Eine chaotische Zaubertrankstunde

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Als Remus und Sirius außer Atem im Schlafsaal ankamen, saßen James und Peter bereits auf ihren Betten.
„Wo wart ihr!" kam es aus James heraus.
„Ich dachte ihr seid tot, oder man hat euch erwischt. Ich war bereits dabei Reden für eure Beerdigung zu gestalten, weil ich dachte ihr seid tot."
Remus und Sirius starrten James an, als würde er von einem anderen Planeten kommen.
„Aber Hauptsache DU nennst MICH eine Dramaqueen." Antwortete Sirius seinem besten Freund.
„Du bist auch die Dramaqueen Sirius, ich bin nur der Dramaqueenvertreter, falls du mal keine Zeit hast."
„Ein Opfer bist du." Für diese Antwort bekam Sirius einen Polster mit voller Wucht ins Gesicht geworfen.
„Trottel." Sagte James.
Remus wollte nicht schon wieder in die Schussbahn von Sirius und James kommen, deshalb nahm er sein Schlafgewand und verschwand im Bad. Im Badezimmer atmete Remus einmal aus und versuchte die Erlebnisse des Tages zu verarbeiten.
Er drehte die Dusche auf und zog sich langsam aus, während das Wasser heiß wurde.
Remus sah erst jetzt, zum ersten Mal seine frischen Verletzungen. Er öffnete langsam den Verband der um seinen Oberkörper gebunden war und wickelte ihn ab.
Die Verletzung die er dort sah, ließ ihm das Blut in den Adern gefrieren. Es war eine große, rote Schnittverletzung. Er konnte sehen, dass Madam Pomfrey die Wunde genäht hatte. Remus konnte seinen Blick nicht von der Verletzung abwenden. Er zwang sich in den Spiegel zu sehen und sah dort einen kleinen, elfjährigen Jungen, der körperlich in einer sehr schrecklichen Verfassung war.
Remus hatte nicht nur Narben auf seinen ganzen Körper, er war auch ziemlich dünn. Er hatte oft Probleme was Essen betraf und kurz vor und nach dem Vollmond ging es ihm meistens so schlecht, dass er nur sehr wenig zu sich nahm.
Er konnte den Blick von seinem Spiegelbild abwenden, als der Spiegel durch den Dampf des Duschwassers beschlug. Remus stieg in die Dusche und versuchte den Schmerz zu ignorieren, der jedes Mal durch seinen Körper schoss, als ein Wassertropfen seine Wunde berührte.
Remus wusch sich schnell die Haare. Beim Auswaschen gab er sich viel Mühe, dass kein Schaum auf seinen Körper kam.
Als er fertig mit dem Duschen war, blieb er noch kurz unter dem Wasser stehen. Erst als der Schmerz in seiner Seite unerträglich wurde, stieg er aus der Dusche. Er griff nach seinem Handtuch und trocknete behutsam seinen ganzen Körper ab. Am Schluss rieb er noch seine Haare halbwegs trocken und hängte sein Handtuch wieder auf.
Er zog seine Schlafhose an und sein Schlafhemd. Er knöpfte es vorsichtig zu und verließ das Badezimmer.
Seine Freunde hatten sich in der Zwischenzeit wieder beruhigt und saßen still auf ihren Betten. Nacheinander ging ein Junge nach dem anderen ins Badezimmer. Als Sirius als letzter das Bad verließ, dunkelte er den Raum ab, bevor er in sein Bett ging.
Remus hatte sich bereits unter seiner Decke verkrochen. Er bewegte sich in der Nacht viel hin und her und schlief nicht sehr gut.
Am nächsten Morgen wurde er durch aufgeregtes Murmeln wach und als er seine Augen öffnete, sah er direkt vor sich Madam Pomfrey und hinter ihr standen James, Sirius und Peter. Alle drei waren bleich und sahen Remus besorgt an.
Remus verstand zuerst nicht was los war und wollte sich aufsetzten, aber die Heilerin drückte ihn wieder ins Bett zurück. Sie drehte sich zu den drei Jungs um.
„Wie wäre es, wenn Sie schon einmal frühstücken gehen und für Mr. Lupin eine kleine Jause machen. Damit er nicht hungrig im Unterricht sitzen muss." Ihre Stimmte war sanft wie immer und ohne zu widersprechen, verließen die drei den Raum.
Erst jetzt bemerkte Remus was los war. Sein Schlafhemd war voller Blut, wie seine Bettsachen.
Remus wusste nicht was los war und sah Madam Pomfrey ängstlich an.
„Alles ist gut Remus. Du hast dich im Schlaf anscheinend viel bewegt und die Nähte an deiner Seite sind aufgerissen. Dadurch hast du anfangs ziemlich viel Blut verloren, bevor die Blutung gestoppt hat. Deine Freunde haben dies zeitig in der Früh bemerkt und haben mich geholt."
Remus sah sie an und hatte augenblicklich ein schlechtes Gewissen. Was seine Freunde sehen mussten, war ziemlich schaurig.
„Ich helfe dir, dich aufzusetzen." Madam Pomfrey half Remus auf und während er auf der Bettkante saß, öffnete sie ihre Erste-Hilfe-Tasche.
„Zieh einmal dein Hemd aus, dann kann ich die Wunde behandeln."
Remus gehorchte und knöpfte langsam sein Hemd auf und zog es aus. Nicht nur seine Sachen waren voller Blut. Auch sein Oberkörper sah ziemlich übel aus.
Mit einem Schwenker von Pomfreys Zauberstabs verschwand das Blut von Remus' Körper und von seinen Sachen. Madam Pomfrey holte ein großes Glas mit einer bräunlichen Salbe hervor. Sie strich Remus' Seite vorsichtig damit ein und legte ihm wieder einen Verband an.
„Dies sollte einmal fürs erste halten. Komm einfach am Abend noch einmal vorbei, dann kann ich in dir erneuern. In Ordnung?" Remus nickte und Madam Pomfrey stand auf und verließ das Zimmer.
Remus zog sich schnell an und ein Blick auf die Uhr verriet ihm, dass die erste Stunde in fünf Minuten beginnen würde. Mit schnellen Schritten machte er sich auf den Weg in Slughorns Klassenzimmer.
Er kam an, als Slughorn gerade den Unterricht begann.
„Ah, Mr. Lupin, ich wusste mir fehlt noch ein Schüler, setzten Sie sich." Slughorn lächelte Remus zu und setzte seinen Unterricht fort. Remus ließ sich neben Sirius nieder und versuchte den besorgten Blick von seinem Freund zu ignorieren.
Er holte sein Buch heraus, ein Blatt Pergament und seine Feder und machte Notizen. Er wollte nicht über das Geschehene reden und versuchte alles um dieser Konversation aus dem Weg zu gehen. Nach einer halben Stunde, wurde ihm ein Stück gefaltetes Pergament zu seinem Buch gelegt. Remus versuchte es zu ignorieren und schaffte dieses auch die erste Stunde.
In der Pause fingen die ersten Schüler schon an Kessel zu holen um in der zweiten Stunde den Zaubertrank brauen zu können. Sirius stand ebenfalls auf und ging zum Schrank.
Remus ergriff die Chance und faltete das Stück Pergament auseinander.

Ich hoffe dir geht es besser. Ich werde nicht nachfragen was passiert ist versprochen. James und Peter werden es auch nicht tun. Wenn du mit uns reden willst, kannst du dies jederzeit tun. Wir sind da für dich. Immer.

Sirius

AlsRemus fertig gelesen hat, stand Sirius mit dem Kessel hinter ihm und stellteihn auf ihren Platz. Dann öffnete er seine Tasche und reichte Remus seineJause.
„Danke." War alles was Remus sagen konnte, bevor er hungrig die Servietten vonder Jause wickelte. Es war ein Toast mit Speck und roten Bohnen und ein Schokoladencroissant.
„Nicht der Rede wert." Antwortete ihm Sirius. Remus verschlang seinen Toast alsJames und Peter zu ihnen kamen.
„Operation Zutaten, kann jetzt beginnen." Flüsterte James. Sirius grinste undRemus sah James an.
„Also Remus, wir haben uns überlegt, dass Sirius, Professor Slughorn in einGespräch über den Trank verwickeln wird. Wenn dies nicht funktioniert, wird Peterseinen Zaubertrank mit Absicht irgendwie zum Explodieren oder so bringen. Duhilfst mir in der Zwischenzeit die Zutaten zu finden. Verstanden?"
Remus nickte.
„Explodieren, bist du bescheuert oder was?!" quiekte Peter.
„Beruhig dich mal, es wird nicht so weit kommen, Sirius hat ein paar sehr guteFragen um Slughorn abzulenken."
Als die zweite Zaubertrankstunde begann, gingen James und Peter wieder zurückzu ihrem Platz. Wie alle anderen Schüler im Unterricht, begannen auch die vierFreunde ihren Trank zu brauen. Nach einer viertel Stunde, war das ganzeKlassenzimmer dabei einen Zaubertrank zu erschaffen und Slughorn ging zu denPaaren um zu schauen, ob er helfen konnte.
„Remus. Gleich." Flüsterte James, Remus zu. Dieser nickte stumm und wartete bisSlughorn nah genug war.
„Du Sirius, ich werde einmal die Fledermausohren suchen." Sagte Remus laut undverschwand.
„Professor Slughorn?"
„Mr. Black, sagen Sie, wie kann ich Ihnen helfen?"
„Bei der einen Stelle, ich bin verwirrt."
„Wieso denn das?"
„Da steht ja, man müsste ein paar Fledermausohren nehmen, klein schneiden undlangsam im Trank unterrühren."
„Ja, und weiter."
„Warum zum Henker, muss man unterrühren? Kann ich nicht einfach reinschütten?"
Wie Sirius geplant hatte, begann Slughorn mit einem Vortrag, warum man Zutatennicht einfach reinschmeißen könnte.
Remus und James öffneten schnell die Vorratskammer und schlichen hinein.
Die Regale in der Kammer, waren bis zur Decke vollgestopft und es gab nur einekleine Chance die Sachen zu finden, die man benötigte.
Remus suchte in den unteren Regalen, James in den höheren.
„Hey James, ich habe die Trollhaare gefunden."
„Igitt."
Remus grinste und fing an weiter zu suchen.
Nach fünf Minuten hatten die zwei Jungs alle Zutaten gefunden und öffneten Glasfür Glas und nahmen je ein wenig heraus.
„Remus, kannst du den Wolfswurz herausnehmen?" fragte James schnell seinenFreund, bevor er die ersten Gläser wieder in den Kasten einordnete.
Als keine Antwort von Remus kam, sah James zu ihm. Remus saß am Boden und sahangewidert die Pflanze an.
„Remus?"
„Ich mag die Pflanze nicht angreifen, sie ist giftig." Antwortete ihm Remus,den Blick weiterhin auf die Pflanze geheftet. James machte seinen Mund auf,schloss ihn jedoch wieder. Er wollte nicht mit Remus diskutieren. Stattdessen,nahm er die Pflanze aus dem Glas.
Nachdem alles wieder weggeräumt war, schlichen sie sich wieder aus der Kammerhinaus und versuchten dabei, unauffällig die Zutaten in James Tascheverschwinden zu lassen.
Als dies funktioniert hatte, ging Remus wieder zu Sirius zurück. Am Weg hatteer von den Zutaten noch die Fledermausohren mitgenommen.
„...Und aus diesem Grund, Mr. Black., kann man eine Fledermaus nicht mit einemTroll kreuzen um die ultimative Zutat zu bekommen." In Slughorns Stimme war einHauch von Verzweiflung.
„Ich danke sehr Professor. Remus und ich werden uns jetzt aber wieder unseremZaubertrank widmen." Antwortete ihm Sirius.
Slughorn, schien sehr froh zu sein, dass er Sirius verlassen konnte.
„Was zum Teufel hast du mit Slughorn besprochen."
„Was soll ich sagen Remi, ich weiß was die Männer wollen."
Remus fing an zu lachen und auch Sirius konnte sich ein Kichern nichtverkneifen, nachdem ihm klar wurde, was er gerade gesagt hatte.
Die restliche Stunde, brauten die Jungs den Zaubertrank fertig und hatten vielSpaß dabei.
Gegen Ende der Stunde explodierte der Zaubertrank von James und Peter undSlughorn schien es mehr als Recht zu sein, als die Stunde vorbei war und dievier Jungs verschwanden.

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