Kapitel 4

33 5 0
                                        

Die klimatischen Verhältnisse wurden immer extremer, der Schneeferner – ein Gletscher an der Zugspitze – existierte bereits nicht mehr. Überall auf der Welt starben Menschen an enormer Hitze und Flüssigkeitsmangel. Die Petit Dru, ein Berg im Mont-Blanc-Massiv, begann quasi einzustürzen. Die Ursache: der Permafrost, der den Berg zusammenhielt, schmolz. Immense Steinschläge verhinderten, dass Bergsteiger überhaupt noch diesen Berg besteigen konnten. Besonders Paddy nahm diese Klimaveränderung war. Sie liebte die Natur und das Klettern. Doch ein Steinschlag hätte um ein Haar ihr Leben gekostet. Ab diesem Zeitpunkt kümmerte sich Lara mehr um die nun 14 Jährige. Doch diese nutze jede Gelegenheit, um weiter in den Bergen zu klettern. Solange es nur irgendwie möglich war, wollte Paddy Berge besteigen. Ihre Fähigkeiten verbesserten sich von Mal zu Mal, sie kletterte immer öfter ohne Seil. Die Berge gaben ihr die Kraft und die Geborgenheit, die ihre Eltern ihr in der Kindheit nicht schenkten. Sie kapselte sich zunehmend ab, auch die Kinder der bekannten Familie drangen nicht mehr zu ihr durch. Niemand erkannte, dass der Steinschlag eine Depression verursachte. Paddy lernte schnell, Freude vorzutäuschen, um ihre Ruhe zu haben. Öfters kam es nun auch zum Streit, besonders zwischen Paddy und Sven, dem ältesten Sohn der befreundeten Familie. Er war 5 Jahre älter und sorgte sich um sie, Paddy war für ihn zu einer Schwester geworden. Doch sie wurde immer schneller reizbar, Sven schob es auf die Pubertät. Also ließ er ihr den Freiraum, den sie benötigte. Seine Eltern waren ebenfalls beide berufstätig, sodass niemandem auffiel, dass Paddy bouldern ging. Sie kletterte Routen, die nicht dafür ausgelegt waren, zum Beispiel den Mauerläufersteig, der über mehrere Passagen im Schwierigkeitsgrad E des Sportkletterns verfügte. All diese Schwierigkeiten meisterte sie ohne Probleme. Sie kletterte immer höher, ohne den point of no return zu beachten; dabei fiel sie in eine immer schwerere Depression. Wenn sie nicht kletterte, lernte sie für die Schule.

Owen war das Gegenteil von Paddy. Er war lebensfroh, vernachlässigte gern einmal die Schule, um mit Freunden zu feiern. Deshalb musste er auch eine Klasse wiederholen, das ihn jedoch nicht im geringsten störte. Mit 16 verliebte er sich in seine Mitschülerin Claire, ein hübsches Mädchen mit langen roten Haaren. Tatsächlich willigte sie in ein Date ein. Sie war am Anfang etwas schüchtern, das legte sich aber schnell. Nachdem sie sich einen Film angesehen haben, kamen sich die Beiden näher, sie küssten sich. Für Beide war es ein wunderbares Gefühl. Ihr Kuss war der Anbeginn einer zweijährigen Beziehung. Leider betrug Claire Owen, sodass er sich von ihr schweren Herzens trennte. Sie verloren sich nach der Schule vollständig aus den Augen: Owen begann eine Ausbildung als Pilot bei der NASA. Sein Vater musste hier ein gutes Wort für ihn einlegen, da er ein relativ schlechtes Abitur gemacht hatte. Owen brauchte hierfür einige Überzeugungskraft, denn Georg wollte eigentlich, dass er Physik oder ähnliches studierte. Schließlich willigte er aber ein und verhalf seinem Sohn zu der Ausbildung. Dort zeigten sich schnell Owens Fähigkeiten, von den Fluglehrern erhielt er fast nur Lob, was den praktischen Teil betraf. Mit der Theorie freundete er sich nach und nach an. 

Flüchtlinge der ErdeWo Geschichten leben. Entdecke jetzt