Chapter Two

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Thomas

Ich nahm die Katze und lies sie wieder runter, welche sich dann an meinem Bein schmiegte. Sie kuschelte sich regelrecht an mein Bein. Der blondhaariger Junge musste bei dem Anblick etwas lächeln. Ich glaubte, dass die Katze mich gern hatte. Ich richtete meinen Blick wieder auf den blondhaarigen Jungen, der die Katze ebenfalls angeschaut hatte. Während der kurzen Zeit, die wir zusammen verbrachten, wurde es mir jetzt erst bewusst, dass ich den Namen des Jungen nicht wusste und doch lies er mich einfach rein. Er hatte wohl keine Erfahrung mit Einbrechern gemacht. So wie er aber aussah,  war er leicht das Beuteschema für dessen. Vorallem weil er taub war, würde er keinen von diesen bösen Menschen hören. Auch wenn sie nur eine Tür weiter waren. Sie alle hatten leichtes Spiel. Vielleicht wäre es besser, wenn er sich einen Hund anschaffen würde. Der konnte ja einen wenigstens alarmieren aber eine Katze? Sie war ebenso ausgeliefert wie der Junge.
"Ich bin Thomas übrigens"

Sollte ich ihm die Hand geben? War es zu formal? Bevor ich weiterdenken konnte, nannte er ebenfalls seinen Namen. Newt. "Schön dich kennen zu lernen, Newt", sagte ich. Newt lächelte. Mir blieb es ein Rätsel, wie er mich verstehen konnte, obwohl er mich nicht hören konnte. Musste wohl in der Lage sein Lippen zu lesen. Sofort empfand ich Respekt für den Jungen. Sowas war nicht gerade leicht und dauerte Jahre, bis man sie beherrschen konnte.
Im seinem Wohnzimmer, das übrigens sehr gemütlich aussah, war an der einen Wand ein großes Fenster, aus dem ich herausblickte. Es regnete in Strömen. Ganz toll. Hoffentlich hörte es bald auf. Ich wollte dem Jungen nicht noch mehr Last machen.
Es blieb eine Minute völlig ruhig, als seine Katze sich dann doch noch entschloss, sich aus dem Staub zu machen. Ich sah ihr nach. "Sie mag dich", brach Newt die erdrückende Stille. "Ach wirklich?" " Tut mir Leid...willst du was trinken? Ich hab..nicht viel Besuch.." Newt schaute schüchtern weg, als würde es ihm peinlich zu sein, dass er erst jetzt die Getränkefrage in den Raum warf. "Ein Glas Wasser wäre okay". "Bring ich dir", sagte er, was schon fast ein Flüstern war. Offensichtlich war er doch schüchterner als in den ersten Sekunden, die wir im Bus verbrachten. Muss schrecklich sein sowas.

Nach ein paar Sekunden kam er wieder und hielt mir ein Wasserglas hin. Ich nahm es dankend in die Hand. Das Wasser darin war eiskalt. Besser kaltes als warmes. "Setz dich doch", bat Newt mir an. Er musste wohl auch gesehen haben, dass der Regen nicht so schnell vorbei war.
Mit dem Wasserglas in meiner rechten, setzte ich mich auf dad Sofa, wo Newt ebenfalls Platz nahm. Meine Vermutung, dass das Wohnzimmer gemütlich war, bestätigte sich aufgrund diesem Sofas. Als ich mich drauf setzte, hatte ich das Gefühl als würde ich darin einsinken. Ich nippte kurz am Wasserglas, während ich Newt neben mir musterte. Er rieb seine Handflächen zusammen, bis sie ein zartes Rot annahmen. Eim ganz klares Zeichen, dass er nervös war. Ich musste versuchen, die Angespanntheit, die ihm nervös machte und mich ruhig stellte, zu unterbrechen. Deswegen öffnete ich mein Mund: "Erzähl mir doch was von dir. Gehst du noch zur Schule? Lebst du alleine?"

Newt schaute mich an. Es dauerte eine Weile, bis er antwortete. Als er sagte in welche Schule er ging, konnte ich mir ein Lächeln nicht verkenifen, denn ich ging auf die gleiche, wobei er eigentlich auf einer anderen gehen sollte, wo auch Taube hingingen. Vielleicht fänd er es ja dort leichter. Anscheinend wollte er aber nicht. Klar, er wollte nicht als Krüppel abgestempelt werden. Oder doch? Ich konnte mir noch kein klares Bild von Newt machen, da ich ihn noch kaum kannte. Von allem was er mir aber erzählte, auch wenn es nur kurze Informationen waren, sah ich, dass er ein interessanter Junge war. Nebenbei schaute ich wieder nach draußen, wo der Regen langsam verebbte. Das bedeutete, dass ich bald nach Hause konnte.

Ich trank den Rest des Wassers aus, dass mir Newt abgeboten hatte und stellte es auf dem Sofatisch. Ich hörte ein Geräusch und sah, dass seine Katze wieder im Raum war. Sie setzte sich hin und blickte auf uns, als wüsste sie nicht zu wem sie gehen sollte. Sie miaute leise. Mittlerweile tröpfelte es nur noch. Gerade noch gut um draußen zu laufen. Es wurde Zeit zu gehen und das sagte ich auch Newt, der mich danach etwas traurig ansah. Ich schenkte ihm ein kurzes Lächeln und holte mein schwarzes Handy aus meinet Jackentasche. Ich ging in meine Kontakte und reichte es ihm. "Schreib deine Nummer rein" Newt war sehr sympathisch und irgendwie wollte ich nicht, dass unsere Begegnung ab hier auf hörte. Irgendwie wollte ich in zukunft was von Newt hören. Wieso, wusste ich nicht. War nur so ein Gefühl.
Als Newt fertig war, gab er es mir wieder. Ich checkte seine Nummer und sah, dass ich eine Sms bekommen hab, was mir komisch vorkam. Wer schreibt denn heutzutage noch Sms? Da ich nicht unöflich sein wollte, ignonierte ich dir Sms und steckte mein Handy mir wieder ein. Fast gleichzeitig standen wir vom Sofa auf und Newt führte mich zur Haustür, wo wir uns verabschiedeten. Sogar seine Katze war da. Ich streichelte sie noch kurz bevor ich mich auf den Weg nach Hause machte. Während ich im Nieselregen lief, öffnete ich dann die Sms und hielt den Atem an. Es war eine Drohung.

Too Dangerous | Newtmas's FF *abgeschlossen*Wo Geschichten leben. Entdecke jetzt