Vier Tage vergingen, in denen Paddy zwischen Kontrollraum und Intensivstation hin und her pendelte. Hermann hatte sich bereit erklärt, Dani die nötigen Lebensmittel zu bringen, sodass sie ihn erst einmal nicht sehen musste. Jede Nacht schlief sie bei Owen, jeden Tag hoffte sie, dass sich sein Zustand verbessern würde. Doch die Geräte zeigten keine Änderung, auch Hermann konnte ihr nicht sagen, wann er aufwachen würde.
Hermann ließ sich in den Stunden des Wartens von Paddy erzählen, was Michael ihr angetan hatte. Erst jetzt konnte er die Zusammenhänge von Danis Erklärung verstehen.
Am nächsten Tag reduzierte Hermann die Sedierung und meinte zu Paddy: „Er wird aus dem Koma aufwachen, wird aber noch eine Weile dauern.
Paddy war überglücklich über die Nachricht. Sie lief schnell in den Kontrollraum, nahm sich ein Tablet mit, um die Prozesse an Bord überwachen zu können und setzte sich an Owens Bett. Langsam strich sie mit ihrem Zeigefinger über seine nackte Brust und seine muskulösen Armen. Plötzlich fing Owen am ganzen Körper an zu zittern. Paddy erschrak, damit hatte sie nicht gerechnet. Hermann betrat den Raum und extubierte Owen.
„Er wird gleich aufwachen. Geb ihm noch ein paar Minuten."
Paddy nickte, dennoch konnte sie es kaum erwarten. Vor allem hoffte sie, dass der Sauerstoffmangel keine bleibenden Schäden in seinem Gehirn hinterließ.
Dumpf vernahm Owen Stimmen, er wusste weder wo er sich befand, noch was passiert war.
„Owen, wie geht es dir?", fragte Hermann ihn, doch er bekam nur ein Brummen zur Antwort.
Paddy schaute abwechselnd zu dem Arzt und ihrem Freund. Hermann lächelte ihr einmal kurz zu, er kannte solche Reaktionen.
Ganz langsam öffnete Owen die Augen und schaute die Beiden verwirrt an.
Hermann erklärte ihm die Situation: „Du befindest dich auf der Krankenstation des Raumschiffs, du hattest einen Unfall. Erinnerst du dich?"
Paddy dachte, sie trifft der Schlag, als Owen den Kopf schüttelte. Doch dann grinste er sie an und nickte. Sie knuffte ihm kurz in die Seite, innerlich fiel ihr ein Stein vom Herzen. „Musst du mich so erschrecken?", fragte sie ihn noch mit einem säuerlichen Unterton, doch Owen grinste sie nur weiterhin an.
„Du wirst bald auch wieder richtig sprechen können, du warst einige Zeit intubiert. Weißt ja, was das bedeutet", erklärte Hermann ihm noch und verschwand nach einem bestätigenden Nicken von Owen.
Er hob seinen Arm und wollte Paddy umarmen. Sie kletterte kurzerhand zu ihm ins Bett, kniete neben ihm und küsste ihn. Dabei hielt sie seinen Kopf in ihren Händen. Beide waren wieder glücklich vereint. Auch Owen berührte sie leicht mit seinen Händen, doch er war noch extrem schlapp.
Nachdem die Beiden eine Weile gekuschelt hatten, erzählte Paddy von den Geschehnissen an Bord, insbesondere von Dani, der ersten Asteroidenkollission und dem Umstand, dass es noch immer keine Erklärung für das vergiftete Serum gab.
Gespannt hörte Owen sich die Ausführungen an und meinte dann noch etwas heiser: „Ich bin froh, dass er sich gestellt hat. Hat der Spuk mit dem Autopiloten endlich ein Ende. Hast du schon einen Verdacht, wer für das Serum verantwortlich sein könnte und vor allem warum?"
Paddy schüttelte den Kopf, sie hatte keinen blassen Schimmer. Vor allem war nur ein einziges Serum vergiftet worden. Aufgrund der Ausfälle an Bord konnte es sich nicht um einen gezielten Anschlag auf Owen oder sie handeln. Das vergiftete Serum wäre viel früher von einer anderen Crew genutzt worden, wenn alles nach Plan verlaufen wäre.
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Flüchtlinge der Erde
Science-FictionDas Klima wird immer extremer auf der Erde, sodass die NASA nach einem neuen erdähnlichen Planeten sucht. Dieser ist mit Kepler-422b schnell gefunden; die Entwicklung des Raumschiffes mit allen technischen Funktionen dauert hingegen mehrere Jahrzehn...
