Mi amor

177 2 0
                                        

"ich habe mich in dich verliebt." Ich brauche lange, um diesen Satz wahrzunehmen, um ihn zu verarbeiten. Ich schaue in Sefers Augen, sie sind das Fenster zu seiner Seele. Sie sind warm und glänzend, ich fühle mich einfach nur geborgen. "Ich liebe dich Sefer.", flüstere ich gegen seine Lippen. Nun ist er es, der aus dem Grinsen nicht mehr herauskommt. "Wie geht es jetzt weiter?", Will ich wissen. Er kratzt sich an seinem Hinterkopf. "Hör zu vielleicht ist es zu früh für dich, aber sollen wir diese Beziehung eingehen? Ich habe einfach gemerkt, dass ich es hasse, wenn andere Jungs in deiner Nähe sind. Ich will der Mensch sein, der einer der besondersten in deinem Leben ist okay? Ich habe keine Lust mich länger zu quälen. Aber wenn es dir anders-", ich unterbeche ihn, in dem ich sanft meinen Zeigefinger auf seine Lippen lege. Er hört auf zu reden und schaut mich an. Und dann macht es klick in mir. Ich ziehe ihn an seinem T-Shirt an mich ran und küsse ihn. Er ist erst überrascht, doch er erwidert den Kuss genauso stürmisch, wie ich ihn begonnen habe. Seine Hände wandern an meine Taille und halten mich fest im Griff. Ich verschränke meine Arme hinter seinem Nacken. Wir kommen gar nicht mehr aus dem Küssen raus. Und doch löst sich Sefer irgendwann. "Also darf ich dich ab jetzt meins nennen?", fragt er ausser Atem. "Nur deins", flüstere ich an seine Lippen und gebe ihm einen kurzen Kuss. Wir laufen grinsend zum Auto zurück, wir müssen wohl aussehen, als ob wir uns eine ganze Drogenwundertüte reingeballert hätten. Aber der einzige Grund, weswegen wir so glücklich sind, ist dieses starke Gefühl zwischen uns beiden, die Verbindung, die uns dazu bringt, etwas zu fühlen, was für uns beide neu ist. Und selbst wenn ich gerade noch so glücklich bin, bin ich auch verwirrt und aufgeregt. Ich weiss nicht wie es weiter geht, weiss nicht wie ich mich ihm gegenüber verhalten soll. Sefer merkt meine Anspannung während dem Fahren, aber verschlimmert sie nur noch mehr, in dem er mit meinen Haaren spielt und mich die ganze Zeit von der Seite mustert. Es ist fast schon ein Wunder, dass ich es schaffe, uns beide gesund ins Hotel zu fahren. Da das Hotel ziemlich zentral ist und es jetzt dunkel wird, Frage ich Sefer ob wir zum Schlossplatz wollen. Den ganzen Weg über bin ich angespannt und aufgeregt. Wenn das Liebe ist, dann wird die nächste Zeit schwer für mich. Ich fühle mich nämlich so, als ob ich in jeder Sekunde kotzen werde. An einer Bank angekommen, schaut Sefer mich an. Schon wieder. Er sieht zum Anbeissen aus, in dieser Jacke mit Kapuze. Er hat sie sich über den Kopf gezogen, aber seine Augen strahlen wie Sterne aus dem Schatten. Ich bin so aufgeregt und nervös, dass ich zitter und zum Teil ziemlich laut atme. "Prinzessin was ist eigentlich los?", Will Sefer jetzt wissen. Er hat meine innere Unruhe mitbekommen. Na toll. Aber vielleicht hilft es ja, mit ihm darüber zu sprechen. "Ich weiss es nicht. Ich bin gerade einfach nur ein bisschen verwirrt weisst du. Ich bin so glücklich, aber ich habe auch Angst mich falsch zu verhalten. Sefer ich war noch nie in einer Beziehung, das ist meine erste.", Plappere ich wie ein Wasserfall los. Sefer sieht mich einfach nur an, kommt mir näher und gerade, als ich mir einbilde, schon seine Lippen auf meinen zu spüren, beisst er mir in die Backe. "Ich ess dich auf, viel zu süß bist du", sagt er grinsend. Ich schreie erschrocken auf, und wische mir dann gespielt angewiedert über die Backe. Er sieht meinem Handeln zu und hebt prüfend die Augenbrauen, als ich meine Backe abwische. Und dann, bevor ich auch nur nachdenken kann, umschließen mich seine Arme blitzschnell und er fängt an, jeden Zentimeter meines Gesichtes abzuknutschen. Ich komme aus dem Lachen gar nicht mehr raus, Versuche mich nur halbherzig gegen diese Knutschattacke zu wehren. "Besser so?", fragt er lachend. Ich liege in seinen Armen und schaue ihn mir einfach an. Präge mir sein Gesicht ein, damit ich es nie wieder vergesse. "Schau mal mein Leben, du musst dich nicht so unter Druck setzten, weil wir jetzt zusammen sind. Du musst dich nicht anders verhalten oder irgendetwas. Es ist normal, dass Sachen am Anfang ungewohnt sind, und man erstmal rausfinden muss, welcher Typ Beziehungsmensch man ist.", Erklärt er mir jetzt. Ich sehe ihm tief in die Augen. "Hättest du mich auch genommen, wenn ich schon Beziehungen hinter mir hätte?",Frage ich jetzt. "Ja natürlich. Ich hatte auch schon Beziehungen, ich bin gar nicht in der Position, um irgendetwas zu erwarten von wegen Unschuld oder so. Aber es ist natürlich schon schöner, zu wissen, dass du gerade die ganzen Erfahrungen mit mir neu machst. Aber deinen ersten Kuss hattest du schon vor mir oder?". Ich nicke einfach nur, die Sache ist, ich bin nicht das unschuldigste Mädchen der Welt. Ich war bis vor einem Jahr kein Kind von Traurigkeit, aber das muss ich Sefer ja nicht gleich erzählen. Wir blödeln viel Rum, machen Witze, bis wir beide heulend vor Lachen aufeinander liegen. Ich sehe in Sefers lachendes Gesicht, es ist wohl einer der schönsten Anblicke in meinem Leben. Dieser Junge hat mich so sehr in seinen Bann gezogen, dass ich dabei bin, mich jede Sekunde mehr in ihn zu verlieben, falls das überhaupt geht. Er schaut mich fragend an, ich hab wohl zulange geschaut. Beschämt will ich wegschauen, doch er nimmt mein Gesicht und küsst mich wieder. Ich denke, ich werde süchtig nach seinen Lippen. Scheiss auf jede Droge der Welt, seine Lippen sind meine Droge. "Komm, lass langsam wieder ins Hotel Prinzessin", fordert er mich auf. Ich nicke und wir beide gehen Richtung Hotel. Erst laufen wir einfach so nebeneinander, dann verschränkt Sefer unsere Hände ineinander. Ich liebe ihn so sehr. Auf dem Zimmer angekommen, gehe ich mich erst duschen, Sefer ist kurz bei seinen Kumpels. Ich bin in meinem kurzen Schlafanzug und lege mich aufs Bett. Ich döse halb vor mich hin, als ich höre wie die Tür aufgeht und die Jungs reinkommen. "Wo ist unsere Schwägerin denn?", Ruft Enes belustigt. Ich liege auf dem Bauch, habe eine kurze, enge Hose an und keine Decke drüber. Ohoh. "Jungs yallah raus", meint Sefer zu ihnen, seine Stimme hat einen ernsten Tonfall angenommen. Das ist eine Scheisssituation. Ich bin immer noch im Halbschlaf und checke nichts. Sefer geht duschen und ich wache endgültig auf, mit den miesesten Schuldgefühlen. Sefer kommt raus in Boxershorts. Scheisse dieser Junge macht mich fertig. Ich habe schon wieder viel zu dreckige Fantasien, was ich alles mit ihm machen will. Und ich habe gedacht, nur Jungs sind so. "Hab ich dich aufgeweckt Prinzessin?", fragt er mich belustigt. Ich schaue ihn nur noch verpeilter an, weswegen er lachen muss. "Hm" Murmel ich einfach nur, ich will mit ihm kuscheln. Ich bin ein sehr kuschelbedürftiger Mensch, das habe ich Sefer nur immer vorenthalten. Ich stehe auf und umarme ihn von hinten, meine Hände sind an seinen Bauchmuskeln. Bloß nicht ausrasten. "Askim alles gut bei dir?", fragt er mich jetzt lachend. "Ich will kuscheln", Murmel ich in seinen breiten durchtrainierten Rücken. "Krass so hätte ich dich nicht eingeschätzt", sagt er immernoch grinsend und nimmt meine Hände. Wir laufen auf sein Bett zu und legen uns beide hin. Ich mag es nicht so sehr auf ihn zuliegen, da es relativ hart durch die ganzen Muskeln auf seinem Oberkörper ist. Er ist an der Reihe, er soll mit mir kuscheln. Ich bin wie ein trotziges, kleines Kind gerade. Doch er macht nichts. Ich drehe mich zu ihm und sehe, wie er mich einfach nur anschaut. Ich komme mir unwohl vor, er merkt es und zieht mich jetzt zu sich. Ich liebe es in seinen starken Armen zu liegen, ich fühle mich so glücklich und geborgen. Kein Versteckspiel mehr, nur noch er und ich gegen die Welt. Was für ein schönes Gefühl. "Gute Nacht mein Leben", kommt es von Sefer. "Gute Nacht mi amor", flüstere ich. Dieser Name passt zu ihm. Mi amor-meine Liebe. Das ist er: meine große Liebe.

HoffnungWo Geschichten leben. Entdecke jetzt