Obwohl sie nicht viel an Bord des Raumschiffes machen konnten, wurde es ihnen nicht langweilig. Als sie sich gerade einen Film ansahen, ertönte ein Warnton. Erschrocken und verwundert liefen sie zum Kontrollraum.
„Kollisionsalarm?!"
Die Überraschung stand den beiden ins Gesicht geschrieben. Sofort riefen die beiden die nötigen Daten im Computer auf.
„Der Asteroid ist zu groß, er wird durch den Schutzschild nicht ausreichend zerstört werden können."
Woher Owen die Ruhe, die in seiner Stimme lag, hernahm, konnte sich Paddy nicht erklären. Eigentlich war sie es, die immer einen kühlen Kopf bewahrte, aber je länger sie auf dem Raumschiff verbrachte, desto weniger schaffte sie es. Owen gab in Windeseile einen neuen Vektor ein, aber wenige Minuten später spürten die beiden eine heftige Erschütterung. Mehrere Systemausfälle wurden angezeigt. Diese sollten eigentlich von Anderen ausgeglichen werden. Die angezeigten roten Felder, in denen die Ausfälle verzeichnet waren, verschwanden plötzlich, die Bildschirme wurden schwarz.
„Gar nicht gut", stellte Paddy fest.
Owen versuchte währenddessen wieder Zugang zum Kontrollcomputer zu erhalten, er musste dringend den eingegeben Vektor wieder ändern. Ansonsten würden sie zu nah an den roten Zwerg fliegen. Mehrmals liefen seine Versuche ins Leere, doch schließlich erhielt er endlich wieder Zugang zum Autopiloten. Owen änderte die Vektoren und musste erst einmal tief durchatmen. Sein Herz raste mittlerweile. Auch das von Paddy war nicht minder langsam, ihre Bemühungen, das Protokoll aufzurufen, scheiterten.
„Verdammt, das Protokoll enthält keine Daten. Wir müssen das Schiff manuell checken."
„Du übernimmst die oberen Etagen, ich die Unteren." Die Anspannung war greifbar.
Owen wollte schon losgehen, da hielt Paddy ihn am Handgelenk zurück. „Es mag verrückt klingen, aber damals habe ich geträumt, dass ich vergewaltigt werde – das wurde ich. Als hätte ich es vorhergesehen. Was wenn dich der Unbekannte erschlagen will?"
Ihre Frage kam abrupt, Owen wusste er einmal nicht, was er sagen sollte. Als er seine Sprache wiederfand, meinte er: „Ich glaube nicht, dass mich jemand erschlagen will. Ich glaube auch ehrlich nicht, dass du im Traum die Zukunft vorhersehen kannst. Das mit der Vergewaltigung war Zufall." Doch die Sicherheit in seiner Stimme war verschwunden. So absurd Paddys Vermutung auch klang, so war sie nicht von der Hand zu weisen. Auf diesem Schiff passierten viele ungewöhnliche Dinge, Owen würde sich über nichts mehr wundern. Aber sie gingen nun getrennt los, beide hofften der unheimlichen Person nicht begegnen zu müssen. Ihre Module schoben sie in dafür vorgesehenen Schächten, sodass sich die Daten automatisch synchronisierten. Als Paddy den Maschinenraum betrat, schloss sie sofort wieder die Tür. Auch beim Verlassen behielt sie diese im Auge. „Nicht auszudenken, wenn dieser Typ da rein käme." Allein schon der Gedanke daran machte ihr Angst.
Paddy war bereits im nächsten Stockwerk angekommen, da begann ihr Herz wieder zu stechen. Sie zwang sich ruhig zu atmen, doch das Stechen blieb. Ihr Puls steigerte sich immer weiter. Die Umgebung nahm sie in einem rötlichen Ton war, eine völlig neue Erfahrung für sie. Blinzeln half nicht, es wurde immer roter. Sie rief nach Owen, doch der war einige Stockwerke unter ihr. Dann sackte sie in sich zusammen, wurde bewusstlos. Ihr Herz war dieser Belastung nicht gewachsen.
Owen, der inzwischen fertig war mit seinem Rundgang, synchronisierte sein Modul bereits im Kontrollraum. Doch langsam begann er sich Sorgen zu machen. Er wartete noch ein paar Minuten, dann begab er sich auf die Suche nach seiner Kleinen. Stock für Stock suchte er ab, bis er sie schließlich am Fußboden liegend fand. Ihr Körper war komisch verdreht, ihre Haut weiß wie Schnee. Owen kniete sich neben sie, seine Finger ertasteten an der Halsschlagader einen sehr langsamen Puls, er kam auf etwa 50 Schläge in der Minute. Normalerweise hatte Paddy immer Werte um die 80. Sachte schlug er ihr gegen die Wange und rüttelte sie leicht an den Schultern. Dann bewegte sie leicht ihre Augenlieder und stöhnte.
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Flüchtlinge der Erde
Fiksi IlmiahDas Klima wird immer extremer auf der Erde, sodass die NASA nach einem neuen erdähnlichen Planeten sucht. Dieser ist mit Kepler-422b schnell gefunden; die Entwicklung des Raumschiffes mit allen technischen Funktionen dauert hingegen mehrere Jahrzehn...
