Chapter 10

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Pascal's (Erik) Ansicht: Endlich! Dieses Weichei namen's Alessandro hält ja keiner aus. Der soll doch lieber einen Schnuller in sein Maul stecken und nicht da mitreden, da wo er sowieso keine Ahnung hat. Da hat er einmal die Chance eine Schnitte wie Zoey anzugraben, und er ist zu feige dazu. "Bin ich gar nicht, aber ich habe Niveau!", hörte ich ihn aus der Ferne rufen. "Ach halt doch dein Maul du Feigling!", konterte ich zurück. Jetzt zeig ich der Kleinen mal, wer ein richtiger Mann ist!

Zoey's Ansicht: Erik stürzte zu Boden und bewegte sich nicht mehr. Was soll ich jetzt machen? Erste Hilfe leisten? Für einen Mann, der mich entführt hatte, mich schlug, starke Stimmungsschwankungen hatte und mich behandelte als wäre ich sein Eigentum? Von einer Minute auf die andere, kann er böse oder liebevoll sein. Was ist, wenn er jetzt wieder sein Bewusstsein erlangt? Ist er dann der böse oder nette Erik? Muss ich dann wieder Angst haben, dass er mich körperlich oder verbal angreift? Oder dass er mich sogar sexuell belästigt?

"Na Zoey, hast du mich schon vermisst?" Okey er war wieder bei Bewusstsein. Und er redet Mist! "Ach du findest es lustig?" "Was denn?" "Du warst gerade ohnmächtig?" "Achso das, das gehört zu mir!" "Hä?" Er fing an zu Lachen und gab mir endlich die Begründung, für sein seltsames Verhalten. "Zoey, du hast es mit einem Typen zu tun, der unter einer Dissoziativen Identitätsstörung leidet. Vielleicht sagt dir der Begriff "gespaltene Persönlichkeitsstörung" mehr."

Gespaltene Persönlichkeit? Hm, der Name erinnerte mich an einen Jungen, der mit mir im Kindergarten war. Er meinte immer, er ist zu zweit, er habe zwei Hälften. Die andere Hälfte sei ein Mädchen. Aber ich habe mir da nie Gedanken darüber gemacht. Die Kindergartentanten haben mir dann sein Verhalten einmal erklärt, aber gesagt ich soll ganz normal mit ihm weiter spielen.
Ich erzählte Erik dann von meiner Erinnerung, und er antwortete mir: "Ja Zoey, so hat es bei mir auch einmal angefangen, aber werden die Symptome nicht behandelt, dann werden die Leute so wie ich. Gefährlich, unberechenbar und unnahbar. Und glaub mir, gerade hast du es mit der gefährlichsten Seite von mir zu tun!" Während er das sagte, lief mir ein kalter Schauer über den Körper. Mit einem komischen, schon fast pädophilen Grinser kam er zu mir und fügte hinzu: "Es gibt vier Persönlichkeiten, die erste wäre Thomas, er ist schwul und ein Feigling. Er wird dich niemals angreifen. Er ist auch vergesslich und es kann auch mal passieren, dass du für ein paar Tage nichts zu essen bekommst. Dann gibt es Niklas. Er ist zurückgeblieben. Er meint er sei ein Kind. Auch sein Verhalten ist das eines Kindes gerecht. Also in meinen Augen ein kompletter Idiot. Alessandro, ist die feige Sau von vorhin. Er glaubt, er könne mit seinem selbstlosen und verständnisvollen Gerede, euch Frauen um den Finger wickeln. Und zu guter Letzt, bin noch ich, Pascal! Mit mir solltest du dich lieber nicht spielen, ich hab schon mehr Menschen umgebracht, als was du an deinen beiden Händen abzählen kannst."
Mein nächster Gedanke war: Ach du Scheiße! Ich bin nicht nur entführt worden. Ich bin bei einem Typen gelandet, der sich niemals unter Kontrolle hält, und auch noch psychisch krank ist. Ob ich hier noch lebend rauskomme? Sind noch mehr Frauen ihm zu Opfer gefallen? Bin ich hier gar nicht alleine?

Ich wurde aus meinen Gedanken gerissen, als seine Hände zwischen meinen Oberschenkeln lagen. "Verdammt, behalt deine Hände bei dir!" Anstatt, seine Hände bei sich zu behalten, rückte er näher hinauf und verfestigte seinen Griff. "Wehr dich nicht, du hast keine Chance!" Ich hatte einen Plan, er wird sein blaues Wunder noch erleben. Also wehrte ich mich des ersteren mal nicht. Ich ekelte mich zwar vor seinen Händen, aber lies es zu. "Siehst du Zoey, du kannst doch ganz brav sein! Wenn du deine Zickereien hinterlassen würdest, könnte ich dich sogar lieben", flüsterte er mir ins Ohr. Dreckskerl, dachte ich mir und dann küsste er mich. Zuerst normal und dann mit Zunge. Als er seine Zunge in meinen Mund drückte, gewährte ich ihn Einlass, aber dann lies ich die Falle zuschnappen. Blitzschnell drückte ich mit meiner Hand zwischen seinen Beinen zu, und biss ihm fest auf die Zunge. So fest, dass ich sein Blut schmeckte. Ich hörte ihn aufschreien, und schon hatte ich die nächste abgefangen. Mit dem habe ich schon gerechnet. "Du kleine blöde Schlampe, das wirst du jetzt zu spüren bekommen!" Doch dann klingelte etwas, und es war sein Handy. "Da muss ich abheben, aber wenn ich zurück komme, bekommst du die Konsequenzen zu tragen! Das schwöre ich dir!"
Wutentbrannt rannte er aus dem Zimmer und verschloss die Tür hinter sich. Drausen hörte ich ihn noch herum schreien, aber dann war er auch schon weg.

Meine Wange brannte, aber viel mehr hatte ich Angst wenn er zurück kommt. Was wird dann geschehen? Foltert er mich dann? Oder ist er vielleicht gar nicht er, sondern einer von den anderen? Wie werden die darauf reagieren?

Es war soweit, ich war bei der Polizei. Ich hatte noch weitere Sms von der unbekannten Nummer bekommen, aber noch niemanden bemerkt, der sich in meiner Nähe komisch benahm. Nach langen Hin und Her, hatte mich meine Freundin dazu überredet endlich Anzeige zu erstatten. Somit saß ich jetzt hier in diesem Augenblick mit Julia auf der Polizeiwache. Der Polizist der uns gegenüber vor dem Schreibtisch saß, kritzelte irgendetwas auf ein Blatt Papier. Julia erzählte für mich, denn ich war viel zu viel mit meinen Gedanken beschäftigt. Was ist wenn der Typ mitbekommt, dass ich ihn gerade anzeigen will? "Frau Förster geben Sie mir bitte die unbekannte Nummer, die sie immer belästigt hatte. Wir werden uns darum kümmern." Ich schrieb ihm die Nummer auf ein kleines Post-it und reichte es ihm über den Tisch. "Wir werden uns melden, sobald wir Neuigkeiten haben." Erleichtert verliesen wir die Polizeiwache und atmeten auf. Meine Freundin legte einen Arm über mich und sagte: "Jetzt wird alles besser werden, ich hoffe die schnappen den Psycho!"

Die Tür ging auf und niemand anderes als Erik stand im Raum. Das was darauf folgte, war das Grausamste was er mir bis jetzt angetan hatte.

Grauenvolle LiebeWo Geschichten leben. Entdecke jetzt