Fehler über Fehler

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POV. Lucia

Es ist mittlerweile der nächste Tag als ich mich auf den Weg in die Küche begebe.
Ich bewege mich so leise es geht da die anderen höchstwahrscheinlich noch am schlafen sind und ich sie nicht aufwecken will.
Ich betrete gerade die Küche und siehe da.
Ich bin anscheinend doch nicht die einzige die wach ist.

Ich beobachte die Person, welche auf einem der Stühle sitzt und Löcher in die Luft starrt und gehe dann leisen Schrittes Richtung Kaffeemaschine.
Anscheinend war die Person in Gedanken denn sie reagiert nicht einmal als die Kaffeemaschine den Kaffee zubereitete.
Mit zwei Tassen in der Hand begebe ich mich zu den Stühlen und setze mich gegenüber von der Person hin.
„Du siehst echt scheiße aus!"

Mit diesen Worten schiebe ich ihm die zweite Tasse hin.
Er schreckt aus seinen Gedanken auf und starrt mich einfach nur an.
„Was ist denn los?
Depressionen?", frage ich ihn kek.
„Wieso?", fragt er mich ohne seinen Blick einmal von mir abzuwenden.
„Du musst schon etwas mehr sagen als nur wieso.
Also wieso was?"

Fragend lege ich meinen Kopf leicht schief.
Das ist eine meiner vielen komischen Angewohnheiten welche ich einfach nicht loswerde.
„Wieso hast du Hope als Geisel genommen.
Sie ist doch noch ein Kind.", spricht er eindringlich auf mich ein.
„Naja.
Ihr hattet eine Geisel, ich brauchte eine Geisel.
Nenne es Gleichgewicht.", erkläre ich ihm.

„Hättest du es getan?"
Auf meinen genervten Blick fügt er noch hinzu.
„Hättest du Hope getötet wenn ich nicht dazwischen gegangen wäre?"

Gute Frage.

Hätte ich?

Hätte ich es mich getraut?

Hätte ich mit der Last leben können?

Wir werden es wohl nie erfahren.
Aber eines kann ich definitiv sagen.

Ich hätte es mehr als nur bereut.

Als ich merke das Kol mich inmer noch mit seinen Blicken durchlöchert entscheide ich mich dazu ihm zu antworten.
„Ich hätte es wahrscheinlich getan und mich dann für immer gehasst.
Ich hätte es mein ganzes Leben lang bereut und wäre irgendwann daran zerbrochen.
Sie hat es nicht verdient."
Seine Augen weiten sich als ich den letzten Satz sage.
Anscheinend hat er damit nicht gerechnet was ich auch verstehen kann.

„Wenn sie es nicht verdient hat wieso behältst du sie dann noch hier.
Lass mich sie nachhause bringen und ich werde bleiben.", redet er mit sanfter Stimme auf mich ein.
„Du weißt dass ich das nicht tun kann."
„Bitte lass sie einfach gehen.
Du bist nicht so ein Mensch.
Du bist niemand der Kinder gefangen nimmt und sie foltert.", versucht er mich umzustimmen.

„Tja, was ein Glück dass ich kein Mensch bin.
Du kennst mich nicht.", entgegne ich ihm.
Mit diesen Worten zerstöre ich seine Hoffnung in weniger als 3 Sekunden.
Während wir redeten gehen wir in mein Zimmer da wir dort ungestört und ohne weitere Zuhörer reden konnten.
Gerade hatte ich die Türe geschlossen als er auch schon den Schlüssel dreht und uns einsperrt.
Schneller als ich gucken kann drückt er mich mit dem Rücken an die Türe sodass wir uns in die Augen sehen können.

Mein Herz setzt einen Schlag aus als ich sehe dass nur noch wenige Zentimeter unsere Gesichter trennen.
„Ich kenne dich besser als du denkst.
Glaub mir.", raunt er mir zu und kam mir noch näher, wenn das überhaupt möglich ist.
Mein Herz setzte einen Schlag aus nur um dann doppelt so schnell weiter zu schlagen.

Mein Atem ging nur noch stoßweise was Kol auch merkte.
Naja entweder das oder er hört mein Herz welches kurz davor war auch meiner Brust zu schlagen.
Ich kann nicht anders und starre Kol an da sich sein Gesicht meinem immer mehr nähert.

Was tut er da Luc?
Er ist der Feind.
Wieso?

Als Kol meine Zweifel bemerkt haucht er gegen meine Lippen.
„Entspann dich."
Und dann geschieht es.
Kol legt seine Lippen auf meine und ich reiße meine Augen geschockt auf.
Was zum Teufel?
Nachdem ich diesem Gedanken zuende gedacht habe drücke ich ihn mit meiner Vampirkraft weg.

WAS ZUR HÖLLE?

„Was zur Hölle sollte das?", frage ich ihn und flüchte aus dem Raum als ich keine Antwort bekomme.
Ich finde mich in Tatianas Zimmer wieder in welchen sie auch gerade ist.
Ohne weiter nachzudenken gehe ich auf sie zu und werfe mich in ihre Arme.
Tatiana war für mich immer wie eine Mutter.
Sie war immer für mich da.
Ich hoffe sie ist es auch dieses mal.

Sie schiebt mich langsam von sich und fragt was los ist.
Ich wusste dass ich sie nicht anlügen kann.
Ich weiß dass sie es sofort merken würde.
Und so entscheide ich mich dazu ihr die Wahrheit zu sagen.
„Kolhatmichgeküsst.", sagte ich schnell und schmerzlos.

„Okay.", ist das einzigste was sie sagt.
Entgeistert blicke ich sie an.
Okay.
OKAY?
WAS IST DARAN OKAY?
Genau das frage ich sie auch.
„Naja die Blicke die er dir die ganze Zeit zugeworfen hat waren nicht zu übersehen aber wenn du seine Nähe nicht willst kannst du dich leicht gegen ihn währen.", erklärt sie mir lässig während ich sie einfach nur ungläubig anschaue.

„Okay?", ist das einzigste was verwirrt aus mir raus kommt.
Mit diesen Worten gehe ich wieder in die Küche und treffe dort die Person die ich am liebsten garnicht mehr sehen will.

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(Überarbeitet)

The only Hope Wo Geschichten leben. Entdecke jetzt