Ich sitze gerade auf meinem Sofa und schaue mir eine langweilige Doku über Tiere an. Die Tour ist vorbei, zum Glück. Die letzten Tage waren für uns alle anstrengend, Sefer war viel mit den Jungs und ich naja, ich hatte mit dem Papierkram genug zutun. Wir sind seit 2 Tagen wieder Zuhause und seitdem habe ich Sefer auch nicht gesehen. Wir schreiben viel, solange er halt zuhause ist, sonst aber auch nicht. Sobald er draussen ist mit Freunden oder im Studio, schreibt er fast gar nicht. Mich nervt es ein bisschen, denn es sind meistens um die 5 oder 6 Stunden in denen er nicht schreibt. Gerade ist es schon wieder so, dass er mir seit 3 Stunden nicht geantwortet hat. Ich bin so genervt von ihm. Ich hasse es, wenn man mir nicht antwortet und mich einfach ignoriert. Seine dummen Instastories kann er ja schliesslich auch machen. Ich seufze und stehe auf, um ein bisschen durch Köln zu laufen. Es ist zehn Uhr abends, eigentlich schon zu spät, um in meinem Viertel alleine Rum zulaufen, aber das ist mir herzlich egal. Meine Füße führen mich Richtung Zentrum an die Domplatte. Von da aus weiter an die Hohenzollernbrücke bis auf die andere Seite an die Bänke am Rhein. Ich setze mich hin und weiss nicht so Recht was ich jetzt machen soll. Ich kann hier nicht kiffen, hier sind Aufpasser. Sefer hat sich immer noch nicht gemeldet, eigentlich kann ich ihn auch blocken, er würde es erst morgen merken. Ich bin irgendwie enttäuscht. Ich habe gedacht, er wäre anders als die anderen Jungs. Einfach zuverlässiger und besorgter aber nein, seine Jungs gehen ihm über alles. Ich sitze weiter tun und überlege, was ich machen soll, als ich Stimmen höre. Jungsstimmen. "Yoooo was geht?", Schreit ein Junge. Ich drehe mich nicht um, das gilt sicher nicht mir. Ich schrecke auf, jemand hat sich neben mich gesetzt. "Willst du nicht antworten?", fragt er mich. Es ist Brownie, einer der Jungs von Sefer. Ich antworte ihm, bin aber eher ruhig. "Wo sind die anderen?", Frage ich ihn danach. "Die müssten gleich kommen", und wie aufs Stichwort erscheint die ganze Gruppe. Darunter auch Sefer. Ich verdrehe die Augen und wende ihm meinen Rücken zu. Doch zu spät er hat mich gesehen. Mein Plan ist eigentlich, dass ich Sefer ignoriere, während er mich nett begrüßt. So sind meine Vorstellungen. Doch anstatt einem "hi Schatz was macht du hier?", Werde ich grob am Arm gepackt und somit gezwungen, aufzustehen. "Was zum Fick machst du hier?", Werde ich äußerst freundlich begrüßt. Ich versuche mich aus seinem harten Griff zu winden, doch keine Chance. "Sefer du tust mir weh", murmele ich, geschockt von seinem Auftritt. "Bruder lass sie los", sagen jetzt auch seine Jungs zu ihm, doch er hört nicht. Er zieht mich an meinem Handgelenk mit, bis wir abseits alleine stehen. Und dann fängt er wieder an, mich anzuschreien. "Was fällt dir ein alter bei der Uhrzeit rauszugehen. Du bist dumm einfach nur dumm", und so geht es die ganze Zeit weiter. Er macht mich runter, beleidigt mich und alles mögliche. Ich sehe ihn einfach nur sauer an, ich habe keinen Bock auf sein Scheiss Getue. "Ich kann machen was ich will Sefer, wenn ich will gehe ich um 2 Uhr morgens raus. Eigentlich lustig, dass es dich jetzt interessiert, davor war es dir ja auch Scheiss egal." Er zieht mich an meinen Handgelenken zu sich und schaut mich sauer an. "Wann war es mir bitte egal?", Will er wütend wissen. "Du schreibst mir für mehrere Stunden nicht, und hast dabei beste Leben mit deinen Jungs. Das meine ich damit.", Erkläre ich. Er atmet tief durch. "ich will nicht an meinem Handy sein, wenn ich mit meinen Jungs bin. ich sehe die eh viel zu selten mittlerweile, da will ich auch die ganze Zeit nutzen." Will er sein Argument ausführen. "Aber Instastories machen geht oder wie?", Will ich von ihm wissen. "Das ist für die Fans, das kannst du nicht-", doch ich unterbeche ihn sofort. "Sefer ich habe so eine Scheisse schon durch, entweder ich bin dir genug wert, dass du mir jede Stunde mindestens einmal schreibst, oder das mit uns beiden hat sich." Er sieht verletzt aus, aber das interessiert mich nicht. Ich werde mich ganz sicher nicht mit einmal in sechs Stunden was von ihm hören zufrieden geben. "Okay dann machen wir es so, dass ich dir jede Stunde schreibe ab jetzt." Sagt er mir. Ich gebe nur ein patziges "schön" zurück, für heute hat er bei mir verkackt. Ich will zum gehen ansetzten, da hält er mich wieder am Arm. " Du gehst jetzt ganz sicher nicht alleine nachhause, darüber müssen wir auch noch reden." "Über was sollen wir denn da reden Sefer?", Frage ich sauer. "Ich will nicht, dass meine Freundin nachts alleine durch Köln läuft." Sagt er jetzt bestimmerisch. "Schade nur, dass es hier keinen interessiert was du willst und was nicht.". Scheisse. Das kam einfach so aus mir raus. Das war zuviel, das weiss ich. "Ach ja wirklich", er kommt mir immer näher, dann nimmt er mein Kinn in seine eine, meine Hüfte in die andere Hand. Wie ein Schraubstock Schliessen sich seine Hände immer fester. "Canim du hast mir in manchen Sachen zu gehorchen, wenn ich sage ich will das nicht, dann machst du das auch nicht verstanden?" Er sieht mir gefährlich in die Augen. Ich schlucke und will etwas erwiedern, aber die schmerzen die er verursacht lassen es nicht zu. Ich hasse es, so erniedrigend behandelt zu werden, wie ein kleines Kind. Er kommt meinem Gesicht immer näher, hat mich immer noch viel zu fest im Griff. "Ob du das verstanden hast Prinzessin?", fragt er nach. Ich sehe ihm einfach nur kalt in die Augen und antworte gar nicht. Er hat mich verletzt und zwar zutiefst. Ich hätte mir nie denken können, dass er so sein kann, so Machohaft und dominant. Er macht keine Anstalten mich loszulassen, ich mache keine Anstalten zu antworten. Es ist ein Machtkampf zwischen uns beiden. Schliesslich schaffe ich es mich aus dem Griff zu wenden und schaue einfach nur verletzt und sauer. "Merk dir eine Sache mein Schatz, niemand, wirklich niemand ausser Gott kann mir sagen was ich tun und lassen soll, weder meine Eltern noch mein Bruder und schon gar nicht du. Ich kann machen was ich will und rausgehen wann ich will." Sage ich in einem zuckersüßen Ton, der vor Provokation nur so trieft. Ich bereue es in der nächsten Sekunde zutiefst, so etwas gesagt zu haben, denn Sefer rastet komplett aus. "Wie kannst du nur so verdammt egoistisch sein, ich will nur dein bestes und du hast nichts besseres zutun, als mich wie deinen größtem Feind zu behandeln." Tobt er. Ich weiss, dass meine Worte ihn verletzt haben, aber ich werde mir von niemandem die Freiheit nehmen lassen, die mir zusteht. Und genau so erkläre ich es ihm. Wir sind beide einen Gang runtergefahren und sitzen nebeneinander auf der Bank. "Okay Askim, ich werde nicht nochmal probieren dir etwas zu verbieten, aber vielleicht können wir uns gegenseitig entgegen kommen. Du willst, dass ich dir jede Stunde schreibe, ich möchte dafür zum Beispiel,dass du nicht alleine abends rausgehst. Können wir uns so einigen?". Sein Tonfall ist versöhnlicher geworden, er schaut mir liebevoll in die Augen. "Okay", flüsterte ich leise, eigentlich will ich heulen. Der ganze Streit tut jetzt viel mehr weh, da das Adrenalin gesunken ist, und ich wieder klar denken kann. Seine Worte haben mich verletzt, ich habe Angst, dass er irgendwann wirklich über alles bestimmen will. Mir ist meine Freiheit heilig, für sie würde ich mich sogar von Sefer trennen. Ich kann nur zu Gott beten, dass Sefer mich so akzeptiert und nicht alles verbieten will wir die ganze anderen "Männer".
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Hoffnung
RomansaHoffnungen erweisen sich manchmal als bester Freund, manchmal als schlimmster Feind.
