Was vorher geschah...
Das Jahr 2020 ging als Rekordjahr in die Chroniken der Erde ein. Aber alle Rekorde stellten eine Bedrohung für die gesamte Weltbevölkerung dar. Bereits ein Jahr zuvor wurden mehrfach über 40 Grad Celsius in Deutschland erreicht. Mit weiteren fünf Grad on top und extrem wenigen Niederschlägen überstieg das Jahr 2020 die Klimaanomalie von 950 bis 1250 n. Chr. Zwar besaßen die Menschen eine wesentlich fortschrittlichere Technik als im Mittelalter, dennoch forderte das Klima besonders in den Entwicklungsländern viele Tote. Klimaschützer protestierten gegen die gelähmte Politik, während Atomkraftwerke und Industrie weiterhin immense Feinstaubmengen in die Luft pusteten.
Anna Preston arbeitete zu der Zeit mit ihrem Mann Georg bei der Nasa. Diese richtete eine Sonderabteilung aufgrund der klimatischen Bedingungen ein. Als oberstes Ziel wurde festgelegt, einen neuen bewohnbaren Planeten zu finden. Ihre Aufgabe war zunächst sämtliche Daten des Weltraumteleskops Kepler nochmals auszuwerten. Dieses hatte zwar vor einigen Jahren bereits den Dienst eingestellt, dennoch wurde die Hoffnung nicht aufgegeben, irgendetwas übersehen zu haben. Georg Preston leitete diese Abteilung als Astrophysiker. Seine Frau Anna stieß nach mehreren Wochen auf den Katalog KOI-4742.01. Irgendetwas schien ihr Interesse geweckt zu haben, sie wusste selbst nicht warum. Äußerlich glich der Katalog den Anderen, eine verstaubte Laufmappe in einem überfüllten Karton. Sie laß kurz den Abschlussbericht durch und stieß einen Pfiff aus. „Georg, das musst du dir ansehen." Ihre Augen strahlten, während besagter sie lediglich mit erstaunten Augen ansah. „Die Kollegen haben 2014 herausgefunden, dass es sich um einen Exoplanet handelt. Er umrundet Kepler-422 innerhalb von 112,3 Tagen. Wahrscheinlich existiert auf seiner Oberfläche Wasser, die Größe entspricht in etwa unserer Erde. Hier, der Kollege schreibt, dass es sich wohl um einen erdähnlichen Planten in 1115 Lichtjahren handelt." „Klingt nicht schlecht, wir sollten uns mehr mit diesem Planten beschäftigen." Georg ließ daraufhin das Team in den Konferenzraum zusammenrufen. „Wir sind heute auf einen Planeten gestoßen, KOI-4742.01, auch genannt Kepler-422b. Es wurde vermutet, dass sich auf seiner Oberfläche Wasser vorhanden ist. Des Weiteren zeigten Messungen, dass Temperatur und Größe der Erde gleichen. Es ist unser bester Ansatz bis jetzt. Ich möchte, dass sich jeder diesem Planeten mit unserer aktuellen Technologie widmet. Ich will alle lebenswichtigen Daten haben." Nach dieser Ansprache verteilte Georg noch die Aufgaben.
Nach mehreren Monaten erhielt Georg endlich die Daten, die er brauchte. Tatsächlich sollte es sich um Wasser handeln, so jedenfalls die neuen Messdaten. Anna konnte mit ein paar weiteren Forschern herausfinden, dass der Planet ebenfalls über eine Atmosphäre verfügte, deren Zusammensetzung der in der Kreidezeit glich. Alles schien darauf hinzudeuten, dass ein Leben dort möglich wäre. Es gab jedoch ein Problem: der Planet lag außerhalb der Reichweite jeglicher Raketen.
2023 legte Herr Preston die Forschungsergebnisse seinen Chef vor. Der letzte Satz in seinem Abschlussberichtet lautete: „Es handelt sich um einen bewohnbaren Planten, dessen Entfernung zu groß ist, um jemals dorthin zu gelangen." Also fing die Abteilung wieder bei Null an. Der Enthusiasmus von vor drei Jahren war jedoch gänzlich verschwunden. Ein Jahr später konnten sie noch immer keine Ergebnisse liefern. Anna ging in Mutterschutz, sie gebar eine Tochter. Ihr war es immer wichtig, berufliches und privat zumindest etwas zu trennen. Unter der Krise bei der Nasa sollte nicht ihre Beziehung zu Georg leiden. Mit ihrem Sohn Owen besiegelten sie ihr Glück.
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Flüchtlinge der Erde
Science FictionDas Klima wird immer extremer auf der Erde, sodass die NASA nach einem neuen erdähnlichen Planeten sucht. Dieser ist mit Kepler-422b schnell gefunden; die Entwicklung des Raumschiffes mit allen technischen Funktionen dauert hingegen mehrere Jahrzehn...
