Kapitel 35 -Kindergeburtstag

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Rias Perspektive

Mein Weckerklingelton beendete meinen Schlaf, aber weil es Sonntags war, war ich gut gelaunt. Ich stoppte das Klingeln indem ich über mein Handy wischte und lief wenig später die Treppe zur Küche hinunter. Meine Eltern sowie meine Schwester saßen bereits am gedeckten Küchentisch. "Guten Morgen", begrüsste ich sie und ließ mich auf meinen Stuhl nieder. Ich griff nach einem Brötchen, als meine Mutter mich ansprach. "Du bist doch heute auch zu Hause, oder?" Ich hob meinen Kopf und sah in ihre blauen Augen. "Wieso?", stellte ich eine Gegenfrage. Natürlich hatte ich eigentlich geplant, den Tag mit Jimin und den Anderen zu verbringen. "Deine Cousine hat heute Geburtstag", erinnerte sie mich, "Und sie kommen nachher zum Besuch." In meinem Kopf ratterte es. Was mache ich jetzt? Ich könnte trotzdem zu Jimin gehen. Aber das wäre gemein, meine Cousine wäre sicherlich traurig. Ich kann aber auch nicht den Tag hier ohne Jimin verbringen... "Ist alles okay, Ria?" Ich war offenbar so in Gedanken versunken gewesen, dass ich wortlos vor mich hin gestarrt hatte. "J-Ja, alles Bestens",  versicherte ich ihr. Ich muss unbedingt Jimin anrufen.

Nach dem Essen beeilte ich mich, in mein Zimmer zu kommen. Ich nahm das Telefon von meinem Tisch und wählte Jimin in meinen Kontakten aus. "Ja?", meldete er sich nach kurzer Zeit.
"Hey, ich bin's, Ria."
"Das weiß ich doch." Ich hörte ihn auf der anderen Seite leise lachen. "Ich habe deinen Namen gesehen, als du angerufen hast."
"Ähm, ja. Stimmt. Okay, hör zu, wir haben ein Problem. Oder ich habe ein Problem. Meine Familie kommt nachher wegen einem Kinder-Geburtstag hier her. Und ich muss dabei sein. Das würde aber bedeuten, dass wir uns nicht sehen können." Es entstand eine Pause, in der Jimin offensichtlich nachdachte, denn dann sagte er: "Und was wäre, wenn ich einfach zu dir kommen würde?" Nun war ich still.

"Du willst herkommen?", fragte ich nach ein paar Sekunden Stille. Ich konnte beinahe sehen, wie Jimin mit den Schultern zuckte. "Nur wenn du willst, natürlich." "Jimin", sagte ich deutlich, "dir ist klar, dass das eine Art kleines Familientreffen ist? Das heisst, du würdest sie kennenlernen. Bist du dir sicher, dass du das schon willst?" "Willst du es nicht?", fragte er zurück, sein Ton ernster als zuvor. Ich seufzte. Er versteht mich total falsch. "Natürlich möchte ich, dass du meine Familie kennenlernst. Ich habe mir nur Sorgen gemacht, dass es dir vielleicht zu schnell geht." Auf der anderen Seite des Hörers lachte Jimin wieder. "Ich finde, es wird langsam Zeit dafür. Also, wann soll ich da sein?"

Ich sagte Jimin, er solle um 15.30 Uhr bei mir sein. Meine Familie würde schon eine halbe Stunde früher kommen, das heisst, sie wären schon entspannt in ein Gespräch vertieft, wenn Jimin ankommen würde. Das Letzte was ich wollte, war ein peinliches Vorstellen meines Freundes. Allerdings war mir auch klar, dass es so oder so etwas peinlich werden würde.

Ich suchte mir ein Outfit heraus und trug ein dezentes Makeup auf. Meine Haare ließ ich wellig, da ich befürchtete, mich durch meine fehlende Aufmerksamkeit an dem Glätteisen zu verbrennen. Anschließend räumte ich mein Zimmer auf. Ich räumte einige Sachen um, andere versteckte ich auch in der hinterste Ecke eines Schrankes, damit Jimin sie nicht sehen konnte. Ich konnte keine Minute still sitzen, ich war zu nervös.

Meine Familie kam einige Minuten zu spät und der immer kleiner werdende Abstand zwischen ihrer Ankunft und der Jimins half mir nicht gerade, mich zu entspannen. Ich gratulierte meiner Cousine zu ihrem Geburtstag und begrüßte die restlichen Familienmitglieder. Meine Mutter holte den Kuchen, den sie gebacken hatte und wir ließen uns um den Tisch im Garten nieder. "Also, Ria", begann meine Tante, als sie die Hälfte ihres Kuchenstücks gegessen hatte, "Wo ist denn nun dein Freund?" Meine Augen weiteten sich und ich sah zwischen den Personen am Tisch hin und her. Bis mein Blick bei meiner Mutter hängen blieb. Sie zuckte nur mit den Schultern. "Natürlich habe ich es ihr erzählt. Ist doch nicht so schlimm." Ich nahm einen Schluck meines Tees in der Hoffnung, es würde mich beruhigen. Aber nicht mal Schlaftabletten hätten mich beruhigen können. Ich erklärte, dass er bald kommen würde und damit führten sie das Kuchenessen fort.

Save Me (Jungkook/Suga/Jimin) - BTS Geschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt