgendeine Bitch oder sowas die du mal zu Spaß hast. Aber mit mir kannst du was nicht machen, ich bin nicht dumm!" 

Ich zog meinen Arm aus deinem Griff und rieb mir über die gerötete Stelle. ,,Liam, es tut-" ,,Vergiss es bitte und lass mich jetzt in Ruhe" bat ich ihn leise. Er nickte einfach nur stumm. ,,Aber Ich war nicht klar beim Gedanken, bitte denk daran" Aug seinen Lippen bildete sich ein leichtes Grinsen für das ich ihn am liebsten geküsst hätte. Aber hey, wer weiß wo dieser Mund die letzten Stunden alles gewesen war. 

Ich drehte mich um und ging einfach gerade aus. Mein Blick fiel nicht noch einmal auf den Jungen hinter mir. Wie konnte er mich so verletzen, keine Entschuldigung die ihm einfallen könnte würde sowas wieder gut machen. 

Eine weitere schwere Tränen löste sich aus meinem Auge. Schnell wischte ich sie mir weg, damit niemand meine Schwäche sehen sollte. 

Schule, ja da werde ich jetzt zu einhundert Prozent nicht hin gehen. Eigentlich hatte ich vorhin, als ich in Theo's Zimmer geplatzt bin, vor ihm anzubieten heute die Freistunde mit mir im Park zu verbringen. Aber ich glaube für die schwere Phase in die ich ganz sicher fallen werde, ist es das beste wenn ich mich in meinem Zimmer verschanzte.

Ich musste mich sehr zusammenreißen um mich nicht umzudrehen. Ich würde ihm am liebsten alles sagen was mit gerade in den Sinn kommt. Wie sehr ich ihn gerade verabscheue und hasse, aber auch dass ich ihn verdammt doll liebe und eigentlich nicht ohne ihn leben will. Aber diese Worte hatte er nicht verdient, also den letzten Teil zumindest nicht. 

Wütend stampfte ich zurück zu unserem Haus. Ich  habe wirklich keine Ahnung wie lange ich unterwegs war, aber es fühlte sich an wie eine Ewigkeit. 

Ha, eine Ewigkeit, die wollte ich eigentlich auch mit Theo verbringen. ,,Gott Liam, reiß dich verdammt nochmal zusammen und denke nicht an dieses beschissene Arschloch

Ich öffnete unsere Haustür und schon jetzt konnte ich den Gedanken und Erinnerungen nicht standhalten. Mein Blick fiel in unsere Küche und ich sah mich und Theo noch förmlich da stehen und mit meinen Eltern diskutieren. Ich schmunzelte, aber um ehrlich zu sein hätte ich mich am liebsten weinend in meinem Bett verzogen.

Den Türgriff den ich in der Hand hielt wollte ich eigentlich nicht runterdrücken. In meinem Zimmer roch es förmlich nach Theo und überall lagen Sachen von ihm. Ich lies die Tür verschlossen und ging stattdessen wieder aus dem Haus. Es war wirklich arschkalt und am liebsten wäre ich sofort wieder rein gegangen, aber ich brauchte einfach einen klaren Kopf. 

Ich war einige Meter gelaufen als mich jemand an der Schulter hielt. Ich drehte mich genervt um. Theo stand vor mir und sah mich mit seinen wunderschönen Augen an. Ich schluckte und er zog einen Mundwinkel nach oben. Ungewollte musste auch ich leicht schmunzeln.

,,Liam hör mir bitte zu, ja?" ich nickte stumm ,,es tut mir leid, wirklich, es war sehr, sehr dumm von mir. Aber, auch wenn es nicht danach aussieht, bin ich mir ziemlich sicher das Dale alles nur geplant hat und ich nie mit ihm geschlafen habe." sagter er und sah mich eindringlich an. ,,Und was lässt dich zu dieser Annahme kommen?" als er nach meiner Hand griff zuckte ich leicht zusammen, aber dennoch zog ich sie nicht zurück. ,,Ich hatte heute morgen noch meine Hose an und ein Kondom oder zumindest eine Verpackung konnte ich nirgends finden, es ist keine 100 prozentige Chance das nichts passiert ist, aber ich weiß es einfach" sagte er und dabei bildeten sich Tränen in den so verletzten Augen.

Remember when...Where stories live. Discover now