Weinend lag Paddy auf dem Boden.
„Schweig!", schrie Micha und sie versuchte ein Schluchzen zu unterdrücken.
Sie wollte ihn nicht noch wütender machen. Paddy hatte versucht in den Kontrollraum zu gelangen, um Owen zu wecken. Sie hatte sich daran erinnert, dass er sich sein Leben nehmen wollte, wäre sie nicht aufgewacht. „Er kann unmöglich mir alles vorgespielt haben." Sie hatte sich ihn an ihrer Seite gewünscht, sie wusste, dass er sie beschützen würde.
Jetzt lag sie am Boden und sah wie sich vor ihren Augen eine kleine Blutpfütze bildete. Lange würde sie das nicht mehr aushalten, das wusste sie. Aber Paddy hatte sich ein Versprechen gegeben: Sie wollte sich bei Owen entschuldigen und ihn wenigstens noch einmal sehen. Wenn er sie dann ablehnen würde, würde sie ihrem Leben ein Ende setzen. Um jedoch ihr letztes Ziel umsetzen zu können, musste sie noch stärker werden.
„Heute schläfst du hier!", sagte Micha nun bestimmend, bevor er Richtung Schlafzimmer ging.
Paddy spürte die Schmerzen und den harten, kalten Boden. Nach einer Weile stand sie auf. Völlig übermüdet ging sie Richtung Schlafzimmer und hörte seinen gleichmäßigen Atem. Sie nahm sich eine Eisenstange, die sie zufällig fand und ging selbstbewusst zu Michael. Zuerst trat sie ihm in den Bauch, sodass er aufwachte. Dann hob sie die Eisenstange an. Nun sah sie Angst in seinen Augen – eine Genugtuung für Paddy. Dann schlug sie mit voller Wut zu. An der Stirn entstand eine hässliche Platzwunde, sein Kopf sackte zur Seite und auch sämtliche anderen Muskeln erschlafften. Sie legte ihm ein T-Shirt auf die Stirn, zog den Schlüssel des Raumes ab und schloss von außen ab. So schnell sie konnte, ging sie zum Kontrollraum. Dort gab sie sofort den Befehl für den Aufweckprozess von Owen ein. Er war ihre letzte Rettung. Sie wusste nicht, wie schnell Michael wieder zu sich kommen und die Tür aufbrechen würde. Also lief sie zu Owens Kammer, die sich gerade öffnete.
Owen gähnte und wusste erst einmal gar nicht, wo er sich befand. Nur allmählich erinnerte er sich an die Geschehnisse auf dem Raumschiff und es schmerzte ihm schon wieder im Herz. Dann hörte er ein Schlurzen, das ihm irgendwie bekannt vor. Noch sehr müde hob er seinen Kopf und sah Paddy. Ihr Anblick ließ ihn zusammenzucken. An jeder freien Hautstellen sah er böse Blutergüsse. So schnell es ihm möglich war, stand er auf und nahm sie instinktiv in den Arm.
„Was ist passiert?", fragte Owen besorgt.
„Micha, er... er schlägt mich", stammelte sie und drückte sich fest gegen ihn. Sofort durchströmte sie das Gefühl der Sicherheit. „Solang er in meiner Nähe ist, kann mir niemand mehr etwas tun, auch Michael nicht", dachte sie, während mehrere Tränen ihr die Wangen entlang liefen.
„Wie Micha schlägt dich? Ist das jemand von der Crew?"
„Ja", schlurzte Paddy, „seit Wochen. Ich hab ihn im Schlafzimmer eingesperrt." Flehend sah sie ihn nun an.
„Der Kerl wird dir nichts mehr antun können", versprach Owen und löste die Umarmung. Paddy gab ihm den Schlüssel. Micha hämmerte bereits an die Tür, als Owen sie öffnete. Gekonnt schlug er Micha direkt ins Gesicht. Dieser taumelte und fiel auf den Boden.
„Hast du jetzt deinen Bodyguard geweckt, der dich nur scheinheilig liebt?", fragte Micha nun zynisch.
Kurz hielt Owen inne, doch dann packte er ihn am Handgelenk und drehte ihn auf den Bauch. Sein Knie rammte er für Micha sehr schmerzhaft in dessen Rücken, während Owen beide Arme auf den Rücken drehte.
„Paddy, hol Kabelbinder", wies er Besagte an.
Sie nickte und lief zum Kontrollraum. Dort lagerten Einige, die sie sich schnappte und zurück zu Owen lief.
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Flüchtlinge der Erde
Science FictionDas Klima wird immer extremer auf der Erde, sodass die NASA nach einem neuen erdähnlichen Planeten sucht. Dieser ist mit Kepler-422b schnell gefunden; die Entwicklung des Raumschiffes mit allen technischen Funktionen dauert hingegen mehrere Jahrzehn...
