Am nächsten Morgen finden wir uns am See wieder. Etwas ratlos blicken wir auf die klare Oberfläche, die sich leicht im Wind kräuselt. „Und jetzt?", fragt Hoseok in die Runde. „Suchen wir den Stein?", fragt Tae etwas hilflos. „Wir alle?", fragt Jin skeptisch. „Wir können nicht alle gehen, wir können nicht lang genug die Luft anhalten", meint Yoongi neutral. Kurz darauf wandern alle Blicke zu mir. Ich habe da schon mit gerechnet. Ich bin der Einzige, der unter Wasser lange die Luft anhalten kann. Ich seufze einmal. „Ich mache es", sage ich und gehe an meinen Freunden vorbei zum Ufer. Ich blicke auf den See und dann in den Himmel. Ich nehme meine Hand hoch und pfeife laut, damit River zu mir kommt.
Sie segelt wenig später über uns und landet im See. Sie schnauft laut und treibt in der Nähe des Ufers. Ich ziehe meine Schuhe aus und lass sie einfach liegen. Mein Hemd ziehe ich über den Kopf und werfe es Namjoon zu, der es tatsächlich auffängt und in der Hand behält. Energisch kremple ich meine Hose bis zu den Waden hoch, wo sie dann eng am Bein anliegt. Direkt darauf wate ich in das kalte Wasser und schwimme zu River. Ich halte mich an ihr fest und sehe nochmal zu meinen Freunden. „Sei vorsichtig Jimin. Wir warten hier", ruft mir unser Leader zu. Ich sehe wie Jin dicht an Namjoon steht und mir zu winkt. Yoongi hat die Arme vor der Brust verschränkt und guckt wie immer finster drein. Hoseok winkt wild und lächelt strahlend. Und Taehyung steht dort mit besorgtem Blick und sagt leise etwas zu Jungkook, der direkt danebensteht. Dann tauchen wir auch schon unter. Die Oberfläche des Sees ist noch lichtdurchflutet und Fische schwimmen umher. Ich sehe in die Richtung, in die wir müssen, Richtung Mitte des Sees, und merke erst da, wie groß dieser See eigentlich ist. In der Mitte ist eine riesige Schlucht, die dunkel in die Tiefe führt. Von meinen Trainings mit River, weiß ich das ich gut eineinhalb Stunden die Luft anhalten kann, genau wie River. Sie ist zwar ein Wasserdrache, aber das heißt nicht automatisch, dass sie unter Wasser atmen kann. Das ist ein weitverbreitetes Missverständnis.
Ich halte mich an River fest und sie schwimmt langsam tiefer zum Boden des Sees. Mehrere Algen und Korallen bestücken den Boden und ich sehe auch kleine Fische, die sich zwischen den Pflanzen verstecken. Ich blicke mich suchend um, finde aber nur große Felsen zwischen den Pflanzen. Wir werden wohl oder übel in den Abgrund schwimmen müssen. Sanft tippe ich River an, um ihr den Weg zu zeigen, den ich nehmen möchte. Sanft und schnell schweben wir durch das Wasser auf den Graben zu. Der See zieht sich ganz schön lange hin und ich merke, dass einige Zeit vergeht. Bald sind wir über dem Graben angekommen und ich sehe die Dunkelheit unter mir. Ich nehme mir noch kurz die Zeit und sehe nochmal nach oben. Die Sonne glitzert ein wenig im Wasser, aber es ist deutlich dunkler und kühler geworden. Ich bedeute River, dass wir in den Abgrund wollen, und schon bewegt sie sich. Wir gleiten durch das kühle Wasser immer tief und bald ist fast sämtliches Licht verschwunden. Ich sehe nur Felswände und weiterhin keinen Boden.
Wir schwimmen weitere Minuten in die Tiefe und bald erkenne ich einen Boden. Dort angekommen halten wir kurz inne und ich sehe mich um. Felswände was auch sonst? Rechts von mir taucht plötzlich ein Fisch auf und da fällt mir erst der Durchgang auf, der irgendwo hinführt. Ich bedeute meinem Drachen dort rein zu schwimmen. Wir folgen dieser Unterwasserhöhle und das Licht ist ganz verschwunden. Blind setzen wir unseren Weg fort. Plötzlich erkenne ich ein Licht an der Decke und merke, dass es sich wohl um irgendwelche Algen handeln muss, die im Dunkeln leuchten. Es ist wunderschön. Aber irgendeinen Stein sehe nicht, nur Felsen. Der Boden unter uns besteh aus Sand, aber sonst nicht viel. Keine Pflanzen sind zu sehen außer die an der Decke. Der Raum öffnet sich und eine wirkliche Höhle wird sichtbar. Der Boden fällt ab und ist jetzt von großen Algen bedeckt die sanft in der Strömung gewogen werden. Die Decke ist weiter von den Algen bedeckt, die die Höhle erleuchtet. Am Ende der Höhle auf einem Felsen ist ein Leuchten zu sehen.
Ich kneife meine Augen zusammen und erkenne einen Stein. Er leuchtet in einem hellen blau. Das muss der Stein der Hoffnung sein! Jetzt muss ich nur noch mit River durch die Höhle schwimmen zum Stein. Ich habe jetzt glaub ich schon eine Stunde gebraucht, um hier hinzukommen. Wir sind extra langsam geschwommen, damit uns nichts entgeht. Somit bleibt mir jetzt nur noch eine halbe Stunde, um wieder an die Wasseroberfläche zu kommen. Wir machen uns auf den Weg zu dem Stein, aber sobald wir die Hälfte der Höhle erreicht haben, schießen die Algen wie Fangarme nach oben und umschlingen River. Luftblasen schießen nach oben, als sie sich aufbäumt und ich von ihrem Rücken geworfen werde. Ein paar Meter werde ich in Richtung des Steins geschleudert, bis aber auch ich umschlungen bin. Die Algen legen sich fest um mich, so dass ich mich nicht bewegen kann. Hinter mir windet sich River, aber auch sie kommt nicht los, während sich die Schlingen immer fester zu ziehen.
Am liebsten würde ich nach ihr rufen, aber dann würde ich zu viel Luft verlieren. Die Algen, die sich um meinen Oberkörper geschlungen haben drücken nochmal zu und ein paar Luftblasen verlassen meinen Mund. Mist sind die fest. Mein Drache versucht inzwischen ihre Klauen zu benutzen, aber vergebens. Ich bin nur ein kleines Stück von dem Stein der Hoffnung entfernt, ich muss nur meine Hand ausstrecken. Also versuche ich es. Mit einer riesigen Kraftanstrengung greife ich fast blind in die Richtung und merke kühlen rauen Fels. Die Algen an meinem rechten Arm ziehen und versuchen ihn von dem Stein weg zu bekommen. Meine Hand wandert höher und ich erreiche eine glatte Oberfläche. Der Stein! Ich greife ihn und ziehe schnell meinen Arm zurück. Dadurch, dass die Pflanzen ebenfalls in die Richtung ziehen, schnellt meine geschlossene Faust an meine Brust. Ich wende mich in die Richtung, in der River immer noch kämpft. Ihre Bewegungen sind langsamer, kraftloser geworden. Ich merke, sie ist am Ende ihrer Kräfte und ihrer Luft. Ich versuche in ihre Richtung zu kommen. Ich ziehe und zerre an meinen Fesseln und kämpfe mich näher an meinen fast regungslosen Drachen. Ich merke, dass ich keine Zeit mehr habe. Immer wieder haben die Algen, mir die Luft aus den Lungen getrieben, sie sind fest wie ein Korsett und jetzt habe ich nur noch einen kleinen Rest Luft über. Meine Sicht verschwimmt langsam und ich bin am Ende meiner Kräfte. Den Stein umklammere ich weiter fest an meiner Brust. Ich bin nur einen Meter von River entfernt, als mir die Luft ausgeht. River schwebt vor mir im Wasser und bewegt sich nicht mehr. Ich strecke meinen linken Arm aus und berühre endlich meine Freundin. ‚Bitte rette meinen Drachen, lass sie zurück an die Oberfläche kommen, wenn ich es schon nicht kann', denke ich noch, als meine Augen zufallen.
Ich merke ein Ziehen in meinem Körper und wie es auf River über geht. Meine innere Kraft entweicht mir und ist fast komplett aufgebraucht, als ein Schwung zu mir zurückkommt. Sie fließt in mich hinein, durchströmt meinen Körper und ich merke, dass sie von River kommt. Ich merke ihre Präsenz und ihre Wärme. Ein Schmerz durchfährt meine linke Leiste, als würde etwas versuchen mich zu versengen. Dieser Schock bringt mich dazu nach Luft zu schnappen. Und ich merke, wie ich Luft bekomme, wie ich atme. Ich reiße meine Augen auf und sehe, dass meine Sicht besser ist, als sie je unter Wasser gewesen ist. Unsere Situation hat sich eigentlich nicht geändert und dann doch irgendwie gravierend. Wir sind immer noch von Algen umschlungen und sitzen in einer dunklen Höhle fest. Aber River atmet neben mir mit offenem Maul. Ich wünschte ich könnte ihr sagen, dass sie die Pflanzen durchbeißen soll. „Kein Problem", höre ich eine Stimme in meinem Kopf. „River?", frage ich vorsichtig in meinem Kopf. „Ja?", höre ich die Stimme erneut. „Wir haben eine Verbindung?", frage ich weiter. „Ja, gerade eben. Aber wir müssen uns beeilen. Ich merke, dass du bald ohnmächtig wirst, sobald sich das Adrenalin gelegt hat", sagt sie ernst. Ich sehe, wie River ihre Zähne in eine Pflanze schlägt, aber sie geben nicht nach. Sie öffnet ihr Maul und ich merke, wie eine Welle warmes Wasser mich erreicht. Sie hat die Pflanzen versengt und das nicht mal in meine Richtung. Die Pflanzen, die sie getroffen hat, ziehen sich zurück und geben sie frei. Nach und nach kümmert sich River um ihre Pflanzen und befreit sich endgültig. Sie schwimmt zu mir und hilft mir freizukommen. Das Ganze hat nur ein paar Minuten gedauert. Ich halte mich an ihrem Rücken fest und sie schwimmt direkt los zum Höhlen Ausgang. Die Pflanzen schlagen nach uns, aber sie treffen uns nicht.
Wie ein Pfeil schießen wir durch den kleinen Tunnel und dann den Graben wieder rauf. Die ganze Zeit über halte ich den kleinen Stein dicht an meine Brust gepresst, während er durch meine geschossene Faust schimmert. Als wir endlich aus dem Graben raus sind, erkenne ich die Sonne, deren Licht sich nur schwer durch das tiefe Wasser kämpft. Gemeinsam halten wir kurz inne und merken, dass wir aus dem Grobsten raus sind. River schießt Richtung Oberfläche und nach ein paar Minuten durchbrechen wir diese. Ich merke die warme Sommerluft, wie sie uns umfängt, die Nässe auf unserer Haut, das helle Licht der Sonne. Wir steigen immer höher in den Himmel und ich sehe wo unsere Freunde sind. „Wir müssen zum Ufer", sage ich ihr dieses Mal laut. Langsam merke ich, wie ich keine Kraft mehr habe. Dunkelheit macht sich am Rand meines Blickfeldes bemerkbar. River scheint das auch zu merken und segelt über den großen See, an Nauvie vorbei, zum rettenden Ufer. Ich kann mich kaum noch festhalten, als ich merke, dass ich ein wenig rutsche. Einiges an Erde spritzt in die Luft, als wir schwungvoll landen. Sofort legt sie sich hin und ich rutsche von ihrem Rücken. „Oh mein Gott Jimin!", ruft die tiefe Stimme von Taehyung, als er mit Jungkook im Schlepptau auf mich zu rennt. Meine Leiste brennt und meine Augen fallen langsam zu. Tae wirft sich neben mich auf die Knie und streicht mir die Haare aus der Stirn. „Geht ... gut", höre ich dumpf die Frage. Langsam richte ich meine müden Augen auf ihn und sehe seinen besorgten Gesichtsausdruck. Schwach hebe ich meine rechte Hand und gebe ihm den kleinen Stein in die Hände. Sobald er ihn sicher hält, lasse ich die Dunkelheit mich übermannen.
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Dragon (Vkook)
FantasiaEs ist eine unglaubliche Ehre an die Dragon High zu gehen. Dort dürfen nur besondere junge Menschen hingehen. Um genau zu sein dürfen dort nur Menschen hin, die Drachen zähmen können. Für Taehyung ist es sein erstes Jahr dort, mit seinem Drachen is...
