"nein sie verstehen nichts", diskutiere ich gerade mit einer Rezeptionistin. "Ich habe hier angerufen und die Zimmer gebucht, ich kann nichts dafür, wenn sie zu inkompetent sind um sich das aufzuschreiben." Die Olle sieht mich erbost an und will gerade etwas erwidern, da Falle ich ihr ins Wort. "Ich bin hier mit Künstlern, die gestern eine anstrengende Clubshow hatten und morgen auch wieder eine haben werden. Geben sie uns einfach die verdammten Zimmer." Sie sieht mich an, kommt etwas näher und fragt dann neugierig welche Künstler es denn wären. "Michael Jackson und Tupac" antworte ich komplett ernst. "Aber die sind doch tot oder?" Verwirrung macht sich in ihrem dummen Gesicht breit. "Ja natürlich sind sie tot, ich bin hier mit Rappern, sie geht es einen Scheiss an wer das ist. Geben sie jetzt endlich die Zimmer oder wie sieht's aus?", Frage ich durch zusammengebissene Zähne. "Sie haben Glück, dass wir noch genau die Zimmeranzahl frei haben, die sie benötigen." Sagt sie arrogant und gibt mir die Schlüsselkarten. "Calla tu puta boca pendeja" Sage ich sauer und drehe mich um, um zu gehen. Ich knalle fast in Sefer, keuche erschreckt auf und halte mir meine Brust. "mein Herz Sefer, musst du mich so erschrecken?" Er sieht mich breit lächelnd an. "Du warst kurz davor, der Frau eine zu Faust zu schieben, ich hab gedacht, ich stell mich Mal daneben um sowas zu verhindern." "War ich garnicht" Murmel ich beleidigt und peinlich berührt. " Muss dir nicht peinlich sein Prinzessin, ich find's ziemlich attraktiv, wenn du sauer wirst." Eigentlich würde ich jetzt einen frechen Spruch zurück feuern, aber ich stehe nur da und muss realisieren, was er da zu mir gesagt hat. So geht es schon, seitdem wir uns unsere Gefühle gestanden haben. Er neckt mich die ganze Zeit und das flirten kommt bei ihm auch nicht zu kurz. Ich hingegen stehe meistens einfach nur verwirrt da, und weiss nicht was ich erwidern soll. Wir gehen auf unsere Zimmer, ich habe ein Einzelzimmer. Giwar wollte es so, obwohl ich ihm tausend Mal versichert habe, dass es mir egal ist wenn ich mit einem der Jungs zusammen Penn. Ich packe meine Sachen aus und bin die ganze Zeit am Lächeln. Mir geht es so gut Dank Sefer, ich liebe seine Art einfach. Es klopft an der Tür. Ich öffne und ein grinsender Dogan kommt hereinspaziert. "Du musst mir alles erzählen", fordert er, immer noch grinsend, als ob er eine Krankheit hat. "Was denn?" Frage ich verwirrt. Er verdreht die Augen und schreit "na das mir Sefer und dir natürlich!". "Dogan nicht so laut", murmle ich peinlich berührt. Am Ende kommt es dann doch dazu, dass ich ihm alles erzähle. Er will gerade ansetzten etwas zu sagen, da klopft es wieder. Ich öffne die Tür und Sefer steht vor mir. Er sieht mich grinsend an, doch als er Dogan im Hintergrund sieht, verwandelt sich sein liebes Grinsen in ein spöttisches und er fragt "Stör ich?". "Nein wirklich nicht, komm rein", fordere ich ihn auf. Er sieht Dogan mit einem Todesblick an, Dogan zuckt entschuldigend mit den Schultern und geht dann. Es ist ruhig im Zimmer, Sefer sieht mich wie eine Raubkatze an und kommt mir dann näher. Dieses Mal bleibe ich stehen, weiche nicht nach hinten. Sefer fängt an, mir eine Haarsträhne aus dem Gesicht zu streichen. Als er sie hinter mein Ohr gelegt hat, packt er plötzlich meinen Kiefer und kommt mir verdammt nahe. "Ich will sowas nie wieder sehen, haben wir uns verstanden?" Sagt er streng. Er ist so nah an meinem Gesicht, dass seine Lippen meine streifen. Ich bin unfähig ihm zu antworten, denn ich bin in seinem Bann gefangen. Er verstärkt seinen Griff um meinen Kiefer. "Ob du das verstanden hast?" Fragt er lauter, doch immer noch beherrscht. Ich löse mich aus meiner Starre und nicke. Er lässt mich los und geht wortlos aus der Tür raus. Ich stehe da wie vom Donner gerührt. Was war das? Ich will auf Sefer sauer sein, da er sich Rechte nimmt, die ihm nicht zustehen, doch ich kann es nicht. Ich schäme mich es zu sagen, aber ich bin verdammt angeturnt von der Sache. Ich laufe ins Bad und sehe mein Gesicht im Spiegel. Gerötete Wangen, große Pupillen. Dieser Junge macht mich fertig. Ich schlucke und probiere mich wieder einzukriegen. Das klappt leider nur so halb und ich weiss nicht was ich machen soll. Ich bin kurz davor, mich selber anzufassen, weil ich die Spannung in meinem Unterleib nicht mehr aushalte, als ich einen Anruf von Enes bekomme. Er meint ich soll mit ihm und den anderen runter an dem Pool. Ich wäge ab, wenn ich hier im Zimmer bleibe werde ich verrückt mit meinen Gedanken. Ablenkung tut bestimmt gut. Ich ziehe mir einen Bikini an und nehme meine Badesachen mit. Angekommen beim Schwimmbad sehe ich schon die Jungs. Alle sind da bis auf Sefer und Carvelo. Irgendwie habe ich jetzt keine Lust mehr ins Wasser zu gehen. Ich setzte mich auf eine Liege und lese ein Buch. "Monsieur Ibrahim und die Blumen des Korans" heisst es. Es fasziniert mich, fremde Kulturen und Religionen kennenzulernen, mich mit ihnen zu beschäftigen. Ich merke wie sich jemand zu mir setzt. Ich werde angeschaut das merke ich und aufeinmal merke ich auch wer diese Person ist. Sefer schaut mich prüfend an, und schaut dann auf mein Buch. "Du liest lieber, anstatt im Wasser zu sein?" , fragt er mich schon fast besorgt. "Ich weiss nicht, ich hatte Grade einfach keine Lust reinzugehen." Murmel ich. Ich bin ihm gegenüber gerade ziemlich schüchtern, ihm fällt es auch auf. "Hör zu, das von vorhin tut mir leid. Aber ich bin halt eifersüchtig und in solchen Situationen brennen dann Mal die Sicherungen durch." Entschuldigt er sich. "Sefer dein Handeln mir gegenüber war schon okay" beschwichtige ich ihn. Dass er mich damit auch ziemlich angeturnt hab, lasse ich jetzt einfach Mal weg. "Es ist nur," fahre ich fort,"du und Dogan. Ich will nicht, dass ihr Streit habt oder so. Nicht wegen mir." Sefer seufzt und legt den Kopf in den Nacken. Habe ich schonmal erwähnt wie hübsch dieser Mann aussieht? "Ich will das auch nicht, es ist nur, verdammt ich bin eifersüchtig okay? Er bringt dich zum Lachen, er klebt fast auf dir, und das schlimmste ist, er war für dich da, als ich dich Scheisse behandelt habe." Murmelt er bedrückt. "Sefer das mag alles sein, aber du bist der einzige der es schafft, mich mit einem Blick nervös zu machen, mich mit einem Wort um den Verstand zubringen, mich mit einer Tat die ganze Nacht lang wach zuhalten. Ja Dogan und ich verstehen uns gut, aber das war's dann auch schon." Versichere ich ihm. Er sieht mich an und lächelt die ganze Zeit. Erst jetzt merke ich, dass ich ihm schon wieder ein indirektes Liebesgeständnis gemacht habe. Fuck. Er sieht mir in die Augen und kommt mir näher. Er legt seine Stirn an meine und murmelt "du machst mich verrückt Mädchen". Mein Plan ist es jetzt eigentlich, ihn zu küssen, doch dieser Idiot muss alles zerstören. Er löst sich und bevor ich auch nur fragen kann, hat er mich auf seinen Armen. "Sefer was wird das?" Kreische ich panisch. Er lacht nur schadenfroh und im nächsten Moment tauche ich ins Wasser. Unfreiwillig. Wie ein Stein. Das ist sein Tod. Ich tauche auf und schaue wo er ist. Er steht über mir am Beckenrand und lacht. Ich bin zu schwach um ihn an der Hand ins Wasser zu ziehen deswegen kletter ich aus dem Becken. Er sieht mich fragend an und ich laufe auf ihn zu. Bevor ich nochmal drüber nachdenken kann umarme ich ihn, dass auch er nass wird. Er wehrt sich jedoch kein bisschen. "Wenn du mich mit der Aktion ärgern wolltest ist deine Mission fehlgeschlagen." Grinst er, "Sie war eher eine Belohnung". Ich sehe ihn an, er schafft es immer wieder aufs neue, mich verlegen zu machen. "Charmeur", lache ich und gebe ihm einen Klaps auf die Brust. Er zieht lachend sein T-Shirt aus. Ach du Scheisse. Fuck. Fuckkkkk. Dieser Körper. Ich kann nicht mehr. Und ich hab immer gedacht nur Jungs sind in dem Aspekt schlimm. "Zieh du doch auch dein T-Shirt aus", meint er jetzt, "ist eh schon nass". Wo er Recht hat, hat er recht. Ich ziehe das T-Shirt aus und nun ist er es, dem die Augen fast aus dem Kopf fallen. Das verstehe ich allerdings nicht, ich habe einen ziemlich durchschnittlichen Körper. Naja halt einen flachen Bauch, ich bin von Natur aus dünn, oft sagen mir Leute, dass ich fast zu dünn bin. Sefers Blick ruht auf meinen Brüsten. Ich bin schon ein bisschen stolz auf sie, denn sie sind nicht gerade klein. Doch ich merke, dass Sefer seinen Blick nicht von ihnen wenden kann. Ich gebe ihm einen Klaps auf den Hinterkopf und flüstere ihm ein "Idiot" ins Ohr. Bevor ich mich versehe hat Sefer mich gepackt und springt zusammen mit mir ins Wasser. Wir tauchen auf und lachen uns gegenseitig aus. Die anderen kommen dazu und die Zweisamkeit ist zerstört. Und trotzdem erwische ich mich oft, wie ich zu ihm rüberschaue. Ihm geht es da nicht anders mit mir. Ich grinse ihn frech an Strecke meine Zunge raus und rede dann weiter mit Xal. Er bemerkt die ganze Zeit unsere Blicke und nimmt mich an meiner Schulter. "Kämpf um diese Jungen, falls es Mal dazu kommt. Er ist dabei, sich zu öffnen, das hat er sonst bei keinem Mädchen gemacht. Das was ihr beide habt und haben werdet, ist Schicksal, glaub mir. Halte um jeden Preis an euch fest." Sagt er mir ernst. "Versprich es mir", fordert er. " Ich verspreche es dir bei meinem Leben Xal", erwidere ich genauso ernst.
Im Bett gehen mir Xalos Worte noch einmal durch den Kopf. Und mir wird klar, dass ich Sefer niemals einfach so ziehen lassen werde.
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Hoffnung
RomansaHoffnungen erweisen sich manchmal als bester Freund, manchmal als schlimmster Feind.
